„Rogue One – A Star Wars Story“ – Gelungener Fanfilm!

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Als erstes von vielen Star-Wars-Spin-offs fährt Disney mit „Rogue One“ klar die Strategie „anders, aber bloß nicht zu anders“. Dabei schafft es Regisseur Gareth Edwards, aus dem dünnen Plot einen Film zu machen, der das Star-Wars-Universum sinnvoll erweitert und greifbar macht. Und dies auch tonal, ist der Film klar an ein älteres Publikum gerichtet und hat mehr von einem dreckigen Kriegsfilm mit unklarer Schwarzweiß-Zeichnung als einem spaßigen Weltall-Abenteuer. Einige Chancen verspielt der Film leider, so dass man mit den Figuren niemals wirklich mitfiebern kann, aber insgesamt bietet „Rogue One“ einen erfrischenden Blick und fügt dem Franchise neue Facetten hinzu. Dabei verlässt sich Edwards auf markante Star-Wars-Elemente, gibt sich selbst als Fanboy zu erkennen und kann letztlich gut unterhalten.

Inhalt

Jyn Erso (Felicity Jones) wird von der Rebellion gegen das galaktische Imperium angeheuert, als bekannt wird, dass ihr Vater Galen Erso (Mads Mikkelsen) zwar maßgeblich an der Entwicklung einer bedrohlichen Superwaffe des Imperiums, des Todessterns, beteiligt ist, aber Kontakt zur Rebellion herzustellen versucht. Fortan versucht eine Schar Freiheitskämpfer unter Führung vom kompromisslosen Cassian Andor (Diego Luna) und unter Beteiligung des umprogrammierten imperialen Droiden K-2SO (Alan Tudyk), des machtsensitiven Mönchs Chirrut Imwe (Donnie Yen), seinem Begleiter (Jiang Wen) und des eximperialen Piloten Bodhi Rook (Riz Ahmed), die Pläne des Todessterns in ihre Finger zu bekommen. Insbesondere Direktor Krennic (Ben Mendelsohn) ist jedoch drauf und dran, die Rebellen an ihren Plänen zu hindern, den Todesstern einzusetzen und in den Rängen des Imperiums aufzusteigen …

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Rezension

Die Review bezieht sich auf die englische Originalversion des Films und enthält Spoiler.

Die Figuren und Schauspieler sind solide

„Rogue One“ hat hinsichtlich seiner Figuren Solides mit Luft nach oben zu bieten. Interessant ist, dass der Cast für einen Mainstreamfilm mutig divers ist (die vielfältigen Akzente gehen in der Synchronisation leider völlig verloren).

Felicity Jones ist zufriedenstellend in ihrer Rolle, zwar hat sie nicht besonders viel Charisma, aber sie nervt auch nicht, wie es die Trailer befürchten ließen. Diego Luna hingegen ist klasse und bietet eine interessante und ambivalente Figur, über die man gerne noch mehr erfahren hätte.

Die beiden asiatischen Jungs (für den immer wichtiger werdenden chinesischen Markt) bleiben Nebenfiguren mit nettem Ansatz, aber ohne viel Tiefgang und sind in meinen Augen etwas zu übertrieben cool geraten – gerade für einen sonst eher realistisch angelegten Film. Es ist aber eine nette Idee, auf diese Weise die Macht in den Film zu bringen, ohne Jedis vorkommen zu lassen. Riz Ahmed hingegen kann seinem Ex-Imperiumspiloten Sinn verleihen und ist sympathisch. Mads Mikkelson hat nicht viel Screentime, kann aber in seiner Rolle überzeugen. Seine klar an den „Vater der Atombombe“ Oppenheimer angelehnte Figur ist interessant und die komplizierte Vergangenheit zwischen ihm und Krennic scheint spannend.

Und Director Orson Krennic wird wirklich großartig von Ben Mendelsson verkörpert. Er liefert einen neuen, fiesen und widerlichen Bösewicht ab, ohne es dabei zu übertreiben. Mit dessen stetigem Bemühen, in den imperialen Rängen aufzusteigen und Karriere zu machen, wirkt er menschlich bis armselig und gleichzeitig diabolisch-sadistisch. Sehr gelungene Figur und großartige Performance!

