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Der Trailer ließ einen düsteren Abschluss der Trilogie erwarten, doch wer einen tiefen Blick in Spidermans dunkle Seele erwartet hatte, wurde zumindest in der ersten Hälfte des Films enttäuscht, hier sehen wir einen gefeierten Helden, der schon fast lächerlich beliebt ist und einen Peter Parker, der im Erfolg badet und sein perfektes Leben genießt. Er ist endlich mit seiner Jugendliebe Mary-Jane zusammen und bekommt so langsam seine beiden Identitäten koordiniert, naja gut, er wohnt immer noch im letzten Loch, aber was soll’s, er ist immerhin glücklich.

Einem so glücklichen Spiderman muss man dann natürlich gleich mal drei Gegner entgegensetzen, die da wären “Green Goblin, Jr.”, sein ehemals bester Kumpel Harry, der den Tod seines Vaters rächen will, für den er Spiderman verantwortlich macht, der “Sandmann”, ein entflohener Sträfling, der mal kurz, nachdem er ganz zufällig in eine Sandzentrifuge gefallen ist, als Partikelwesen Banken ausraubt, um seiner kranken Tochter zu helfen (…und irgendwie ist er dann auf einmal auch der Mörder von Peters Onkel), und dann noch Venom, ein außerirdisches Glibberviech, dass zuerst Spidermans Klamotten und seinen Charakter in Beschlag nimmt und seine düstere Seite zum Vorschein bringt… Huch, da ist sie ja doch noch, die düstere Seite. Aber dieser Teil wird dann doch eher komisch als spannend, Peter mutiert zum arroganten Womanizer, der zu 70er-Mukke durch New York tänzelt, Frauen angeilt und Typen die Fresse poliert.

Ok, ihr merkt schon, ich war wohl irgendwie enttäuscht. “Spiderman 3″ hätte ein toller Abschluss werden können, aber stattdessen verliert er sich in einer unglaublich an den Haaren herbeigezogenen Story, die Action ist teilweise so schnell geschnitten, dass man im Kino Augenkrebs bekommt und nichts mehr erkennen kann, die Effekte, denen vermutlich ein Großteil der 250 Mio. Dollar Produktionskosten zum Opfer fielen, sehen auch aus wie Effekte und sind so übertrieben und protzig verwendet worden, dass man sich fragt, ob nicht weniger Budget, dafür wenige aber gute Effekte und eine tiefgehendere Story dem Film nicht besser getan hätten.

Das Liebesgeturtel von Mary Jane und Peter nervt dann langsam auch schon wie bei Lois und Clark und wenn Spiderman kurz vor dem Endkampf mal für drei Sekunden vor der amerikanischen Flagge bremst, fragt man sich, warum er auch hier auf das peinliche Niveau von Superman sinken muss. Traurigerweise sind es die witzigen Parts, die noch am meisten unterhalten, obwohl sie wie immer eigentlich etwas deplaziert wirken.

Wer die ersten beiden Teile mochte, wird sicher auch hier noch gut unterhalten, aber weil man hier einfach zu sehr einen draufsetzen wollte, ist “Spiderman 3″ dann im Endeffekt der schwächste Teil der Trilogie geworden. Schade eigentlich. Nun wird man abwarten müssen, ob es für Sam Raimi, Tobey Maguire und Kirsten Dunst wie verkündigt tatsächlich der letzte Teil sein wird…

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