„Snow White & the Huntsman“ – Vergurkte Neufassung!

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Märchen sind derzeit sehr beliebt, nach „Spieglein, Spieglein“ kommt in diesem Jahr mit „Snow White & the Huntsman“ noch eine zweite Neuinterpretation des „Schneewittchen“-Themas in die Kinos und präsentiert uns die wie gewohnt absolut ausdruckslos spielende Kristen Stewart in einem chaotischen Mix aus Märchenvorlage, Fantasyelementen und jeder Menge Gewalt. Hier will einfach nichts zusammenpassen und auch schauspielerisch ist eher Fremdschämen als Begeisterung angebracht. Vermutlich nur was für „Twilight“-Fans.

Schneewittchens, äh, sorry, Snow Whites Mutter stirbt und ihr Vater wird von einer bösen Hexe plattgemacht, die das Mädchen wegsperrt und andere Leute tötet, um jung und schön zu bleiben. Jahre später will sie das Mädchen dann doch auch töten, aber die flieht und findet ein weißes Pferd, und einen Jäger, sorry, einen Huntsman, und Zwerge und einen Troll und Elfen und einen Hirsch mit riesigem Geweih und noch jede Menge anderen Stuss…

Man fragt sich, ob der Regisseur sich gefreut hat, dass Kristen Stewart wie schon in den „Twilight“-Filmen über nur einen einzigen Gesichtsausdruck verfügt, irgendwas zwischen debil, depressiv und kurz vorm Heulen, immerhin scheinen ihre Fans das ja toll zu finden. Ich hätte sie in Schlüsselszenen nur noch angebrüllt, ob es so schwer ist, wenigstens ansatzweise Trauer oder Freude darzustellen. Charlize Theron bringt zwar einen guten Ansatz als böse Stiefmutter / Hexe, nervt aber mit ständigen Herumschreien. „Thor“-Darsteller Chris Hemsworth versucht wieder die coole Tour, wird aber ebenfalls brutal vom total vermurksten Drehbuch ausgebremst.

Sicher findet man hier und da Elemente der Grimm’schen Vorlage, allerdings so planlos und kurios verändert eingesetzt, dass sie einfach nicht zusammenpassen wollen. Dazu bedient man sich frech beim „Herrn der Ringe“, klaut den Hirsch aus „Prinzessin Mononoke“ und baut den „Twilight“-Fans zuliebe wieder zwei um die Hauptdarstellerin konkurrierende Männer ein. Wer genau hinschaut, kann bei den Zwergenimitationen Stars wie Ian McShane, Nick Frost oder Bob Hoskins entdecken, aber auch die können nichts retten, zumal die für die eigentliche Geschichte doch recht wichtigen Zwerge hier zu absolut unwichtigen Randerscheinungen verkommen. Aber natürlich müssen sie versuchen zu singen, das geht so daneben, dass man selber das gute alte Disney-„Heiho“ anstimmt, um nicht genauer hinhören zu müssen.

Das Projekt hätte sicher Potential gehabt, das Ergebnis ist einfach nur bescheuert. Erschreckend, dass man sogar eine Fortsetzung plant, aber sowas wird ja nie an Qualität festgemacht und Erfolg wird der Film sicher schon aufgrund der leicht zufriedenzustellenden „Twilight“-Fans haben. Für alle anderen dürfte dieser Film einfach nur verschwendete Zeit sein.

Ach ja, noch was! Wieso verwendet man eigentlich inzwischen so viele englische Begriffe, dass es schon lächerlich wirkt. Um dem englischen Titel entgegen zu kommen, heißt die Hauptperson natürlich Snow White und nicht Schneewittchen, aber auch der Jäger wird nicht als solcher bezeichnet oder bei seinem Namen genannt, sonden immer nur als „Huntsman“ gerufen, klingt in den meisten Fällen allerdings mehr wie „Hans Minn“, vielleicht also doch sein Name, wer weiß…

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2 Kommentare

  1. Es ist schon ein Drama, was man als Sommerkino verkaufen möchte.
    Ich fühlte mich nach dem Kinoabend auch um Geld und Zeit betrogen – immer in der Hoffnung, dass es am Ende noch zu einem positiven Gesamteindruck reichen könnte.

    Aber da kann Charlize noch so böse spielen… sie verliert ja (leider). Auch niedlich animierte Tiere bringen nichts.

    Der Film scheitert am Skript. (ich gebe nicht mal K-Stew die Schuld)

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