Auch, wenn es so einen Post quasi schon gegeben hat, kann man aufgrund neuer Planungen mal wieder einen neuen machen. Da ich gerade wieder ein paar der japanischen Horrorfilme und auch einige der Remakes gesehen habe, kam ich nicht drum herum, mich noch einmal zu fragen, ob die Remakes sinnvoll sind oder nicht. Folgend werde ich die Filme mal kurz auflisten:

„Ring“:
Das „Ring“-Original (1998) hat quasi eine 1:1-Umsetzung mit mehr Geld bekommen: „The Ring“ (2002) von Gore Verbinski ist meiner Meinung nach das einzige Remake, was besser ist als das Original; einerseits aufgrund der technischen Bedingungen, andererseits aber auch durch Kleinigkeiten, wie z.B. die Elemente aus dem Video, die Naomi dauernd sieht. Das macht den neuen Film schön rund und auch optisch ansprechend. Lediglich die legendäre Endszene, in der einem Samara/Sadako das Fürchten lehrt, ist im Original besser gelungen, da auf die Vorspul-Effekte verzichtet worden ist. Aber alleine die entstellten Gesichter des Remakes wirken doch deutlich nachhaltiger als im Original!
„The Ring 2“ (2005) war dann eine Fortsetzung von Hideo Nakata (der auch die ersten beiden Originale gemacht hat), die nur noch Elemente aus der Original-Fortsetzung beinhaltete. War nicht schlecht, aber meiner Meinung nach ein wenig fern von der eigentlichen Ring-Story; also optisch klasse (bis auf die Hirsche) aber sonst mittelmäßig.
„The Ring 3“ soll auch kommen, aber man weiß noch nicht, ob es ein Remake des Prequels „Ring 0“ sein wird, ober ein weiteres Sequel. Auf jeden Fall soll es aber ohne Schauspieler der ersten beiden Teile sein und weniger Geld bekommen. Mal sehen, ein „Ring 0“-Remake könnte ja vielleicht noch nett werden, aber sonst?

„Ju-On“ / „The Grudge“:
Die beiden „Ju-On“-Filme (2000/2003) fand ich persönlich am fiesesten aller asiatischen Horrorstreifen. Das Remake „The Grudge“ (2004) hat sich da ein wenig zu sehr an Schockeffekten orientiert, die Atmosphäre war nicht ganz so schlimm, trotzdem übel. Und ich mag Sarah Michelle Gellar nicht besonders. „The Grudge 2“ (2006) habe ich als nicht so gut in Erinnerung, der kam nicht in Schwung.
Aber hier wird es jetzt langsam lächerlich: Takashi Shimizu war sowohl bei den „Ju-On“-Filmen Regisseur (und das gleich zweifach; es gibt einmal japanische und einmal koreanische Varianten) als auch bei den Remakes. Zudem spielen auch die Remakes in Asien mit fast ausschließlich asiatischen Personen. Wozu in aller Welt also ein Remake, auch technisch gesehen waren die Originale okay?
Ein dritter „Ju-On“-Film ist für 2008 angekündigt, sechs Grudge-Filme reichen dem Regisseur anscheinend nicht.

„Dark Water“:
Das Original (2002) fand ich schon gelungen, wenn auch verhältnismäßig harmlos. Das Remake (2005) hatte zwar Jennifer Connelly, aber quasi keine Innovation. Es war, glaube ich, sogar noch harmloser als das Original, und es hatte diese ätzende „Hello Kitty“-Schleichwerbung. Ich persönlich würde das Original vorziehen, technisch war es einwandfrei. Regisseur vom Original war übrigens mit Hideo Nakata, insofern schließt sich der Kreis. Die „Ring“- und „D.W.“-Romanvorlagen hat der gleiche Schriftsteller verfasst.

“The Eye“:
Das Original (2002) fand ich technisch und inhaltlich gut (mal leicht abwechslungsreiche Story), aber auch eher harmlos. Remake absolut unnötig, kommt aber nächsten Frühling mit Jessica Alba in der Hauptrolle in die Kinos. Nun gut.

„A Tale of Two Sisters“:
Das Original (2003) ist ein grandioser Film! Gruselstimmung durchweg, aber vor allem eine geniale Story. Wirklich einfallsreich und auch technisch top. Das Remake (2008) kann niemals so gut werden, die ersten Bilder sind da schon sehr aussagekräftig.

“Pulse“:
„Pulse“ (2001) kenn ich nicht, fand aber das Remake (2006) blöde.

„The Call“:
Das Original war jetzt nicht knülle, Remake ist trotzdem geplant.

„Seance“ (2000) und „Train of the Dead“ (2005) waren schlechte asiatische Schocker, hoffen wir mal, dass da keine Neuverfilmungen kommen.
Vom Thriller „Oldboy“ (2003) soll übrigens auch ein Remake kommen (evtl. mit Nicolas Cage), von „Battle Royale“ (2000) ebenfalls.

Habe ich welche vergessen? Zusammenfassend muss ich also sagen, dass ich die meisten Remakes für überflüssig empfinde, insbesondere, wenn die dann auch noch von den gleichen Regisseuren inszeniert werden. Es werden keine neuen Interpretationen vorgenommen, sondern Amerika dreht das gleiche noch mal, um es als Innovation Hollywoods verkaufen zu können. Das finde ich ein wenig einfallslos. Und meistens wirken die Filme dann eher wie Teenie- als Horrorstreifen.
Was meint ihr? Schaut ihr lieber die Remakes, da man da Namen und Personen dann doch eher unterscheiden kann oder die Originale? Auf welche Remakes freut ihr euch bzw. habt ihr euch gereut?

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