Ansonsten ist da noch der neue Fan-Liebling K-2SO, der als Mischung aus Chewbacca und C-3PO der Comedy-Sidekick des Films ist. Allerdings hält sich der Humor in Grenzen und ist kein plumper Slapstick, sodass man damit leben kann. Sicherlich sind einige seiner Fun-Momente bei den umfangreichen Nachdrehs hinzugekommen, aber nie wirken Szenen oder Humor-Einlagen wirklich fehl am Platz.

Einzig Forest Whitakers Figur (aus „Rebels“) ist ein Griff ins Klo. Neben dem gnadenlosen Overacting sind auch die nicht nachvollziehbaren Motivationen ein Problem für die Figur. Warum er sich plötzlich grundlos töten lässt, bleibt bei dieser Karikatur völlig offen.

Insgesamt ist es mutig, so viele neue unbekannte Figuren auftreten zu lassen und sich nicht auf drei Hauptpersonen zu beschränken. Leider hat man so aber bei fast allen das Gefühl, zu wenig über sie zu erfahren. Bei eingigen ist das schade (großartige Charaktermomente wie jener, als Cassian Jyn anlügt und sich anschließend nicht dafür rechtfertigen möchte, sind rar), andere Figuren wirken dadurch schlicht platt.

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Atmosphäre und Spannung bleiben teilweise auf der Strecke

Die Stärken des Films liegen somit weniger bei den Figuren, sondern der Visualität und der Erweiterung der Star-Wars-Welt. Dass man sich generell viel Zeit für die Figuren lässt und es bis zum Finale kaum Actionszenen gibt, hat mich überrascht und ist eindeutig zu begrüßen.

Schade nur, dass es sich nicht richtig ausgezahlt hat, kommen einem die Figuren trotzdem nicht wirklich nahe und schafft es Edwards auch nicht so gut wie erhofft (und wie bei „Godzilla“ demonstriert), Atmosphäre und Spannung aufzubauen. Wie habe ich mich darauf gefreut, zu sehen, wie der Todesstern die Hauptstadt von Jedha zerstört. Ich dachte, dass dies bombastisch aufgebaut werden würde, und war enttäuscht, es eher spannungsarm abgehandelt zu sehen.

Die Action an sich, insbesondere die Raumschlacht und die Strandschlacht des Finales, ist allerdings toll in Szene gesetzt. Der letzte Akt ist insgesamt klar der beste und weitgehend rund. Strukturell wirken Akt I und Akt II hingegen etwas holprig. Gerade am Anfang wird gnadenlos Planeten-Hopping betrieben, ohne dass dies inhaltlich wirklich einen Mehrwert bietet.

Ein visuelles Meisterwerk

Das Visuelle ist klar das beste Element des Films. Gareth Edwards hat ein fantastisches Auge für Bilder. Die Eingangsszene mit weißem Krennic neben schwarzen Death-Troopern (Vader und Sturmtruppen invertiert) kann man als Paradeszene für den großartigen Blick des Regisseurs nehmen. Ihm ist es erstaunlich gut gelungen, das Star-Wars-typische Design zu ergründen und darauf aufbauend neue Dinge zu kreieren, die perfekt mit der alten Trilogie harmonieren.

Dennoch sollte der Film bewusst anders als die Trilogie-Filme werden: Er sollte stärker in der Realität verankert und weniger fantastisch sein. Düstere Kriegsrealität statt schicksalsschwerer Jedi-Spiritualität. Dass in Island, Jordanien, Guatemala und selbst den Malediven gedreht wurde, macht sich besonders bezahlt: Der Film sieht real aus und nie nach billiger Kulisse oder Greenscreen-Kammer. Damit hat er visuell auch „Force Awakens“ etwas voraus.

