„Dirk Gentlys holistische Detektei“ – Katze, Hund oder Hammerhai?!

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Auch mir war Douglas Adams nur als Autor der „Per Anhalter durch die Galaxis“-Bücher bekannt, doch das war offensichtlich nicht die einzige Buchreihe voller absurder Verrücktheiten und einzigartiger Ideen. Auch die „Dirk Gently“-Reihe stammt von ihm und diese konnte jetzt in Serienform mit einer grandiosen ersten Staffel voll ins Schwarze treffen. Eine unfassbar verworrene Handlung voller Absurditäten und verwirrender Wendungen, kombiniert mit ebenso verrückten Charakteren, die allesamt hervorragend besetzt sind. Neben Samuel Barnett, der den Titelcharakter spielt, hat vor allem Elijah Wood als unfreiwilliger Assistent Todd ganz weit die Nase vorn. Ein absolutes Highlight inmitten langweiliger Comedy-Standards!

Dirk Gentlys holistische Detektei

Inhalt

Todd ist Hotelpage und lebt ein eintöniges Leben, bis sich auf einen Schlag alles ändert. Er sieht zuerst sich selber, dann ein völlig absurdes Massaker in einem Hotelzimmer und dann steigt bei ihm zu Hause ein gewisser Dirk Gently durchs Fenster ein und erklärt ihm, er wäre jetzt sein Assistent und müsse mit ihm einen Mord aufklären und eine Vermisste finden. Doch Gentlys Ermittlungsmethoden sind alles andere als normal, er lässt sich ausschließlich von Vorahnungen und Zufällen treiben.

Review

„Dirk Gentlys holistische Detektei“ gehört zu diesen Dingen, die man nicht erklären kann, man muss sie gesehen haben. Die erste Staffel ist so wirr, dass man schon Probleme hätte, sich selber alles zu erklären. Hinzu kommen die zahlreichen Charaktere, alle für sich genommen schon originell, aber in Kombination nach absurder. Die Serie punktet an erster Stelle mit ihrem Humor, der stark an den von „Per Anhalter durch die Galaxis“ erinnert, aber eben doch etwas Eigenes hat. Schon nach einer Folge ist das Suchtpotential entfacht, man muss wissen, wie es weiter geht, immer in der Hoffnung, man würde irgendwann überhaupt verstehen, was eigentlich wie zusammenhängt, wer was warum tut und wo einen das alles hinführen soll. Doch trotz dieser Ungewissheit macht der verrückte Serien-Trip einfach nur Spaß, in jeder Folge wird man wieder überrascht und kann vor Begeisterung über die skurrilen Einfälle immer nur wieder den Kopf schütteln. Letztendlich überrascht es einen fast schon, dass sich die ganzen Handlungsstränge am Ende tatsächlich zu einem Gesamtbild zusammenfügen und wirklich jeder Charakter seinen Teil zur Lösung beiträgt.

Elijah Wood liefert dabei eine seiner besten Rollen ab, er trägt die Serie schauspielerisch, wobei auch Samuel Barnett, Hannah Marks, Mpho Koaho und Fiona Dourif absolut großartig auf ihre Rollen passen. Man sieht dem tollen Cast an, wieviel Spaß er beim Dreh hatte. So hat die Serie an allen Fronten die Nase vorn, wobei jedem vorher gesagt sei, wenn man schon über den Humor von „Per Anhalter durch die Galaxis“ nichts anfangen konnte, wird einem diese Serie vermutlich auch nicht gefallen.

Mit „Der elektrische Mönch“ wurde der erste Roman der Reihe als Vorlage für die erste Staffel genommen, es ist zu erwarten, dass „Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele“ die Basis für die zweite Staffel wird. Leider verstarb Douglas Adams vor der Fertigstellung von „Lachs im Zweifel“, trotzdem wurde das Buch posthum fertiggestellt und bietet uns immerhin die Aussicht auf bis zu drei Staffeln.

Fazit

Ein absoluter Lichtblick zwischen der Comedyserien-Massenware! „Dirk Gentlys holistische Detektei“ ist dank dem Schreibstil von Kult-Autor Douglas Adams und einem tollen Darsteller-Ensemble ein wahrer Geniestreich geworden und macht Lust auf mehr. Selten hat es so viel Spaß gemacht, sich vollkommen in die Irre führen zu lassen! Das Universum hat einen Plan und alles ist verbunden!

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2 Kommentare

  1. Wer mit einer absurden Geschichte, verrückten Figuren und einer überdrehten Inszenierung etwas anfangen kann, sollte hier zuschlagen. „Dirk Gently“ wirkt erst etwas unnahbar, doch schon nach kurzer Zeit kann man doch mit den Figuren mitfühlen, wenn sich herausstellt, dass diese durchaus komplexer angelegt sind, als es zunächst wirkt. Und tatsächlich wird die wohl komplizierteste Geschichte, die man sich vorstellen kann, nach und nach entwirrt, sodass die Serie durchaus mehr ist als nur eine hanebüchende Aneinanderreihung skurriler Elemente und Situationen. Die Serie ist nun kein Meisterwerk, aber alleine schon, weil sie sich so herrlich von allem andern abhebt, was momentan so angesagt ist, lohnt es sich, mit dieser anzufangen und zu sehen, ob einem diese Serie schmeckt und man von der Story mitgerissen wird oder nicht. Ich freu mich auf Staffel 2, die noch in diesem Jahr kommen soll!

  2. Ich kann mich nur anschließen. Wer kurios-überdrehte Geschichten mit dabei liebenswerten und sogar recht komplexen Charakteren mag, sollte sich „Dirk Gently…“ anschauen. Auch wenn einige Szenen nicht immer stimmig sind und für meinen Geschmack Gewalt doch etwas oft als „Fun-Element“ eingesetzt wird, ist man schnell amüsiert und gespannt, wie es weitergeht. Gerade Dirk Gently, der schnell zum plappernden Spaßvogel in gelber Lederjacke hätte werden können, wird durch einige verletzliche Momente als Charakter sogar glaubhaft und zum absoluten Sympathieträger und sehr gutem (Anti-)Detektiv.
    Außerdem ist auch die Musik an einigen Stellen super ausgewählt.
    Codewort Cinnamon!

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