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Nachdem mit “Casino Royale” eine überfällige Neudefinition des Bond-Franchises gelungen ist, waren die Erwartungen an dessen Nachfolger entsprechend hoch. Zumal die Geschichte jene aus “Casino Royale” fortführt und bereits vor diesem schon immer zwei Filme geplant wurden, was eine gut durchdachte Geschichte erwarten ließ. Doch leider blieb der Film hinter meinen Erwartungen und auch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Der nur 106 Minuten lange Film ist schnell, hektisch und ohne Pausen. Was nicht immer gut tut; ein wenig Charme, Spannung oder Tiefgründigkeit vermisst man schmerzlich.

Inhaltlich knüpft der Film direkt an “Casino Royale” an. James Bond (Daniel Craig) will Rache für den Tod seiner Liebe Vesper üben. Dabei stößt er auf das geheimnisvolle Netzwerk der Organisation “Quantum” und dessen Anführer Greene (Mathieu Amalric). Er trifft auf einige alte Bekannte und die ihm nicht unähnliche Camille (Olga Kurylenko), mit der er eine Vielzahl von rasanten Aktionen durchlebt, um offiziell nur an die Pläne von “Quantum”, inoffiziell aber eher an die richtigen Personen zu kommen…

Zunächst einmal muss ich zugeben, dass ich niemals ein großer Bond-Fan war und erst mit seiner Neudefinition vor zwei Jahren erstmals Interesse aufblühte. Auf die uralten Running-Gags wird seit diesem Neuanfang nun größtenteils verzichtet (Martini, Moneypenny, Gadgets), Bond ist ein wenig realistischer und baut auf dreckige, handgemachte Action. Dieser erfrischende Kurs wird glücklicherweise in “Ein Quantum Trost” fortgesetzt. Es ist der erste Bond-Film ohne den Satz “Mein Name ist Bond, James Bond”. Man hörte öfter den Vorwurf, der Film nähere sich den alten Bonds wieder ein wenig an; dies kann ich nicht vollends bestätigen, obwohl einiges tatsächlich daran erinnert (halbnackte Frauen im Intro; inhaltslose, selbsterklärende Schäferstunden oder unnötige High-Tech-Touchscreens im MI6-Hauptquartier). Die Grundthematik um Rohstoffknappheit und eine kriminelle Organisation, die daraus Profit schlagen will, ist hingegen sehr aktuell, realistisch und hat zweifellos mehr zu bieten als Bösewichte mit Weltherrschaftsambitionen.

Daniel Craig macht seine Sache wieder sehr gut. Er verkörpert keinen Gentleman, sondern einen rauen, kantigen Killer, der unberechenbar und brutal vorgeht. Craig hat seinen ganz eigenen Bond erfunden, der nur noch entfernt an sein ehemaliges Pendant erinnert. Doch leider hatte er wenig Chancen, auch Sympathie auszustrahlen. Humor, Ironie oder sarkastische Sprüche kamen eher selten. Und hier zeichnet sich bereits ein großes Problem des Films ab: Er ist hart und rasant, aber ohne Seele und Charme.

Was auch daran liegen kann, dass außer Craig fast alle Schauspieler höchstens souverän, aber nicht einprägsam gespielt haben. Amalric konnte als Bösewicht kaum begeistern, Kurylenko als Bondgirl war unvorstellbar blass. Dass diese eigentlich Modell ist, fällt dann schon ein wenig auf; sie ist leider nicht viel mehr als eine Augenweide. Und dies, obwohl man aus ihrem Charakter eine Menge hätte herausholen können. Da hatte Eva Green in der Rolle von Vesper mit deutlich mehr Ausstrahlung und Sympathie erzeugen können. Meiner Meinung nach hatte selbst Gemma Arterton (MI6-Agentin Fields) eine deutlich höhere Präsenz, auch die Chemie zwischen ihr und Craig war viel besser (Craig durfte in ihrer Gegenwart endlich ein paar selbstgefällige, ironische Sprüche abfeuern); nur leider bekam gerade Arterton eine so kurze und stumpfe Rolle, dass es für kaum mehr als eine “Goldfinger”- Hommage und die obligatorische Bettszene herreichte.

Auch hatte man erwartet, dass der neue Regisseur Marc Forster, der gerade durch seine Dramen wie “Monster’s Ball” oder “Finding Neverland” bekannt ist, das 22. Bond-Abenteuer in ein schönes Gewand aus Charaktertiefe, Storydichte und Emotionen stecken würde. Erstaunlicherweise werden gerade diese Elemente nicht besonders gut ausgebaut. Zeit, um ein wenig unter die Oberflächlichkeit zu kommen, war allemal da: Der Film ist mit seinen 106 Minuten das kürzeste Bond-Abenteuer aller Zeiten. Doch egal, ob es Bonds “Jack Bauer”-Alleingang oder die Ähnlichkeiten zwischen ihm und Camille geht; es kam zu kurz.