„Rogue One“ zeigt dabei im wahrsten Sinne des Wortes neue Perspektiven des Universums, denn wie in „Godzilla“ wird das Geschehen fast durchgehend aus Sicht der Figuren gefilmt. Auch wacklige Handkamera wird dabei eingesetzt, ohne zu stören. Damit wird ein bei „Star Wars“ noch nie dagewesener Blick auf die Welt gezeigt, der dem realistischeren Grundton des Films entspricht. Bekannte Elemente werden auf neue Weise inszeniert und dadurch wieder interessant. Stormtrooper und AT-ATs an Palmenstränden? Why not!

Umso trauriger stimmt es mich, dass ein Großteil der Szenen aus den Trailern nicht im Film vorkommt (was den umfangreichen Änderungen, insbesondere des Finales, durch die Nachdrehs verschuldet ist). Viele der besten, atmosphärischen und perfekt komponierten Bilder (z. B. Krennic schreitet durch das Nachkriegsgeschehen am Strand) haben es so nicht in den Final Cut geschafft.

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Tolles Worldbuilding trotz kleiner Story

Begeistert hat mich, dass Edwards diesen visuellen Realismus auch inhaltlich unterstützt: Rebellen werden durchaus moralisch fragwürdig gezeigt und weitaus weniger heldenhaft als in der Trilogie, während die imperialen Krieger stärker wie Menschen und nicht (nur) als gesichtsloses Kanonenfutter inszeniert werden. Während Finn in „Force Awakens“ von einer Sekunde auf die andere vom gleichgeschalteten Stormtrooper zum geschwätzigen Funnyboy wird, sieht man hingegen in „Rogue One“, wie Rook mit sich hadert, das Imperium zu hintergehen und sich der Rebellion anzuschließen.

Ursprünglich hatte ich erwartet, „Rogue One“ wird ein netter kleiner Heist-Movie (was auch gut hätte werden können!). Umso begeisterter aber war ich zu sehen, dass Edwards die dünne Ausgangsstory genutzt hat, um ordentlich Worldbuilding zu betreiben. Die vielen neuen Planten und Orte wirken real und die Unterdrückung durch das Imperium wird erstmals wirklich greifbar.

Jedha als umkämpftes Space-Israel ist eine besonders interessante Angelegenheit: Es ist ein neuer machtstarker Ort, der von vielen machtsensitiven Gruppen verehrt wird. Ebenso werden die geheimnisvollen ‚Whills‘ als Hüter der Tempelkristalle erwähnt. Auch wird erstmal in den Kanon aufgenommen, dass Lichtschwerter einen Kyber-Kristall benötigen.

Die Idee, dass auch das Imperium diese Kristalle für den Todesstern-Laser braucht und in großem Umfang Minen ausnimmt, ist genial! Weiterhin sieht man Raffinerien und Großproduktionsstätten des Imperiums. Dessen Größe und Macht, der Aufwand des Todessternbaus sowie die Unterdrückung der Menschen werden aus Sicht der einfachen Leute gezeigt und glaubhaft dargestellt.

Dass es Edwards schafft, sowas aus der kleinen Story zu machen und damit die bekannten Teile sinnvoll zu erweitern, zeigt, mit wie viel Herz und Insiderwissen der Regisseur an die Sache gegangen ist.

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Gelungene Integration ins Star-Wars-Universum

Damit ist Edwards weitgehend gelungen, was George Lucas mit den Prequels gehörig gegen die Wand gefahren hat: Kontinuität zu den alten drei Filmen wahren. Als Einschränkung ist lediglich die Tatsache zu nennen, dass Leia bei der Schlacht anwesend ist und Darth Vader direkt gesehen hat, wie die Tantive IV flieht. Doch während die Prequels an zahlreichen Stellen den Originalfilmen widersprechen, passt sonst alles, was in „Rogue One“ geschieht, nicht nur zur Original-Trilogie, sondern er macht diese sogar schlüssiger!

Hat man sich schon immer gefragt, wieso der Todesstern so einfach zerstört werden kann, erfährt man nun, dass diese Schwachstelle extra eingebaut wurde. Fragte man sich, wieso die Pläne von Leia nicht schnell versendet werden, gibt es nun die Erklärung: Die Datenmenge ist einfach zu groß, um sie problemlos durchs Weltall zu senden.

