„Der gleiche Himmel“ – Spannende BRD/DDR-Serie

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Nachdem die gelungene deutsche Serie „Deutschland 83“ die Spannungen zwischen BRD und DDR und die gegenseitige Spionage schon toll in Szene setzte, widmet sich jetzt der ZDF-Dreiteiler „Der gleiche Himmel“ dem gleichen Thema, allerdings 10 Jahre vorher. Mit deutschen Stars wie Tom Schilling, Ben Becker, Anja Kling, Sofia Helin, Friederike Becht und Jörg Schüttauf bietet die Dramaserie nicht nur einen Einblick in die Spionageaktivitäten beider Seiten, sondern auch in die Lebensumstände vor und hinter der Grenze in Berlin.

Der gleiche Himmel

Inhalt

Lars Weber (Tom Schilling) wurde als DDR-Spion ausgebildet, um alleinstehende Frauen aus dem westlichen Geheimdienst zu verführen und so an wichtige Informationen zu kommen. Sein Kontaktmann Ralf Müller (Ben Becker) setzt ihn auf die ältere Analystin Lauren Faber (Sofia Helin) an. Sollte Weber nicht erfolgreich sein, ist die junge Sabine Cutter (Friederike Becht) sein zweites potentielles Opfer. Webers Vater (Jörg Schüttauf) spitzelt derweil in Ost-Berlin für die Stasi, dessen Bruder stellt fest, dass seiner Tochter seltsame Medikamente im Schwimmtraining verabreicht werden, zudem sucht sein homosexueller Arbeitskollege nach einer Fluchtmöglichkeit heraus aus der DDR. Alle müssen schwierige Entscheidungen treffen, die ihre Zukunft maßgeblich verändern könnten.

Review

Für uns Deutsche wird die Trennung des Landes in DDR und BRD immer ein interessantes Thema bleiben, somit trifft die Serie von Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“, „Das Experiment“) auch heute noch einen Nerv. Neben der tollen Optik und den grandiosen Settings, die tatsächlich die 70er auf beiden Mauerseiten Berlins sehr realistisch in Szene setzen, kann er sich auch auf die guten Schauspieler verlassen.

Auch die für die spannende Handlung gewählten Themen sind durchaus interessant und für die Serie miteinander verwoben worden. Der Spionageanteil widmet sich den „Romeo“-Agenten der DDR, die extra zum Verführen von Frauen ausgebildet wurden. Neben dem versuchten Tunnelbau in den Westen geht es aber auch noch um die Stasi, ihre Spitzel und Verhörmethoden, den Medikamenteneinsatz bei olympischen Sportlern, die Behandlung von Lehrern und den Umgang mit Homosexualität im Westen und Osten.

Doch obwohl alle Themen auf interessante Weise in das Szenario eingefügt werden, wirken gerade die Dialoge oft etwas hölzern, da die Serie versucht, zu viel Inhalt in die drei 90-minütigen Folgen zu pressen. Die einzelnen Handlungsstränge sind trotzdem spannend und entwickeln sich oft in eine Richtung, die man nicht erwartet hätte.

Wer sich für das Thema „Ost/West“ interessiert, bekommt hier durchaus eine interessante Serie geboten, wenn man über ein paar Schwächen bei der Machart und der historischen Genauigkeit hinwegsehen kann. Doch sei jeder gewarnt, dass bisher keine zweite Staffel bestätigt ist und alles Handlungsstränge an einem Punkt enden, wo man doch sehr in der Luft hängend zurückgelassen wird. Potential für eine zweite Staffel ist durchaus da, so wäre das Ende etwas unbefriedigend.

Fazit

„Der gleiche Himmel“ ist eine solide deutsche Serie über das Leben in Berlin vor und hinter der Mauer 1974, das mit einem guten Cast und interessanten Themen aufwarten kann. Wer allerdings kein Fan von Cliffhangern ist und sich nicht selber ausmalen möchte, wie es mit den Charakteren wohl weiter geht, sollte abwarten, ob die Serie in einer zweiten Staffel fortgesetzt wird.

Bildergalerie

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