„Lincoln“ – Spielberg macht Day-Lewis zum Präsidenten!

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Steven Spielberg ist nicht nur für gelungenes Popcornkino bekannt, Filme wie „Der Soldat James Ryan“ oder „Schindler’s Liste“ zeigten bereits Spielbergs Interesse an der Geschichte, dieser Sparte fügt er mit „Lincoln“ ein weiteres Meisterwerk hinzu. Wer hier übrigens ein Porträt des kompletten Lebens des 16. amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln erwartet, könnte enttäuscht werden, der Film widmet sich nur dessen letzten Lebensmonaten. Doch wer Lincoln die Befreiung von der Sklaverei und das Ende des Bürgerkrieges zuschreibt, bekommt einen interessanten Einblick in eben diese Ereignisse.

Präsident Abraham Lincoln hat endlich die Möglichkeit mit den Südstaaten zu verhandeln, um den amerikanischen Bürgerkrieg zu beenden, auf der anderen Seite will er gerade den Zusatzartikel durchbringen, der die Sklaverei abschaffen soll, doch dafür fehlen im Stimmen, die er aus dem generischen politischen Lager braucht, zudem mit dem Hintergrundwissen, dass das Ende des Bürgerkrieges verhindern würde, dass der Zusatzartikel durchkommt. Lincoln muss eine gewagte Strategie anwenden, um an allen Fronten zu gewinnen, denn dieser Weg erfordert unschöne Entscheidungen.

Hierzulande weiß man nicht so viel über die Geschichte Amerikas, aber Abraham Lincoln hat man immer als einen der wichtigsten Präsidenten im Kopf. Ich hatte mir ursprünglich auch einen Film über das gesamte Leben Lincolns gewünscht, doch der Zeitraum, den Steven Spielberg für seinen Film ausgewählt hat, ist vermutlich nicht nur der interessanteste in Lincolns Leben, sondern er bietet die Chance, sich dem Menschen Lincoln und seinem politischen Genie zu widmen, was vielleicht bei einem umfangreicheren Zeitraum nicht so gut möglich gewesen wäre.

Ich mag mich als Geschichtsniete outen, aber mir war nicht klar, dass Lincoln erst in seinen letzten Lebensmonaten Lösungen für die Sklaverei und den Bürgerkrieg fand und schon gar nicht, welche Methoden er dafür anwenden musste. Auch dass Lincoln Republikaner war und die Abschaffung der Sklaverei gegen die enormen Widerstand der Demokraten durchgesetzt werden musste.

Doch der Film kann nicht nur inhaltlich überzeugen, auch optisch ist er rundum gelungen, dank beeindruckender Aufnahmen und Ausstattung wird man einzigartig in die Zeit des Bürgerkrieges zurück versetzt. Doch den letzten Schliff bekommt der Film durch die Darsteller, allen voran Daniel Day-Lewis, der nicht umsonst den Golden Globe für seine Darstellung gewann und jetzt auf Oscar-Kurs ist. Aber auch Sally Field, Tommy Lee Jones, Joseph Gordon-Levitt und James Spader können in ungewöhnlichen Rollen punkten.

„Lincoln“ ist spannender und informativer Geschichts- und Politikunterricht, der absolut überzeugen kann. Vergessen sind die mäßige „Lincoln Verschwörung“ und vor allem die Horrornulpe „Abraham Lincoln: Vampirjäger“, wer etwas über Abraham Lincoln wissen möchte, sollte für diesen Film unbedingt ins Kino gehen.

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