„Sherlock Holmes 2: Spiel im Schatten“ – Gute Fortsetzung!

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Über Jahre hat es immer neue Versionen des wohl berühmten Detektivs der Literaturgeschichte gegeben, doch die Neuinterpretationen der letzten Jahre sind wirklich einzigartig gelungen. Neben der TV-Serie „Sherlock“, die die Thematik in die heutige Zeit überträgt, ist jetzt auch zu Guy Ritchies action- und humorreicher Verfilmung „Sherlock Holmes“ der zweite Teil in unsere Kinos gekommen, der kann zwar den ersten nicht überbieten, überzeugt aber wieder mit einer absolut kurzweiligen Mischung aus Humor, Action und Spannung im einzigartigen Schnitt- und Actionstil von Ritchie. Wer den ersten Teil mochte, wird hier auch gut unterhalten aus dem Kino kommen.

Dr. Watson will heiraten, was seinem langjährigen Partner Sherlock Holmes nicht so in den Kram passen will, der befindet sich nämlich gerade auf der Jagd nach Professor Moriarty, einem Verbrechergenie, der offensichtlich ein Verbrechen plant, das das Schicksal ganz Europas verändern könnte. Als auch Watson und seine Frau ins Visier des Schurken geraten, packt auch der Doktor Grips und Fäuste wieder aus, um mit Holmes hinter die Pläne von Moriarty zu kommen und diese zu vereiteln.

Die Darstellung von Holmes als rüpelhafter, trinkender und prügelnder Ermittler mit einem gleichgestellten Watson an seiner Seite war schon im ersten Teil eine neue, aber sehr gelungene Herangehensweise an den alten Stoff. Fäuste, Explosionen und coole Sprüche bilden auch im zweiten Teil eine kurzweilige Ergänzung zu Holmes einzigartigem Scharfsinn. Wieder schlüpfen Robert Downey Jr. und Jude Law in die Rollen der Protagonisten, den weiblichen Part übernimmt dieses Mal Noomi Rapace, deren Darstellung von Lisbeth Salander in „Verblendung“ den Weg nach Hollywood ebnete, im nächsten Jahr wird sie auch in Ridley Scotts Sci-Fi-Kracher „Prometheus“ zu sehen sein. Auch die Nebenrollen sind mit Jared Harris als Moriarty und Stephen Fry als Microft Holmes perfekt besetzt.

Über den Stil muss man nicht streiten, niemand kann Action so cool und ansprechend auf die Leinwand bringen wie Guy Ritchie. Darsteller, Regie, Schnitt, Sound, Ausstattung, hier passt einfach alles zusammen. Wie bei jedem zweiten Teil, der auf einen gelungenen Erstling folgt, hat aber auch dieser die gleichen Probleme, was aber schon Jammern auf sehr hohem Niveau ist. „Sherlock Holmes 2“ kann das Rad nicht neu erfinden, wir kennen den Stil und die Charaktere schon aus dem ersten Teil, der Überraschungseffekt ist also nicht mehr vorhanden, also setzt man hier auf ein größeres Szenario mit einer Irrfahrt quer durch Europa und auf deutlich mehr Action, was meiner Meinung nach schon etwas zu viel des Gutes ist, mir hat das Rätsellösen quer durch London besser gefallen als eine Schnitzeljagd von einem Land zum anderen.

Aber wie gesagt, der Film ist trotzdem gelungen, Ritchie liefert eine gradlinige und solide Fortsetzung ab, die aber eben nur eine Fortsetzung ist, die zwar Lust auf einen dritten Teil macht, aber trotzdem nicht so viel Neues zu bieten hat. Also nicht zu viel erwarten, im Kinosessel zurücklehnen und das Actionspektakel genießen.

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4 Kommentare

  1. Spitzenfilm, ohne Frage, jedoch zwei kleine Anmerkungen:

    1.
    Zur Spielszene im Weinkeller: auf die Erwähnung von Sherlock zum Wein trinkenden französischen Anarchisten „Guter Jahrgang, 1798“ erwidert dieser, dass dies ja auch das Jahr der glorreichen Revolution gewesen sei. Vielleicht habe ich mich ja auch verhört, aber eigentlich fand die Revolution 1789 statt. Jetzt wäre es interessant zu erfahren, ob die Synchro den Fehler gemacht oder vom Orig übernommen hat. Aber wie gesagt, vielleicht habe ich mich ja auch nur verhört…

    2.
    Beim Grenzübertritt nach Deutschland ist fahnentechnisch ja noch alles in Ordnung, wir haben die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert vor uns und Good Ol` Germany trägt noch kaiserlich Schwarz-Weiß-Rot. Selbige Farben finden sich auch an den Grenztuppen wieder. In Heilbronn angekommen wird dann eine Karte mit mehreren Speilfiguren sichtbar gemacht ( Kanonen etc
    pp ). Hier haben die deutschen Truppen(-spielfiguren ) plötzlich Schwarz-Rot-Gold. Passt ja nun nicht ganz…wurde Schwa-Ro-Go doch erst 1919 zur offiziellen Nationalflagge ( mit kurzer zwöfjähriger Unterbrechung ).

    Okay, klingt jetzt ein wenig besserwisserisch, musste ich jetzt aber mal loswerden.

  2. Im Orginal ist es 1789 und somit ein bersetzungsfehler und Schwarz-Rot-Gold ist im Jahr1891 natrlich totaler Quatsch.

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