Auch das Problem, neue Schiffe und Einheiten auszudenken, aber logisch zu erklären, warum diese nie in den anderen Filmen vorkommen, hat Edwards gelöst: Das U-Wing ist nur ein Truppentransporter, die blaue X-Wing-Staffel wird auf Scarif zerstört, der TIE-Striker ist nur für Atmosphäreneinsatz, die Shore-Trooper sind für den Strandeinsatz und die AT-ACTs sind bewaffnete Frachttransporte. Die Death-Trooper als Krennics Elite-Einheit sterben und der gesamte Rebellentrupp, der die Pläne stiehlt, ebenfalls. Das Ende geht reibungslos in „A New Hope“ über.

Doch Edwards vergisst sogar die Prequel-Trilogie nicht und lässt erneut Jimmy Smits als Bail Organa und Genevieve O’Reilly als Mon Mothma auftreten. Selbst der tragische Aspekt von Anakin Skywalker wird kurz fortgeführt, als man seinen traurigen, verstümmelten Körper im Bacta-Heilungstank sieht. Auch hier hat Edwards etwas aus dem Expanded-Universe zum Kanon gemacht: Vaders Festung auf Mustafar.

Alleine diese reibungslose Integration trotz Hinzufügen vieler neuer Elemente etc. ist ein Kunststück von Edwards und lässt George Lucas‘ Prequel-Filme umso mehr stümperhaft wirken.

Dass Edwards selbst Fanboy ist (er ist als Jugendlicher zu den Originaldrehorten in Tunesien gereist und hat dort blaue Milch getrunken), zeigt sich an Details: Die Sternzerstörer sowie Vaders Helm/Anzug mit roten Augen sind klar an „Episode 4“ angelehnt, nicht an „Episode 5 und 6“. Nur eingefleischte Fans werden dies überhaupt erkennen.

Fanservice oder zu wenig Star Wars?

Trotzdem sind viele anscheinend der Meinung, der Film bietet zu wenig Star-Wars-Feeling. Ich hingegen hätte mir gewünscht, dass sich der Film noch mehr Eigenständigkeit getraut hätte. Disney wollte etwas Neues wagen, aber eben bloß nicht zu neu.

Stellvertretend steht dafür die Titeleinblendung: Sie findet zu einem neuen Zeitpunkt statt, aber wieder in gelber Schrift vor Sternenhimmel mit Musikuntermalung, die zwar nicht die Titel-Fanfare ist, aber daran angelehnt. Das ist halbherzig – dann doch bitte eine ganz andere zum Film passende Titeleinblendung.

Es war einmal in einer Galaxis? Check. Opening Crawl? Nein. Erste Einstellung Sternenhimmel mit Schwenk? Check. Wischblenden? Nein. Dafür neue Planetennamen-Einblendungen und Rückblenden. I have a bad feeling about this? Check. Typisches Ende mit Kreisblende und Abspannmusik? Check.

Auch musikalisch ist der Film eine Enttäuschung. Die Untermalung der Trailer war genial, sodass ich mich sehr darauf gefreut habe, „Star Wars“ in völlig neuen Variationen und nicht von John Williams zu hören. Die Musik blieb dann aber doch sehr blass ohne markante Themen, war aber trotzdem an Williams angelehnt. Immerhin widersteht man, oft auf alte Themen zurückzugreifen. Sehr schade, ich hatte mich wirklich auf einen frischen und andersartigen Score gefreut und nicht diesen gesichtslosen Abklatsch.

Auch liefert Edwards schon zu viele Fanservice-Momente ab: blaue Milch, Schachspiel, tanzende Oola, Ponda Baba und Dr. Cornelius Everzan aus der Mos-Eisley-Bar, AT-ST, imperialer Suchdroide, Droide aus Jawa-Sandcrawler und zahlreiche Cameos, z. B. ein total überflüssiger von C-3PO und R2-D2. Das wirkt dem Bestreben, einen eigenständigen, andersartigen Film zu machen, völlig entgegen.

