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Ich habe vor dem zweiten Teil von “Die Chroniken von Narnia” noch einmal den ersten Teil “Der König von Narnia” gesehen und war ein weiteres Mal schockiert, wie unglaublich kitschig, unlogisch und vor allem voll für Kinder absolut falscher Botschaften dieser daher kam. Dabei hatte man damals doch einen wirklich großartigen Fantasyfilm erwartet. Dennoch habe ich mich in die Fortsetzung getraut und war zwar nicht wirklich begeistert, aber doch positiv überrascht, dass dieser dann doch leichter anzuschauen war, ohne ununterbrochen den Kopf schütteln zu müssen.

Um Narnia steht es nicht gut, fast alle Wesen wurden von den Telmarern weit in die Wälder vertrieben. Der rechtmäßige Thronfolger Prinz Kaspian wird ebenfalls von seinem bösen Onkel gejagt, der nach der Krone giert. Kaspian verbündet sich daraufhin mit den Fabelwesen, um seinen Thron zu erstreiten und ihnen ihr Land zurück zu geben. Doch dafür braucht er die Hilfe der Pevensie-Kinder, die er mit Hilfe eines Horns zurück nach Narnia ruft. Diese sind überrascht, dass in ihrer Welt nur ein Jahr, in Narnia über 1000 Jahre vergangen sind. Zusammen bilden sie einen Schlachtplan, doch die Telmarer sind ein starker Gegner und die Suche nach dem weisen Löwe Aslan trägt auch vorerst keine Früchte…

Man merkt dem Film und seinen Darstellern etwas mehr Reife an, auch wenn die Kinder wieder nur für den Krieg gekommen sind und alle Wesen weiterhin völlig bedingungslos ihr Leben opfern, ohne auch nur irgendwas zu hinterfragen. Aber die übertrieben putzigen Tiere treten etwas in den Hintergrund, wenn man mal von der schwertkämpfenden Riesenmaus absieht. Die Story ist in sich immerhin schlüssig und einigermaßen abwechslungsreich, so müssen die Guten vorerst einige Rückschläge hinnehmen und erkennen, dass Krieg eben doch seine Folgen hat und vielleicht doch nicht alleine von Kindern geplant werden sollte. Erstaunlicherweise entpuppt sich gerade “Arschlochkind” Edmund als der rationale Typ in diesem Film. Während sein Bruder Peter in der Welt des Krieges bedingungslos aufgeht, holt Edmund ihn immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und bereichert den Schlachtplan um ein paar intelligente Einfälle. Da sich Prinz Kaspian und Peter sowieso die ganze Zeit kloppen, wer denn nun der Tollere ist und auf wessen Art die Armee zur Schlachtbank geführt werden soll, tut es immer mal wieder gut, wenn der im ersten Teil noch so unsympathische kleine Bruder interagiert. Hier hat sich ein Charakter wenigstens weiter entwickelt und sogar zum Positiven.

Generell ist der zweite Teil eigentlich ein großer Kinder-Fantasy-Kriegsfilm, viel nette Welt mit bunten Lebewesen gibt es dieses Mal nicht, es geht eigentlich nur um den Kampf. Die Schlachten sind interessant in Szene gesetzt, wobei man das Gefühl hat, die Belagerungsschlacht wäre größtenteils von der Schlacht um Helms Klamm in “Der Herr der Ringe” geklaut.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich von der Reihe weiterhin enttäuscht bin, aber der zweite Teil einem nicht ständig die Zornesröte ins Gesicht treibt und für nebenbei einfach mal schaubar ist, vermutlich ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, aber auch ohne wirklich weh zu tun.

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