„Underworld: Awakening“ – Hirnloses Geballer!

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Gone Girl

Vor „Twilight“ gab es immer wieder die Thematik der Liebe und Konflikte zwischen Vampiren, Werwölfen und Menschen, eine optisch sehr ansprechende Version kam 2004 mit „Underworld“ ins Kino. Der war zwar kein Meisterwerk, aber konnte immerhin mit einer interessanten Thematik, einer unterhaltsamen Story und vor allem einem sehr gelungenen Gothiksetting überzeugen. Mit „Underworld: Evolution“ folgte eine nur noch bedingt gelungene Fortsetzung, für den dritten Teil fiel den Machern dann nur noch ein, die schon in der Fortsetzung erzählte Ursprungsgeschichte als Prequel noch mal in Spielfilmlänge ins Kino zu bringen. Trotz dieser offensichtlichen Ideenlosigkeit wollte man jetzt wohl auf die Vampirwelle noch mit aufspringen, setzt beim vierten Versuch allerdings nur noch auf Lärm, Geballer und Gewalt.

Nachdem die Menschen alle Lykaner und Vampire auszurotten versuchten, war Vampirkampfamazone Selene zwölf Jahre eingefroren, kann entfliehen und findet statt ihrem ehemaligen Schwarm ein junges Mädchen, das wohl ihre Tochter ist. Doch dann machen die offensichtlich in großer Zahl noch existierenden Lykaner Jagd auf die beiden.

Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen, sich diesen Film nicht anzusehen:

1. Kate Beckinsale ist seit dem ersten Teil alt geworden, da helfen auch Unmengen Makeup und die alten Lack-und-Leder-Klamotten nicht. Wo sie im ersten Teil noch sexy punkten konnte, fehlt hier jegliche Austrahlung. Tja, ein echter Vampir würde nach acht Jahren nicht so aussehen…

2. Eine Story muss einen Film nicht verschlechtern, auch wenn man hier offensichtlich bewusst auf eine verzichtete. Aber ein wenig Bruchstücke aus den alten Filmen, dazu eine Prise Mama-Kind-Gedöhnse und natürlich wieder böse Wissenschaftler, das macht noch lange keinen guten Film. Nein, auch ein total großer Lykaner nicht, wirklich nicht. Keine wirklichen Sympathieträger, keine coolen Bösewichte, keine Verschwörungen oder uralte Intrigen, hier ist nichts vom Erstling übrig.

3. Passende Filmmusik kann einen Film Fahrt und Spannung geben, dieser Film ist einfach nur laut und das während der kompletten Laufzeit. Die dröhenden Beats werden nur von dem noch lauteren Geballer und Gebrülle übertönt.

4. Wen kann bitte übertriebene Gewalt und spritzendes Blut heute noch ins Kino locken, man hat doch alles schon gesehen. Ist es nicht eher an der Zeit, mal wieder etwas auf die Bremse zu treten? Hier ist man offensichtlich anderer Meinung.

Diese Liste ließe sich sicher noch ewig fortsetzen, aber zusammenfassend lässt sich einfach sagen, dass hier nach dem Hirnausschalten auch wirklich der Netzstecker noch gezogen werden muss, mit ein wenig Restintelligenz ist dieser Film nur schwer zu ertragen. Für „Twilight“-Fans zu brutal, für Vampirfans zu wenig Vampire und für Fans der alten Filme einfach nur enttäuschend. Für Hohlbratzen, für die Lack und Leder, nie endende Munition und viele Leichen der Garant für einen gelungenen Kinobesuch sind, vielleicht der beste Film des Jahres. Ich hoffe, davon gibt es nicht zu viele…

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