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Was wäre, wenn das Spiel der Liebe ein Beat-‚em-up-Videospiel wäre? „Scott Pilgrim vs. the World“, basierend auf den Comics von Bryan Lee O’Malley, zeigt in pausenloser Bilderekstase die Antwort auf diese Frage. Der Film hält alles, was der Trailer verspricht, und ist ein konstanter Adrenalinschub. Mehr als verständlich, dass Regisseur Edgar Wright („Hot Fuzz“, „Shaun of the Dead“) auf 3D verzichtet hat mit der Aussage „Das wäre zuviel gewesen!“; nach Sichtung des Films schließe ich mich an. Selten habe ich etwas dermaßen Abgedrehtes und Hektisches gesehen.

Inhalt

Der durchschnittliche Scott Pilgrim (Michael Cera) verliebt sich eines Tages in die flippige, attraktive Ramona Flowers (Mary Elizabeth Winstead). Doch um sie für sich zu gewinnen, muss Scott in seiner wie ein Videospiel anmutenden Welt ihre sieben teuflischen Ex-Lover in die Knie zwingen… Three! Two! One! FIGHT!

Kritik

Allzuviel lässt sich über den Film eigentlich kaum sagen: Michael Cera in seiner typischen Rolle als schüchtener Durchschnittstyp verliebt sich in ein heißes alternatives Mädel. Dazu kommen jede Menge Anspielungen auf die Popkultur der derzeitigen Jugend: Der ganze Film ist als Beat-‚em-up-Game inszeniert, hinzu kommen haufenweise Indie-Rockmusik und Manga-Referenzen. Oberdrauf bietet der Film mit seinen knapp gehaltenen und somit sehr auf den Punkt gebrachten (und gar nicht so von der Realität entfernten) Dialogen eine ordentliche Coming-of-Age-Geschichte und eine Liebesstory, die – so unrealistisch sie vielleicht sein mag – nett anzusehen ist. Garniert wird dieses bunte Kampf- und Indie-Rock-Szenario mit jeder Menge trockenem, sarkastischem Humor, der nahezu durchgehend über der Gürtellinie bleibt.

Die Darsteller sind alle perfekt für ihre Rollen, das Drehbuch scheint fast 1:1 die Comicvorlage zu adaptieren und die Visualität ist dabei großartig. Der Film ist überdreht, laut und betäubt die Sinne. Trotz der ja eigentlich relativ schnell abgenutzten Grundidee der Videospieldarstellung wird der Film aufgrund der vielen raffinierten visuellen Einfälle nie langweilig. Dennoch ist der Film auf ein relativ enges Zielpublikum zugeschnitten; ein wenig freakig oder Teilhaber der aktuellen Jugend- und Popszenerie sollte der Zuschauer wohl schon sein. Hat dieser niemals ein Computerspiel gespielt, wird er die zahlreichen Anspielungen kaum verstehen. Ich finde es jedenfalls schwierig, diesen knallbunten Teenagerfilm bedenkenlos weiterzuempfehlen, auch wenn er mich definitiv unterhalten hat. Comic- und Videospielfreaks werden allerdings sicherlich begeistert sein.

Fazit

Wer nicht Gefahr läuft, bei pausenlos nervös-blinkenden Bildern und dröhnend-poppiger Musik in Ohnmacht zu fallen, kann der Achterbahn von Film eine Chance geben. Die Grundidee ist lustig und konsequent, auch einfallsreich umgesetzt und wird jeden, der den Trailer lustig fand, vollstens zufrieden stellen. Wer diesen schon einfach nur total dämlich fand, dem wird auch der Film nicht gefallen. Letztlich ist es eine typische Teenager-Liebeskomödie mit allem, was heutzutage so dazugehört, inklusive haufenweise Indie-Rock und Selbstfindungsprozess. Ein solch typischer Film… allerdings auf Speed.

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)

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