„Django Unchained“ – Tarantinos saucooler Western!

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Viel Zeit ist seit „Inglourious Basterds“ vergangen, jetzt ist endlich Quentin Tarantinos neuer Film in den Kinos, ein Spaghettiwestern in den Südstaaten von Amerika zu Zeiten der Sklaverei. Wie zu erwarten beginnt schon nach kurzer Zeit ein brutales, blutiges Epos mit tiefschwarzem Humor, optisch und schauspielerisch so cool in Szene gesetzt, wie es eben nur Tarantino kann. Jamie Foxx spielt Django wirklich großartig, auch Leonardo DiCaprio kann als fieser Plantagenbesitzer überzeugen, aber wieder einmal spielt Christoph Waltz als deutscher Kopfgeldjäger alle an die Wand!

Der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz befreit Sklave Django, um mit ihm einen Trupp Gesetzloser zu finden, die nur dieser identifizieren kann. Schnell entwickelt sich eine Freundschaft, die bald eine Partnerschaft wird, denn Django ist ein absolutes Naturtalent, wenn es um das Töten von weißen Kriminellen geht. Schultz stimmt daher auch zu, Djangos Frau Broomhilda zu suchen und zu befreien. Doch die gehört inzwischen dem Plantagenbesitzer Calvin Candie. Django und Schultz entwickeln einen riskanten Plan, um Broomhilda zu retten.

Anlehnungen an die alten Italowestern und einen Hang zu schwarzem Kino gab es immer in Tarantinos Filmen, jetzt hat er gleich einen Western inmitten amerikanischer Sklaverei gedreht, dessen Story zwar recht überschaubar ist, der aber wie immer gerade von seinen coolen Einfällen, den originellen Dialogen und der ein oder anderen Hommage an Westernklassiker lebt. Natürlich ist auch „Django Unchained“ extrem brutal, wie in seinen anderen Film nutzt Tarantino spritzendes Blut wieder sehr oft als Stilmittel. Aber generell kann der Film optisch überzeugen und demonstriert mal wieder, dass nicht immer teure Spezialeffekte nötig sind, um eine Geschichte optisch ansprechend in Szene zu setzen. Musikalisch macht der Film ebenfalls richtig Spaß, Tarantino vermischt einzigartig Ennio Morricone mit Johnny Cash und schwarzem Hiphop, um jeder Szene auch akustisch ihre ganz eigene Note zu verleihen.

Man mag sich fragen, wie Will Smith die Hauptrolle umgesetzt hätte, der war schließlich Tarantinos Wunschkandidat, lehnte aber aufgrund von Bedenken um sein Image ab. Jamie Foxx macht seine Sache gut, aber wie auch bei Leonardo DiCaprio wird zwar gut gespielt, aber man vermisst doch diese außergewöhnliche Darstellung, die sonst nur Tarantino aus Schauspielern rausholen kann. Dass der Regisseur Christoph Waltz, der schon für „Inglourious Basterds“ einen Oscar bekam, wieder einsetzte und ihm die Rolle eindeutig auf den Leib schrieb, machte es dem deutschen Schauspieler sehr leicht, auch hier wieder die besten Sätze und die amüsantesten Momente für sich zu sichern, er macht wieder einfach nur Spaß. Ebenfalls großartig spielt Samuel L. Jackson, der als linkischer Obersklave schon alleine deshalb so gut wirkt, weil er ironischerweise genau gegen seine typischen Rollen besetzt wurde. Leider musste Tarantino auf viele Wunschdarsteller verzichten, und doch findet man neben Don Johnson, Michael Parks und Jonah Hill auch den Regisseur selber mit einem Gastauftritt wieder. Den coolsten Moment hat allerdings Franco Nero, der seinerzeit den Django in vielen Italowestern verkörperte.

„Django Unchained“ mag vielleicht nicht Tarantinos bester Film sein, ein weiterer Geniestreich ist es auf jeden Fall und er dürfte nicht nur Fans seiner Filme begeistern. Das erste Highlight des Kinojahres 2013!

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