„Tim & Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ – Mehr davon!

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Gone Girl

Wenn sich Steven Spielberg und Peter Jackson zusammentun, um mittels Motioncapturing eine 3D-Comicverfilmung des Klassikers „Tim und Struppi“ auf die Leinwand zu bringen, klingt das nach einem sehr interessanten Experiment. Herausgekommen ist ein rasanter, spannender und lustiger Abenteuerfilm, der nicht nur den Comicvorlagen gerecht wird, sondern für viele „Indiana Jones“-Fans das nachliefert, was man beim misslungenen „Kristallschädel“ alles vermisst hat. Endlich mal wieder eine späte Neuauflage eines Klassikers, die sich nicht mit vielen Neuinterpretationen zu sehr vom Original entfernt.

Reporter Tim und sein Hund Struppi erwerben auf einem Flohmarkt ein altes Schiffsmodell, doch ein Gauner ist ebenfalls hinter dem Schiff her und versucht es, in seine Gewalt zu bringen. Tim findet heraus, dass die Vorlage für das Modell damals mit einer geheimnisvollen Fracht versank und befindet sich plötzlich in einer wilden Verfolgungsjagd zu Lande, zu Wasser und in der Luft, bei der er mehr oder weniger von zwei trotteligen Beamten von Interpol und dem versoffenen Kapitän Haddock unterstützt wird.

Natürlich richtet sich die Verfilmung in erster Linie an Kinder, es wird zwar oft geschossen und geprügelt, aber sterben tun auch die Bösen nicht so leicht. Trotzdem bietet die actionreiche Mischung mit vielen gelungenen Gags und jeder Menge Spannung auch genug Unterhaltung für Erwachsene.

Regisseur Steven Spielberg und Produzent Peter Jackson entschieden sich bei ihrer Verfilmung dafür, den Film komplett als Animationsfilm in die Kinos zu bringen, allerdings auf der Basis des „Motion Capturing“- bzw. „Performance Capturing“-Verfahrens. So mussten die Schauspieler Jamie Bell und Daniel Craig, die „Shaun of the Dead“-Stars Nick Frost und Simon Pegg sowie Andy Serkis, der Veteran auf dem Gebiet, der schon Gollum und King Kong mit seinem Schauspiel Leben einhauchte, tatsächlich ihre Rollen in einem Studio „spielen“, wobei ihre Bewegungen und ihre Mimik vom Computer auf die Animationscharaktere übertragen wurde.

Dass einen das Abenteuer tatsächlich an „Indiana Jones“ erinnert, liegt sicher zum einen an der Regie von Steven Spielberg, der sich endlich mal wieder wie in den 80ern austoben und aufgrund der Comicebene noch einen draufsetzen kann, sondern auch am Score von John Williams, der doch an vielen Stellen sehr stark an die Musik aus den Indy-Filmen erinnert.

Nett sind auch versteckte Anspielungen im Film, so beginnt der Film auf einem Flohmarkt, wo sich Tim von einem Zeichner, der dem „Tim und Struppi“-Schöpfer Hergé sehr ähnlich sieht, in einem zweidimensionalen Portrait verewigen lässt. Auch darf Andy Serkis auf der Jagd nach einem Objekt, dass ihn zu einem Schatz für soll, als Kapitän Haddock „Das ist mein Schatz!“ rufen, was natürlich den Bogen zu seiner ersten „Motion Capturing“-Rolle als Gollum spannt.

Zwar ist die Story insgesamt recht dünn und vielleicht auch nicht so geheimnisvoll, wie man sie sich gewünscht hätte, aber das Gesamtpaket macht einfach Spaß und Lust auf mehr. Und ein zweiter Teil ist natürlich schon geplant, Peter Jackson wird die Fortsetzung inszenieren, sobald er mit seinem neuen Mammutprojekt „Der Hobbit“ fertig ist.

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4 Kommentare

  1. Ich war ja zunächst etwas skeptisch was das „Motion Capturing“-Zeugs angeht, aber der Film hat mich wirklich positiv überrascht. Durch den dezenten Comic-Look wurde auch das Uncanny Valley sehr gut umschifft.

    Die Bewegungsabläufe waren zwar teilweise doch wieder Animationsfilm typisch etwas übertrieben dargestellt, aber besonders bei der Action-Sequenz bei Nacht auf dem Schiff konnte man wirklich denken, dass die schattenhafte Gestalten, die da durch die Gegend rennen wirklich reale Schauspieler sind.

    Also eins muss man Spielberg ja lassen, unterhaltsamens Abenteuerkino kann er wirklich sehr gut inszenieren. Wie PAU schon erwähnt hat, hat mich auch so einiges an die guten alten Indy Filme erinnert.
    Während ich das Action-Spektakel so auf der Leinwand verfolgt hatte, kam mir sogar der Gedanke, ob man nicht sogar einfach Harrison Ford mit Bällen beklebt und ihn für den nächsten Indy Film zum Motion Capturen schickt, allerdings bietet sich dabei keine wirklich gute Möglichkeit der absichtlichen Verfremdung des Charakters und ein Star Wars Clone Wars im Indy-Universum will man ja auch nicht haben.

    Ich gebe 4 Sterne und ich bin dann mal auf Jacksons Interpretation gespannt. Fazit: Die Action ist gut ;)

  2. Mir hat der Film gut gefallen, wobei ich sagen muss, dass mich die Musik von John Williams extrem genervt hat. Ich weiß gar nicht was genau dadran, aber irgendwie wiederholt es sich zu extrem und cih komme einfach nicht mehr in das „Goonies“-Feeling.

    Kann man sich gut anschauen und hier und da gut lachen.

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