„Zero Dark Thirty“ – Auf der Suche nach Osama Bin Laden

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Mit „The Hurt Locker – Tödliches Kommando“ sicherte sich Kathryn Bigelow vor ein paar Jahren den Oscar als beste Regisseurin, mit „Zero Dark Thirty“ ist sie wieder mal auf Oscarkurs. Ihr neuer Film widmet sich der Suche nach al-Qaida-Chef Osama Bin Laden nach den Anschlägen vom 11. September 2001 bis zur Tötung im letzten Jahr. Sie konzentriert sich dabei auf eine junge CIA-Agentin, deren Einsatz maßgeblich daran beteiligt war. „Zero Dark Thirty“ zeigt dabei nicht nur im Detail den finalen Einsatz, sondern auch Folter und Attentate, Bilder, die eine neue Kontroverse bezüglich der Methoden der Amerikaner aufkommen lassen könnten.

CIA-Ermittlerin Maya ist noch nicht lange beim Geheimdienst, engagiert sich aber schon kurz nach den Anschlägen am 11. September 2001 sehr bei der Suche nach dem Drahtzieher Osama Bin Laden, auch wenn ihr die brutalen Foltermethoden ihrer Kollegen zuerst eher auf den Magen schlagen. Doch trotz kleiner Erfolge ist der Gesuchte nicht zu finden, Anschläge der Gegnerseite und Hürden der amerikanischen Bürokratie werfen den Fortschritt weit zurück. Doch Maya will nicht aufgeben und entdeckt ein Haus in Pakistan, in dem offensichtlich eine wichtige Person versteckt wird. Handelt es sich dabei wirklich um Bin Laden und welches ist der nächste Schritt, um dies zu beweisen und damit die Erstürmung des Hauses genehmigt zu bekommen?

Trotz der mitunter recht verstörenden Bilder erzählt der Film die Geschichte relativ nüchtern und unpatriotisch, man weiß nicht, ob man die Vorgehensweisen billigen oder eher verurteilen soll. Allerdings ist der Film sehr spannend gemacht, obwohl man ja schon weiß, wie es ausgehen wird. Getragen wird der Film allerdings von der noch unverbrauchten Jessica Chastain, die die Maya wirklich mit Hingabe spielt und so zur zentralen Identifikationsfigur wird. Generell ist der Film gut besetzt, bekannte Gesichter wie die von Mark Strong, Édgar Ramírez oder James Gandolfini tauchen allerdings nur in Nebenrollen auf.

Interessant ist, dass Kathryn Bigelow schon vor dem Ende von Bin Laden an dem Film arbeitete und das ganze Projekt umarbeitete, nachdem sich plötzlich die Geschichte ein neues Ende vorgab. Für Fans von Politthrillern auf jeden Fall ein interessanter Film, ob er gut genug ist, um die Konkurrenz bei den Oscars zu schlagen, wird man abwarten müssen.

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3 Kommentare

  1. Ich hoffe nicht, dass dieses Werk zum Besten Film gekürt wird. Das würde falsche Signale setzen.
    Ja, der Film ist ein packendes Stück Zeitgeschichte, aber teilweise wird hier Unterhaltung mit Realität verwischt. Das ist an sich kein Kritikpunkt. Nur ist das Thema sehr heikel.

  2. Ein guter Film, dessen Stärke sicherlich darin liegt, die Geschehenisse sehr wertneutral zu zeigen und somit weder am Ende das Ganze als sinnvoll, positiv etc. noch als falsch darstellt. Dazu passt auch, dass der Film fast jedwede Emotionen vermissen lässt und selbst der Protagonistin abseits ihrer Funktion in der Bin-Laden-Jagd kaum ein Innenleben verpasst, um so distanziert und sachlich wie möglich zu bleiben.

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