Kurz kritisiert, Vol. 7: Von Dinos und großen Persönlichkeiten

paureview4Und wieder kommen hier ein paar kurze Rezensionen, größtenteils zu Filmen aus dem letzten Jahr, die ich erst jetzt gesehen habe. Dieses Mal dabei sind „Dinosaurier 3D – Im Reich der Giganten„, „König von Deutschland„, „Die Eiskönigin„, „Hyde Park am Hudson„, „The Counselor„, „Oldboy“ und „Holy Flying Circus„.

Dinosaurier 3D – Im Reich der Giganten
(GB/USA 2013)
Als die BBC damals die erste lebensechte Dino-Dokuserie „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ rausbrachte, war das revolutionär, die Machart und Qualität kann sich noch heute sehen lassen. Leider hat man sich bei dieser späten 3D-Kinoneuauflage zu sehr auf Kinder spezialisiert, nach einer bescheuerten Rahmenhandlung versucht man die Geschichte eines kleinen Pachyrhinosaurus zwar grandios animiert und realistisch darzustellen, aber letzteres scheitert schon an der Mimik und dem Verhalten der Dinosaurier, schließlich sollte es hier ja ein Spielfilm und keine Doku werden. Und auch wenn die Dinos nicht die Lippen bewegen, nerven die Dialoge, vor allem die prägnante Stimme von Otto als erzählender Urvogel. Gutes Potential durch kindliche Machart leider vergeigt.

König von Deutschland (D 2013)
Olli Dittrich ist ein grandioser Typ, der hier mal wieder zeigen darf, dass er als Darsteller mehr als Dittsche oder RTL Samstag Nacht zu bieten hat. Klasse spielt er den aus Umfragen ermittelten durchschnittlichsten Deutschen, den eine Medienfirma fortan rund um die Uhr beobachtet, um so Politik, Kultur und andere gesellschaftliche Interessen auf die Masse ausrichten zu können. Doch als der Beobachtete plötzlich erkennt, welches Spiel mit ihm gespielt wird, dreht er den Spieß um. Toller Dittrich, originelle Idee, nette Umsetzung – kein Überflieger, aber für Dittrich-Fans ein Muss.

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (USA 2013)
Da ich „Rapunzel – Neu verföhnt“ streckenweise sogar ganz lustig fand und „Die Eiskönigin“ sogar den Oscar für den besten Animationsfilm erhalten hat, habe ich ihn dann doch noch geschaut. Doch leider ist dieser Film wieder nur grausige Disney-Massenware mit ständigem nervigem Gesinge, einer wenig originellen Handlung mit viel „verliebte Prinzessin“-Anteil und wenigen wirklich gelungenen, lustigen Momenten. Die besten Szenen gehören einem Schneemann, der typisch für Disney als kleines, lustiges Wesen plump in die Handlung gequetscht wurde. Also alles wieder beim Alten, Animationsmassenware für Anspruchslose, meiner Meinung nach ohne jeden Grund mit einem Oscar ausgezeichnet worden.

hydepark-gHyde Park am Hudson (USA 2012)
Bill Murray wird für die meisten ein Komiker der 80er bleiben und doch versucht er sich immer wieder auch als Charakterdarsteller. Wirklich grandios gelingt ihm das in diesem Film, wo er den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt spielt, der 1939 nicht nur den britischen König und seine Frau empfängt, sondern sich auch die Zeit mit einer Geliebten vertreibt. Toll gespielt und sowohl inhaltlich als auch optisch gut inszeniert, ein ganz spezieller Blick in die amerikanische Geschichte mit einem großartigen Bill Murray.

counselor-gThe Counselor (USA 2013)
Regisseur Ridley Scott dreht einen Thriller mit Michael Fassbender, Penelope Cruz, Cameron Diaz, Javier Bardem, Brad Pitt und Bruno Ganz, was für eine Mischung – und heraus kommt nur Müll. Der Film über einen Rechtsanwalt, der bei einem Drogendeal mitmischen will, welcher tierisch in die Hose geht, zieht sich wie Kaugummi, die Handlung ist wirr und die Dialoge mehr anstrengend als cool und außer Cameron Diaz kann schauspielerisch keiner wirklich punkten. Also bloß nicht von den Namen blenden lassen und einen Bogen um den Film machen.

Oldboy (USA 2013)
Die koreanische Vorlage ist vermutlich einer der besten asiatischen Filme überhaupt und da sich Spike Lee bei seinem Remake mit Josh Brolin, Samuel L. Jackson und Elizabeth Olsen in vielen Punkten nah an der Vorlage hält, ist der Film zwar kein Desaster, aber wird der Vorlage trotzdem nicht wirklich gerecht. Für Fans der Vorlage im Vergleich mal ganz nett anzuschauen, ansonsten muss man das Remake nicht gesehen haben. Wirklich Spaß macht allerdings mal wieder Josh Brolin, der sich hier richtig austoben darf.

Holy Flying Circus (GB 2011)
Wenn man einen Film über Monty Python in Form eines Python-Films ohne die echten Pythons dreht, kann man sich schon denken, dass das nur in Ansätzen gelingen wird. Doch da die BBC für diesen Film über die Probleme und den Widerstand, den die Komikertruppe bei der Veröffentlichung von „Das Leben des Brian hatte“, tatsächlich ähnlich aussehende Schauspieler finden konnte, die auf realen Geschehnissen beruhende Handlung gerade für Fans nicht uninteressant ist und der Klamauk immer noch knapp an Peinlichkeit vorbeischrammt, ist „Holy Flying Circus“ tatsächlich ein Geheimtipp für Fans von Monty Python, die hier einen interessanten neuen Einblick erhalten.

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