Vaders Alleingang-Gemetzel am Ende war dann tatsächlich der feuchte Traum eines jeden Hardcore-Fans und hat mich in seiner Überdramatik aus dem ansonsten eher realistisch gehaltenen Film gerissen. Weniger wäre da mehr gewesen. Ist an sich ja schön und gut, Vaders Brutalität auf Film zu bannen, aber dass er ohne Sturmtruppen alleine das Schiff entern will, lässt ihn dann doch eher zum überirdischen Superhelden als brutalem Schlächter werden.

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Auferstehung von Tarkin und Leia

In diesem Kontext ist über die umstrittene Wiederkehr einer besonderen Figur zu reden. Während Gold-Leader und Red-Leader mittels Archivaufnahmen gelungen wieder zum Leben erweckt worden sind, hat man bei Grand Moff Tarkin und Leia auf CGI-Köpfe gesetzt. Und das ist leider ziemlich mies geworden.

Tarkin sieht niemals real aus, sondern ist durchgängig als animiert zu erkennen (seine OT-Stimme ist hingegen erstaunlich gut gelungen!). Auch wenn es inhaltlich Sinn macht, dass er vorkommt: Entweder die Technik ist so weit oder eben nicht. Da Zweiteres offensichtlich der Fall ist, hätte man lieber keine oder weniger Szenen mit Tarkin machen und ihn nicht in Großaufnahme zeigen sollen.

Gleiches gilt für Leias Cameo zum Schluss: Hätte man nur eine Einstellung gewählt, in der sie kleiner im Bild gewesen wäre, und das CGI wäre gut genug gewesen. So ist es wirklich ärgerlich, reißen einen diese Momente immer wieder aus dem Film.

Ist „Rogue One“ besser als „Force Awakens“?

Witziger Weise haben „Rogue One“ und „Force Awakens“ genau entgegengesetzte Stärken und Schwächen. Während „Rogue One“ aus seinem inhaltlichen Korsett unerwartet stark ausbrechen kann und dem Universum neue Facetten gibt, hat sich „Force Awakens“, der inhaltlich alle Möglichkeiten der Welt hatte, als inhaltliche Kopie von „Star Wars 4“ entpuppt und kaum Neues zu bieten.

Während ich „Rogue One“ visuell und in Hinblick auf die Integration ins Universum sowie die Verbindung aus bekannten und neuen Elementen als den klar besseren Film sehe, gelingt es ihm trotz komplex angelegter Figuren nicht richtig, ihnen Charme zu verleihen. Edwards schafft das schon besser als in „Godzilla“, aber es wird (wieder) deutlich, dass er trotz visuellem Genie für die Figuren kein goldenes Händchen hat.

In „Force Awakens“ ist es andersherum: Feige kopiert man mit einer streckenweise dummen und unlogischen Story „Episode 4“ und lässt wieder X-Wings, TIE-Fighter und den Millennium Falcon fliegen. Dennoch gelingt es deutlich mehr, den Figuren Herz und Charisma zu geben und mit ihnen mitfühlen zu lassen. In „Episode 7“ war man trotz all seiner Schwächen emotional involvierter als in „Rogue One“.

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Über die Zukunft von Star Wars

Sollte „Rogue One“ positiv aufgenommen werden, wird Disney hoffentlich mehr Experimente wagen. Dankenswerterweise hat man Edwards bereits eine (unerwartet) große Freiheit gelassen, aber die – bis heute – anhaltenden Diskussionen um Kleinigkeiten wie die Tatsache, ob es richtig war, den Opening Crawl wegzulassen, zeigt, wie nervös man doch ist, von der bewährten Star-Wars-Formel abzuweichen.

War man als Zuschauer vor „Force Awakens“ enthusiastisch, X-Wings und TIE-Fighter mit moderner Technik nach 30 Jahren wieder (oder in meinem Fall erstmals) auf der Leinwand zu sehen, stellen sich in dieser Hinsicht bei mir bereits nach zwei Filmen der Disney-Star-Wars-Offensive Ermüdungserscheinungen ein. Star Wars ohne X-Wings, TIE-Figher, Stormtrooper und Lichtschwerter? Vielleicht wagt man es in Zukunft. „Rogue One“ hat dafür einen guten ersten Schritt gemacht.

