Terry Gilliam ist sicher ein Ausnahmeregisseur in Hollywood, was er anpackt wird groß und episch, aber häufig auch sehr aufwendig und am Ende mitunter weit über das geplante Budget hinaus. Gilliam begann als einziges amerikanisches Mitglied von “Monty Python” und war damals in erster Linie für die schrägen Cartoons zuständig. Später drehte er Filme wie “Time Bandits”, “Brazil”, “12 Monkeys” und “Fear and Loathing in Las Vegas”. Aber bereits nach dem finanziellen Fiasko mit “Baron Münchhausen” waren die Studios skeptisch geworden und die Dreharbeiten zu “The Man Who Killed Don Quixote” endeten 2000 in einem einzigen Desaster.

Der Hauptdarsteller konnte nicht mehr reiten, ein Regenguss in der Wüste ruinierte Set und Motivation, das Tonstudio war ein Schrotthaufen, nahezu alles ging schief, als Terry Gilliam mit den Darstellern Johnny Depp, Jean Rochefort und Vanessa Paradis seinen Wunschfilm realisieren wollte. Nur wenige Szenen waren im Kasten, als Gilliam das Ende der Produktion bekannt geben musste und sogar alle Rechte an ein Versicherungsunternehmen verlor. Durch die Erfolge seiner Filme in den 90ern hatte er sich endlich wieder den Ruf als respektabler Filmemacher hergestellt und erlebte damals den Tiefpunkt seiner Karriere. Seine letzten Filme “Brothers Grimm” und “Tideland” waren zwar wieder recht speziell und konnten an die Qualität seiner Meisterwerke nicht anknüpfen. Wer sich für die Desasterproduktion interessiert, sollte sich die tolle Dokumentation “Lost in La Mancha” anschauen.

Und auch, wenn man beim Tod von Heath Ledger sicher nicht zuerst an Terry Gilliam denkt, so hat es ihn doch recht hart getroffen, schließlich drehte er mit Ledger gerade “The Imaginarium of Doctor Parnassus”, als dieser ums Leben kam. Zwar konnten ein raffinierter Schachzug und Darsteller wie Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell die Produktion noch retten, aber wieder einmal stand ein Film von Terry Gilliam auf der Kippe.

Da es Gilliam gelang, 2006 die Rechte an “Don Quixote” zurück zu bekommen, steht der Film wieder auf seinem Programm und auch Johnny Depp scheint weiterhin großes Interesse zu haben. Drücken wir die Daumen, dass es dieses Mal klappt und Gilliam dann im Anschluss auch Geldgeber für seine ebenfalls lange geplante Umsetzung von “Ein gutes Omen” findet.

Verwandte Artikel