„Fleisch ist mein Gemüse“ – Die Jugend des Heinz Strunk

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Das Buch hat TOM mir schon seit Ewigkeiten empfohlen, den Film habe ich im Frühjahr irgendwie im Kino verpasst, aber jetzt auf DVD habe ich endlich Kontakt zu „Fleisch ist mein Gemüse“ aufnehmen können. Und ich habe wirklich gut lachen können. Heinz Strunks (teilweise erfundene) Geschichte seiner Jugend in Hamburg bietet so viel skurillen Humor und doch so viel Realitätsnähe, dass man sie einfach mögen muss.

Heinz wohnt mit seiner leicht verrückten Mutter in Hamburg-Harburg und nicht nur seine Akne macht ihm das Leben schwer. Er hält sich als Saxophonist in einer miesen Partyband über Wasser, die Frauen wollen nichts von ihm wissen und dabei träumt er doch eigentlich davon, selber als Komponist erfolgreich zu werden. Zusammen mit der Band und seiner dicken Nachbarin kämpft er sich durch verrückte Partyauftritte und private Castings, nur um festzustellen, dass Harburg nicht gerade der aufregendste Teil von Hamburg ist und das Leben für einen Verlierer wie ihn nicht gerade voller Höhepunkte ist…

Heinz Strunk war für mich immer ein Teil der Telefonstreich-Truppe „Studio Braun“, ansonsten ist er irgendwie an mir vorüber gegangen. Leider, muss ich jetzt sagen, denn der Stil und die Erzählart von „Fleisch ist mein Gemüse“ machen Lust auf mehr. Dem Film gelingt das, was „Vollidiot“ nicht geschafft hat, nämlich eine lustig inzenierte Geschichte über einen jugendlichen Versager. Eine skurille Szene jagt den nächste, ohne jedoch (bis auf das Ende) unrealistisch zu werden. Unterstrichen durch Heinz Strunk als Erzähler ist die doch recht einfache Handlung unheimlich unterhaltsam und kurzweilig inszeniert, die Schaupieler machen ihre Sache gut und unterstreichen mit ihrer „realistischen“ Darstellung der Charaktere den Stil des Films. Gerade die Auftritte zusammen mit Gurki und seiner Band „Tiffany’s“ auf Karnevalveranstaltungen und Schützenfesten sind einfach nur herrlich: „Swingtime is good time! And good time is better time!“

„Fleisch ist mein Gemüse“ ist ein Geheimtipp, den man wirklich nur empfehlen kann. Und für mich ist es jetzt auf jeden Fall Pflicht, endlich auch noch das Buch zu lesen.

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4 Kommentare

  1. Hach… der Heinzer! Ich glaube entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Ein „ganz nett“ gibt es da nicht…

    Für alle, die diesen Humor mögen seien auch seine Hörspiele „Einz“ und besonders „Trittschall im Kriechkeller“ ans Herz gelegt.

  2. Ich kenn die Vorlage nicht, aber angeblich soll die ja wahnsinnig lustig sein. Der Film war es nicht; es war mehr Drama bzw. Tragikomödie. Man konnte sich den Film einfach so einmal anschauen, ohne es zu bereuen, ein paar gute Momente gibt es in dem Film auf jeden Fall. Aber wenn man ihn nicht sieht, hat man auch nichts verpasst.

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