Kurz kritisiert 16: Von Rennwagen, Rockstars und Revolvern!

Und hier kommt die erste Reihe von Kurzrezensionen im neuen Jahr, neben einigen Direct-to-DVD-Projekten habe ich tatsächlich mal die letzten Filme der „Fast and Furious“-Reihe nachgeholt. Insgesamt widme ich mich dieses mal den Filmen „Toni Erdmann“, „Ordinary World“, „Das Duell“, „Free State of Jones“, „Fast and Furious 5“, „Fast and Furious 6“, „Fast and Furious 7“, „Wer aufgibt ist tot“, „Sausage Party“ und „Ritter Rost – Eisenhart und voll verbeult“.

Toni Erdmann
(D 2016)
Die Tragikomödie mit Peter Simonischek und Sandra Hüller ist wirklich sehr speziell, das Zusammenspiel eines schrägen Vaters voller absurder Ideen und seiner auf Karriere getrimmten Tochter sucht seinesgleichen und daher wurde daher auch international sehr positiv aufgenommen und für Filmpreise nominiert. Der Humor der Films, der in erster Linie vom schrägen alter Ego des Vaters mit schiefem Gebiss und grausiger Perücke ausgeht, wird dabei nie peinlich. „Toni Erdmann“ bringt einen zum Grübeln über den Sinn des Lebens und das, was man damit anfangen sollte, allerdings ist der Film wirklich nur was für Fans spezieller Filme. Trotzdem ist bereits ein US-Remake mit Jack Nicholson im Gespräch.

Ordinary World
(USA 2016)
„Green Day“-Frontmann Billie Joe Armstrong spielt einen 40jährigen Vater, der in einer Midlife Crisis darüber nachdenkt, ob es richtig war, seine Musikerkarriere für die Familie aufzugeben und versucht sich mit eine Party wieder wie früher zu fühlen. Leider läuft nichts so, wie er sich das vorgestellt hat und er scheint jeden nur noch mehr zu enttäuschen. Ein netter Musikfilm, mehr aber auch nicht. Der Titelsong ist aber ein echtes Highlight von Billie Joe Armstrong.

Das Duell
(USA 2016)
Texas Ranger Liam Hemsworth will Sektenführer Woody Harrelson überführen, weil dieser seinerzeit für den Tod vom Vater des Rangers verantwortlich war, doch dessen Sekte hält zu ihm. So könnte man den Plot des Westerns zusammenfassen, in dem Harrelson mal wieder so richtig das charismarische Arschloch rauslassen darf. Mitunter recht spannend, aber insgesamt nichts wirklich Besonderes, daher bei uns auch gar nicht erst im Kino gelaufen.

Free State of Jones
(USA 2016)
Und selbst Matthew McConaughey schafft es nicht immer ins Kino, dieses Bürgerkriegsdrama über einen desertierten Weißen, der sich mit Sklaven und anderen Deserteuren zusammentut und eine Revolte gegen die Südstaaten anzettelt, kam auch nicht auf die große Leinwand. McConaughey spielt zwar klasse und die auf wahren Begebenheiten beruhende Handlung ist auch sehr interessant, aber irgendwie kann einen der Film nicht richtig fesseln. Zudem will sich die Rahmenhandlung mit einem viele Jahre späteren Gerichtsprozess nicht so richtig in das Gesamtkonstrukt einfügen.

Fast and Furious 5
(USA 2011)
Acht Jahre, nachdem ich „Fast & Furious 4“ gesehen habe, habe ich das Franchise endlich weitergeschaut. Ab Teil 5 ist neben dem alten Team um Vin Diesel und Paul Walker jetzt noch Dwayne Johnson mit von der Partie, die Autorennen weichen einer politisch augehauchten Heist-Story, deren Verfolgungsjagden aber tatsächlich wirklich weiter Spaß machen.

Fast and Furious 6
(USA 2013)
Die nächste Fortsetzung setzt dann so langsam die letzten logischen Grundsätze der Physik außer Kraft, das macht die wilden Fahrten und Kämpfe noch verrückter, steigert aber auch weiter den Unterhaltungswert. Zudem kommt Michelle Rodriguez zurück, Luke Evans darf mitmischen und Jason Statham steigt in das Franchise ein. Tatsächlich keine Ermüdungserscheinungen und in punkto Automovies immer noch der beste Tipp.

Fast and Furious 7
(USA 2015)
Der tragische Autounfall von Paul Walker macht auf der anderen Seite den siebten Teil der Reihe filmtechnisch sehr interessant, war der Film doch gerade mal zur Hälfte abgedreht. Trotzdem ist es den Machern gelungen, mit Doubles, raffinierten Schnitten und gut eingesetztem Archivmaterial den Film wirklich rund zu machen und Walker einen tollen Abschied zu schenken. Ansonsten setzt der Film wieder einen drauf, was Fahrzeuge und Action angeht, zudem fügt sich auch Kurt Russell gut ins Franchise ein. Der siebte Teil rockt einfach, wenn man den Kopf ausschaltet und die Actionszenen nicht hinterfragt. Für den siebten Teil einer Reihe schon ein Ritterschlag, wenn man sich tatsächlich noch auf den nächsten Teil freut.

weraufgibtWer aufgibt ist tot!
(D 2016)
Bjarne Mädel hat bereits in „Stromberg“ und „Der Tatortreiniger“ gezeigt, was für ein außergewöhnlich wandlungsfähiger Schauspieler er ist. In dieser TV-Produktion darf er jetzt „Und täglich grüßt das Murmeltier“-mäßig immer wieder seinen Todestag durchleben und ihn zu verbessern versuchen, was allerdings meistens nach hinten losgeht. Bjarne Mädel überzeugt wie immer, die Handlung ist in Ordnung, doch die letzte Einstellung kostet einen Punkt, da sie eigentlich den Film kaputt macht. Trotzdem ein weiterer Beweis dafür, dass man von Bjarne Mädel noch so einiges erwarten kann.

Sausage Party – Es geht um die Wurst!
(USA 2016)
Männer sind schließlich auch nur Kinder, also erdachten die Verrückten um Seth Rogen den ersten Animationsfilm mit R-Rating, in dem sich Würstchen im Supermarkt endlich nach der Vereinigung mit den sexy Brötchen sehnen, bis eine herausfindet, dass die Lebensmittel nach dem Supermarkt nicht das Paradies sondern Hölle und Tod erwartet. Das ist größtenteils sehr zotenüberladen inszeniert, hat aber hier und da auch seine guten Gags zu bieten. Insgesamt sicher ein interessanter Versuch, das Animationsgenre vom Kinderimage wegzuführen.

Ritter Rost – Eisenhart und voll verbeult
(D 2012)
Zu guter Letzt noch ein Tipp für die ganz Kleinen, denn das erste Kinoabenteuer von Kinderserienstar Ritter Rost mit der Handlung um einen bösen Ritter, der mit seinen neumodischen Maschinen das Schrottland übernehmen will und dem sich Ritter Rost und seine Freunde gemeinsam entgegenstellen, ist lustig und auch für Dreijährige nett anzusehen und nicht zu spannend oder gruselig. Der zweite Teil läuft seit Januar 2017 bei uns im Kino.

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