„Get Out“ – Netter Thriller mit Rassismuskritik!

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Immerhin gibt es sie noch, die Horrorfilme, die mal eine neue Richtung einschlagen, dazu gehört auch „Get Out“. Rückwirkend ist die Story zwar alles andere als sinnvoll und auch etwas vorhersagbar, aber beim Anschauen hat er mich irgendwie doch gekriegt. Der Film war spannend, hier und da überraschend und vor allem nicht so, wie man es erwartet hätte. Interessant ist vor allem der Anteil an Sozialkritik, die hier von einer ganz interessanten Seite kommt. Als Horrorfilm eine nette Abwechslung, aber unterm Strich trotz aller netten Ideen keine Neuerfindung des Genres.

Inhalt

Als der schwarze Chris (Daniel Kaluuya) von seiner weißen Freundin Rose (Allison Williams) zu einem Treffen mit ihren Elten (Catherine Keener, Bradley Whitford) eingeladen wird, ist ihm doch etwas mulmig zumute. Doch nicht nur die Eltern, auch deren Angestellte und zahlreiche Freunde, die wegen eines alljährlichen Empfangs eingeladen wurden, scheinen Schwarzen gegenüber mehr als positiv eingestellt zu sein. Doch Chris fühlt sich weiterhin unwohl und merkt, dass hinter dem Empfang irgendwas Seltsames zu stecken scheint. Dann lässt er sich auch noch von Rose‘ Mutter wegen seiner Nikotinsucht hypnotisieren und plötzlich wird alles noch seltsamer.

Review

Wie gesagt, die Auflösung darf man nicht hinterfragen, dann ist man schnell zusammen mit dem Hauptcharakter am Rätseln, was hier nicht stimmt und was hinter dem doch sehr merkwürdigen Verhalten aller Beteiligten steckt. Das macht schon Spaß, bietet den ein oder anderen Schockmoment, doch der Hauptthrill liegt eben nicht bei Schocks oder Gewalt, er baut hier darauf, dass eben die so unglaublich positive Stimmung eben genau so nicht sein kann, man aber nicht weiß, was gespielt wird.

Dass eben gerade die sehr konservativ weiße Gesellschaft Schwarzen gegenüber so positiv eingestellt sein sollen, alle anderen Schwarzen aber eher unterwürfig und seltsam daherkommen, will eben nicht passen. Das Motto „Schwarz ist das neue Weiß“ bekommt im Laufe des Films eine ganz böse Note. So kommt auch das Thema Rassismus hier in einer sehr originellen Form daher, ohne den Vorschlaghammer auszupacken.

Die Darsteller machen ihre Sache gut, wenn sie auch keine wirklich überragenden Leistungen bieten. Es ist aber ein interessanter Zug, der ungemütlichen Stimmung hier und da eine kleine Auszeit zu gönnen, wenn der von LilRel Howery gespielte Kumpel des Hauptcharakters mal wieder aktiv wird und versucht den seiner Meinung nach mit schwarzen Sexsklaven zusammenhängenden Fall aufzuklären. Auch das fügt sich gut in die Handlung ein.

Fazit

„Get Out“ ist ein grundsätzlich gelungener Thriller, der es schafft, einen bis zum Ende bei Laune zu halten und doch hier und und da gut zu verwirren, ohne übermäßig brutal oder schockierend zu werden. Auch wenn die Auflösung etwas hinkt, ist der Film dank interessanter Ansätze, guter Bauchgrummelstimmung und netter Überraschungen schon sehenswert.

Bildergalerie


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