„Das Spiel“ – Noch eine gute Stephen-King-Adaption!

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Der Roman „Gerald’s Game“ von Stephen King ist schon deshalb so genial, weil er fast komplett mit nur einer Person an einem Ort auskommt und trotzdem voll und ganz nach Kings Horrorprinzip funktioniert. Beeindruckenderweise schafft es Regisseur Mike Flanagan tatsächlich, die Romanvorlage im Auftrag von Netflix perfekt in eine Filmversion umzuwandeln, obwohl der Roman fast ausschließlich im Kopf der Hauptperson stattfindet, wirklich viel passiert eigentlich nicht, aber die aussichtslose Situation und ihre innere Auseinandersetzung damit und gleichzeitig das Verarbeiten von Abgründen und ihrer Vergangenheit macht „Das Spiel“ trotzdem sehr spannend. Carla Gugino spielt einfach großartig, aber auch Bruce Greenwood ist als Gegenpol in ihrem inneren Konflikt super besetzt. Wir scheinen endlich in einer Zeit angekommen zu sein, wo die Verfilmungen Kings Romane gerecht werden und man sie nicht nur auf die Horrorelemente reduziert.

Inhalt

Die Ehe von Jessie (Carla Gugino) und Gerald (Bruce Greenwood) hat schon bessere Zeiten gesehen, doch ein romantisches Wochenende in einem einsamen Haus am See soll wieder Schwung in die Beziehung bringen. Doch nachdem Gerald seine Frau mit Handschellen ans Bett gefesselt hat, verliert Jessie schnell die Lust und es kommt zum Streit. Doch dann erleidet Gerald einen Anfall und stirbt auf der Stelle. Jessie sucht nach einer Lösung, um sich zu befreien, doch die Situation scheint ausweglos. Während sie sich immer kraftloser zum einen mit einer schrecklichen Erinnerung an ihren Vater (Henry Thomas) auseinander setzt, bekommt sie es dazu noch mit einem hungrigen Hund zu tun. Und dann sieht sie im Dunkeln eine Person, von der sie nicht weiß, ob sie Einbildung oder Wirklichkeit ist.

Review

Im Roman sind es viele verschiedene Charaktere, mit denen Jessie in ihrem Kopf diskutiert, hier wurde dies auf eine starke Version ihrer selbst und ihren toten Mann reduziert. Das funktioniert aber perfekt und spiegelt ihren inneren Konflikt, den Kampf ihrer starken Seite mit dem Überlebenstrieb und ihre unterwürfige, resignierende Seite perfekt wieder. Auch die Szenen mit dem Hund und vor allem dem von Carel Struycken großartig dargestellten „Moonlight Man“ bringen den gleichen Grusel, den man auch beim Lesen hatte.

Carla Gugino ist für den Film wirklich eine Traumbesetzung, sie spielt die Jessie mit all ihren Stärken und Schwächen wirklich perfekt. Bruce Greenwood allerdings macht im wahrsten Sinne des Wortes für sein Alter eine gute Figur und kramt wirklich tief in den Abgründen der Ehe, um Jessies Situation noch schlimmer werden zu lassen. Doch auch „E.T.“-Star Henry Thomas spielt Jessies Vater in ihren Erinnerung wirklich toll, ein schmieriges Ekel, dass auf fieseste Weise seine Tochter manipuliert.

Wer Stephen King immer noch für den „Monster-Autor“ hält, sollte „Das Spiel“ unbedingt anschauen, das einfache und doch so fiese Setting ist wirklich heftig, kommt aber trotzdem ohne wirkliche Gewalt aus, zeigt dafür ein wirklich raffiniertes Psychospiel im Kopf der Hauptperson. Absolut sehenswert und mal wieder eine gelungene Netflix-Produktion!

Fazit

Stephen King ist oft am gruseligsten, wenn er keine Monster sondern ihre eigenen inneren Dämonen auf die Personen hetzt. Das passiert in „Das Spiel“ in einer wirklich minimalistischen Form, aber in einer rundum gelungenen. Ich hätte tatsächlich nicht gedacht, dass der Roman überhaupt verfilmbar wäre, doch die Umsetzung ist wirklich großartig gelungen.

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