Ich dachte, bei diesem Film könne eigentlich nicht viel schief gehen, in erster Linie ist es eben ein Actionfilm. Und die Action ist nahezu komplett handgemacht, was ungeheuer wichtig ist, um zu überzeugen. Dass man sich allerdings so stark auf die Action konzentrieren würde, hatte ich nicht gedacht. Was dieser Bond wohl unbestreitbar ist und bleibt, ist das temporeichste Abenteuer des bekannten Agenten aller Zeiten. Die Actionsequenzen, an denen es definitiv nicht mangelt (gerade am Anfang wünscht man sich, dass Bond auch mal etwas mehr sagen darf), sind so hektisch und schnell geschnitten, dass man teilweise nicht mehr folgen kann. Kaum eine Einstellung dauert eine volle Sekunde. Es wirkt alles nur schnell und unübersichtlich, aber nicht besonders spannend. Was damit erreicht werden sollte, liegt auf der Hand, aber leider wünscht man sich die ganze Zeit, ein wenig mehr von den großartigen Stunts und Aufnahmen erkennen zu können oder immerhin nachzuvollziehen, was gerade geschieht. Dennoch kann sich die Action an sich bis auf einige schon fast ein wenig übertriebene Aktionen sehen lassen, egal ob auf dem Wasser oder in der Luft.

Wie erwartet sieht man erneut viel von der Welt, und mir haben die exotischen Orte (allen voran die Wüste) dieses Films auch mehr zugesagt als die Spielhallen des Letzten. Dass man die Ortseinblendungen alle in anderen Schriften dargestellt hat, wirkte allerdings ein wenig billig.

Man muss wohl auch sicherlich einige Worte über den doch sehr gewöhnungsbedürftigen, vom Großteil des Publikums als misslungen gesehenen Titelsong “Another Way To Die” von Alicia Keys und Jack White sprechen. Und ja, auch ich muss sagen, dass sich die beiden wirklich sehr im Ton vergriffen haben. Lediglich Madonnas “Die Another Day” macht dem neuen Song Konkurrenz als schlechtester Bond-Song aller Zeiten. Dieser Mix aus Experimentalrock, monotonem Sprechgesang, merkwürdigen Pausen und Keys’ Ausrufen passt wirklich in keiner Art und Weise zu einem Bond-Intro. Da er nicht einmal eine Melodie besitzt, ist er auch wenig einprägsam. Es ist schon sehr bezeichnend, dass im Film der Song mehrmals beschnitten wurde - das spricht für sich. Das Intro an sich war nichts besonderes, aber nett anzusehen. Wenigstens hat man sich hier erstmals Gedanken über den Einbau der Schrift gemacht.

Und bevor ich es vergesse: Ich weiß nicht, warum man einen Film mit einem Bild bewirbt, welches im Film nicht vorkommt. Egal ob der Trailer oder die Teaserposter, das Bild schlechthin, was man mit “Ein Quantum Trost” verbunden hat, war ein Bond mit Maschinenpistole, der durch die Wüste geht. Im Film kam so eine Sequenz nicht vor; lediglich am Anfang hatte er kurz genannte Waffe. Sehr unglücklich.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass der Film keine große Enttäuschung ist, aber einen sicherlich ernüchtert, hat man etwas höhere Erwartungen. Denn die großartige Action ist meist ein wenig zu konfus geschnitten, die Schauspieler bis auf Craig bleiben blass und Story, Charaktertiefe, Witz und Ironie auf der Strecke. Ein Quäntchen Trost kann ich dennoch bieten: Auch wenn der Film stets im Schatten seines Vorgängers steht und in keiner Form an diesen herankommt, ist er dennoch nette Popcorn-Unterhaltung für zwischendurch.

Hinweis für Fans:
Wer sich nach Ein Quantum Trost wieder stark an Casino Royale erinnert fühlt und selbst Lust auf ein Spiel im Online Casino bekommt, der sollte zuerst nur Spielgeld einsetzen, bevor er richtig zockt. Es ist nicht immer einfach bei Casino Spiele den richtigen Moment zum Aufhören zu finden, aber gerade bei Echtgeld ist dies wichtig. Lassen Sie sich dadurch jedoch nicht den Spaß verderben!

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