Nun muss Rian Johnson “Episode 8” in eine frische, innovative Richtung führen. Da das künstlerische Korsett der Trilogie-Filme aber anscheinend enger als bei den Spin-off-Filmen ist, darf man vorsichtig skeptisch sein.

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Fazit

„Rogue One“ schafft es grandios, visuell den Star-Wars-Kern bis ins Detail einzufangen, aber dennoch das Universum zu erweitern und in einem neuen Licht zu zeigen. Das Pacing ist am Anfang nicht ganz rund, auch die Figuren bleiben zum Teil leider etwas oberflächlich und das Ende der Geschichte kennen wir ohnehin seit 40 Jahren. Aber der Film bietet einen neuen, realistischeren, ernsteren, weniger in Gut und Böse aufgeteilten Weltraumkrieg aus Perspektive der einfachen Leute. Große Raumschlachten, Aliens und zahlreiche inhaltliche und visuelle Verweise auf die bekannten Filme lassen aber niemals vergessen, dass wir „Star Wars“ sehen. So sehr (und durch viele Fanservice-Momente), dass ich mir gewünscht hätte, der Film hätte sich noch stärker von den anderen Filmen emanzipieren dürfen. Es ist nicht der perfekte Spin-off-Film, den ich mir gewünscht hätte, aber er ist insgesamt doch ziemlich zufriedenstellend.

Bildergalerie

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4 Kommentare

  1. Hab mir nun auch mal Rogue One angeguckt…
    Und dafür dem bekackten Cinemax 16 (Sechzehn!!) Euro in den Rachen geworfen… Neuerdings wollen die Schweine auch 1 € für diese bekloppten 3D-Brillen haben, nur um am Ausgang Behälter aufzustellen, die dreist dazu auffordern, man solle die Scheiße nach dem Film da doch bitte reinwerfen. Kann man sowas bitte zur Anzeige bringen?! Ich frage mich gerade sowieso, wie es mir überhaupt passieren konnte, wider aller bisher mühsam erworbener Kinoweisheit, in einen 3D-Film zu gehen…!!! Und dann auch noch ins verschissene Cinemax, wo man erst einmal 45 Minuten lang mit einer Dauerwerbesendung übelster Sorte penetriert wird, am liebsten dem dumpfen Dübel zu seiner rechten wegen pausenloser Stumpfsinnigkeit das Maul verbieten möchte, wie nicht zletzt aufpassen muss, nicht jedem persönlich eins aufs Maul zu geben, der/die/das es wagt, beim Eisverkäufer die verdreckte Flosse zu heben, sobald der mit seinem bekackten Bauchladen im Kinosaal erscheint. Ausgebuht, mit Tomaten beschmissen, geteert und gefedert sowie als Exempel am Dachgibel aufgeknöpft gehört so einer, Verbrecher! So, und um das hier jetzt endlich und ein für alle mal klarzustellen, ihr Artikulations-Analphabeten: Das heißt cinema (sic) nicht cIIIIInema ergo auch nicht cIIIInemax oder auch cIIIIInestar sondern wenn überhaupt cinemax und cinestar, ja, genau, wie mans schreibt, also bitte verschont uns mit eurer marketing-getrieben Volksverdummung! Schwachköpfe! Aber zurück zur verschissenen 3D-Brille: Die Augen brennen wie Scheiße und das gesamte Bild geht in einem unscharfen Brei aus Flackern und Wackeln den Bach runter, würdig einer VHS-Kassette der ersten Generation! Was ist der Nutzen, HD 4K und sonst sonen Schrott zu erfinden, nur um es dann mit 3D gänzlich zur Un-kennt-lich-keit zu runinieren?! Bekackte verschissene Scheiße!!!

    … joa, anonsten, geringfügig durch Begleiterscheinungen in Mitleidenschaft gezogen, gebe ich dem Film mal folgendes Urteil:

    media.giphy.com/media/TXmwHE2od7TgI/giphy.gif

  2. Klingt nach einem entspannten Kinobesuch. Ich hätte ja auch gerne noch etwas mehr über deine Filmbewertung erfahren! ;)

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