„Man of Steel“ – Übertriebene, lahme Neuauflage!

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Ok, es ist nicht neu, dass Superman mein absoluter Hasscharakter in der Comicwelt ist, da er mit seinem Gerechtigkeitssinn so langweilig und facettenlos daher kommt. Aber ich hatte gehofft, dass „Watchmen„-Regisseur Zack Snyder, inhaltlich durch „Dark Knight„-Regisseur Christopher Nolan unterstützt, auch aus dem Strumpfhosenträger noch was machen könnte. Doch wenn man diese Effektorgie sieht, die nur auf übertriebene Action setzt und dabei jeglichen Realismus oder interessante Charakterbildung außer acht lässt, wünscht man sich doch tatsächlich Christopher Reeve zurück in das blaue Kostüm.

Auf Krypton herrscht Krieg und der Planet steht kurz vor der Zerstörung, als der neugeborene Kal-El von seinem Vater gerettet und auf einen fernen Planeten befördert wird, kurz bevor Krypton zerstört wird. Er landet auf der Erde und wird von einem älteren Ehepaar unter dem Namen Clark Kent großgezogen. Schnell merkt Clark, dass er übermenschliche Fähigkeiten hat, aber versteht es, diese bestmöglich zu verbergen. Doch als er erwachsen ist und ein paar Bösewichte, die die Zerstörung Kryptons überlebt haben, die Erde angreifen, zeigt er sich und seine Fähigkeiten der Öffentlichkeit, um die Welt zu retten.

Die Superman-Handlung war immer doof, Clark setzt eine Brille auf und wird nicht mehr erkannt, selbst Lois Lane ist zu doof, obwohl sie abwechselnd mit seinen beiden Ichs herumläuft. Lustig, dass dieser Film einen völlig anderen Weg einschlägt, man sich aber bei dem Murks fast den alten Trittelplot zurück wünscht. Die Superman-Welt hat eigentlich davon gelebt, dass ein Außerirdischer mit Superkräften in der Welt der normalen Menschen agiert, hier wird eine so unrealistische Science-Fiction-Orgie gezündet, dass man sich echt fragt, wie Zack Snyder „Watchmen“ so gut gelingen konnte.

Und da können auch die prominenten Namen auf der Darstellerliste nichts retten, denn zentral läuft hölzern Henry Cavill als Titelheld herum, ein Muskelpaket ohne jegliche Ausstrahlung. Russel Crowe als Jor-El und Michael Shannon als General Zod haben als einzige etwas Ausstrahlung, Kevin Costner darf als Jonathan Kent nicht mehr als brav daher kommen, Amy Adams nervt nur als völlig überzogenen Kampfamazone Lois Lane, die nichts mit der Vorlage zu tun hat und ob Laurence Fishburne nun Perry White spielt oder in China fällt ein Sack Reis um, für die Qualität des Films ist das alles egal.

Das war’s dann also, nach der netten, plumpen Filmreihe mit Christopher Reeve, ein paar unrühmlichen Fernsehserien und dem total verbockten Reboot „Superman Returns“ ist man mit „Man of Steel“ jetzt ganz unten angekommen. Hätte Zack Snyder sich etwas mehr getraut und den jungen Clark Kent mal den fiesen Mitschülern erst mal eins auf die Fresse geben lassen, nur um dann zu merken, dass er lieber zukünftig Pazifist sein will, wäre das immerhin eine Entwicklung. So ist der Mann mit der Unterhose über der Hose auch hier von grundauf gut, was für einen Charakter wohl langweiliger nicht sein kann. Aber ohne Ausstrahlung hat auch das keinen Wert. Und nur, weil man bei der Zerstörung, die er hinterlässt, immer nur den Blechschaden sieht, heißt das nicht, dass er in diesem Film nicht doch so einige Leben auf dem Gewissen hat.

Fazit: Story mies, Darsteller mies, Action und Effekte zu übertrieben, Kulteffekt absolut nicht vorhanden. Also hängt das Cape bloß wieder in den Schrank und widmet euch wieder den Superhelden mit Potential.

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9 Kommentare

  1. Hi,

    Gott sei dank ist Geschmack subjektiv. Das hier ist die beste Verfilmung seit langem. Es wird endlich gezeigt, warum Crypton untergegangen ist und erkärt warum Superman so überlegt, um nicht zu sagen überlegen handelt – Mit großer Macht geht auch große Verantwortung einher ;-)

    Mag sein, dass mancher hier Superman und alle Charaktere per se für dumm, überzogen patriotisch und stereotyp hält – aber dann muss man auch eine seit den 1930ern erfolgreiche Popkultur einfach so abtun

  2. Ich war aufgrund der ganzen negativen Rezensionen schon fast positiv überrascht, hatte ich was wirklich Grottenschlechtes erwartet. Für Fans dürfte der Film sicherlich ganz nett sein. Ich fand die Herangehensweise interessant und mutig, dass der Film nichts mehr mit Superman zu tun hat, sondern eigentlich eher ein Alien-Invasionfilm ist (der im Nolan-Style jeden Hauch von Leichtigkeit und Humor außen vor lässt) – das täuscht aber nicht über die dann doch zahlreichen Probleme des Films hinweg. Gerade der Anfang war so zusammenhanglos und hat es überhaupt nicht geschafft, einem Clark näherzubringen, sowie das Ende, was man so nun schon sehr oft in letzter Zeit gesehen hat. Ich kann jedenfalls nur noch gähnen, wenn sich irgendwelche Übermenschen sinnlos in Großstädten eine Zerstörungsorgie leisten – erst recht, wenn beide unbesiegbar sind und dennoch stundenlang ohne Effekt aufeinander einprügeln.

  3. Sind mir ehrlich gesagt gar nicht so aufgefallen, aber nachdem ich mir die Kritiken durchgelesen habe, dann schon: Jo, hätten nicht sein müssen (oder mehr thematisiert werden).

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