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Basierend auf einem Teilstück eines prämierten Theaterstücks von August Wilson über das Leben von Afroamerikanern im 20. Jahrhundert hat Denzel Washington nicht nur als Hauptdarsteller sondern auch als Regisseur einen gelungenen Film gemacht, dem man seine Theaterherkunft deutlich anmerkt. So spielt „Fences“ fast ausschließlich im selben Hinterhof und lebt in erster Linie von seinen Dialogen. Der Film verdeutlicht nicht nur die Schwierigkeiten, mit denen Farbige in den 50ern zu kämpfen hatten, sondern erzählt auch eine sehr emotionale Familiengeschichte, die dank zahlreicher Wendungen immer wieder aus der Bahn geworfen wird. Trotz zahlreicher Nominierungen gab es hier am Ende nur einen Oscar für Nebendarstellerin Viola Davies.

Inhalt

Troy Maxson (Denzel Washington) arbeitet in den 50ern als Müllmann, trauert aber seiner Karriere als Baseballspieler nach. So hat er zwar ein abbezahltes Haus, ein festes Einkommen und mit Rose (Viola Davis) eine ihn liebende Ehefrau, doch Troy bleibt unzufrieden. Mit seinem Sohn Cory (Jovan Adepo) gerät er regelmäßig aneinander, vor allem, weil dieser auch eine Sportlerkarriere anstrebt. Auch sein Bruder Gabriel (Mykelti Williamson), der im Krieg einen schweren Hirnschaden erhalten hat, sein Sohn Lyons (Russell Hornsby) aus erster Ehe, der in erster Linie seine Musik liebt, sowie Troys bester Freund Bono (Stephen Henderson) helfen ihm nicht, sich doch nach etwas anderem zu sehnen.

Review

Denzel Washington zeigt wieder mal, dass er einer von Hollywoods besten Schauspielern ist und auch hinter der Kamera überzeugen kann. Er schafft es, seinen Charakter Troy immer weiter abstürzen zu lassen, dass im Verlauf des Films fast jegliche Zuneigung vom Zuschauer verliert. Das Kammerspiel profitiert von dem räumlich begrenzten Kammerspiel, das in erste Linie auf seine Schauspieler setzt, die den Film problemlos über alle Höhen und Tiefen der Handlung tragen. Vor allem Washington als zentraler Charakter und meistens Auslöser von Veränderungen spielt einfach brillant.

Während der Film veranschaulicht, welche Hürden Afroamerikaner in den 50ern zu überwinden hatten, um ein halbwegs unbeschwertes Leben führen zu können, hat er mit Troy einen interessanten zentralen Charakter, der zum einen seine Familie liebt, aber eben doch nicht damit leben kann, dass das Leben, dass er führt, alles sein soll. So begeht er einen Fehltritt nach dem nächsten, bis er irgendwann mehr keinen mehr auf seiner Seite hat. Und doch versucht er sich auch dann noch ohne Rücksicht auf Verluste weiterhin treu zu bleiben. Die Familientragik bietet so für fast jeden Anhaltspunkte zu Identifikation.

Der Titel „Fences“ ist daher auf viele Arten passend gewählt, so spielt der Film fast nur im Hinterhof von Troys Haus, wo er über Jahre versucht, einen Zaun um das Grundstück zu bauen. Somit spricht der Titel nicht nur auf den Versuch an, dass Troy erfolglos versucht, seinen Besitz vor dem Einfluss Außenstehender abzugrenzen, sondern auch die Zäune, die mit jedem neuen Konflikt immer weiter zwischen den einzelnen Charakteren in ihren Köpfen gezogen werden.

Fazit

Denzel Washington ist so mit „Fences“ ein emotionales Drama gelungen, das sich auf seine hervorragend spielenden Darsteller und die tiefgehende Familiengeschichte verlassen kann. Während die erste Hälfte noch recht amüsant daher kommt, stürzt die Handlung bis zum Ende immer weiter ab und wirft einen mit jeder Wendung immer wieder aus der Bahn. Ein kleiner Film, aber ein großes Stück Filmkunst! Bleibt abzuwarten, ob Washington tatsächlich noch weitere der zehn Teilstücke umfassenden Vorlage fürs Kina adaptiert.

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