„American Gods“ – Abgedrehte Fantasy nach Neil Gaiman

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Nach dem Meisterwerk „Ein gutes Omen“, das Neil Gaiman zusammen mit Fantasy-Legende Terry Pratchett schrieb, hatte ich mir vor Jahren auch seinen Roman „American Gods“ vorgenommen. Nach den ersten Bildern der Serie kam mir auch wieder in den Sinn, warum ich damals beim Lesen schon so verwirrt zurückgelassen wurde, denn „American Gods“ stellt in düsteren Bildern eine Welt von Göttern vor, die schwer in Worte zu fassen ist. Gewalt und Sex bekommen hier einen völlig neuen Stil, der sicher nicht jedermans Sache ist. Trotzdem hebt die Serie sich von der Masse ab, komplett überzeugen konnte sie mich dennoch nicht, da ihr doch etwas der rote Faden fehlt.

Inhalt

Shadow Moon (Ricky Whittle) kommt nach drei Jahren aus dem Knast, nur um zu erfahren, dass seine Frau Laura (Emily Browning) bei einem Autounfall und gleichzeitig einem Seitensprung ums Leben gekommen ist. Im Flugzeug trifft er auf einen Mann, der sich Mr. Wednesday (Ian McShane) nennt und ihm einen Job anbietet. Da Shadow ohnehin völlig ziellos ist, willigt er ein und begibt sich mit seinem Arbeitgeber auf eine seltsame Reise quer durch die Staaten zu noch seltsameren Personen, die sich als alte Götter herausstellen mit denen zusammen Mr. Wednesday gegen die neuen Götter kämpfen will. Als auch noch Laura als Untote wieder mitmischt, glaubt Shadow immer mehr, den Verstand zu verlieren.

Review

Der an Zack Snyder erinnernde Stil und die verrückten Geschichten über Götter und mystische Wesen aus aller Welt sorgen dafür, dass sich „American Gods“ auf jeden Fall ins Gehirn einbrennt. Man sollte nicht alles verstehen wollen und auch nicht zu lange nach einer erkennbaren Handlung und Zusammenhängen suchen, sondern sich einfach von den comichaften, düsteren Bildern in ihren Bann ziehen lassen. Was Gaimans Fantasie entsprungen ist, wird hier in wirklich absurden bis schon fast verstörenden Szenen wiedergegeben.

Was zudem großartig funktioniert sind die Darsteller. Neben Urgestein Ian McShane können auch Ricky Whittle, Emily Browning, Peter Stormare, Orlando Jones, Crispin Glover, Pablo Schreiber und Gillian Anderson in ihren skurrilen Rollen absolut überzeugen. Die alten und neuen Götter und ihre Geschichten sind einfach nur absurd, aber eben doch extrem originell. Irgendwie warte ich jetzt aber doch auf die zweite Staffel, zumal ich damals den Folgeroman nicht mehr gelesen habe.

Fazit

Wer dem Serien-Mindfuck über alte und neue Götter nach einer Vorlage von Neil Gaiman einen Chance geben will, sollte gewarnt sein, dass „American Gods“ nichts für schwache Nerven ist, es aber auch nichts Vergleichbares in der Serienwelt gibt. Bei einer nur acht Folgen umfassenden ersten Staffel also schon eine Möglichkeit, sich mal auf was völlig Neues einzulassen.

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