„Mr. Mercedes“ – Hochspannender King-Thriller in Serie!

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Und weiter geht der Stephen-King-Hype 2017, dieses Mal mit der Verfilmung des ersten Teils seiner Bill-Hodges-Trilogie. „Mr. Mercedes“ ist ein wirklich spannender Thriller über einen pensionierten Cop, der einem nicht gefassten Killer noch auf die Schliche kommen will, aber stattdessen selber von diesem in ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel verwickelt wird. Glücklicherweise wurde der vielschichtige Roman in zehn Serienfolgen umgesetzt, so bleibt genug Zeit für die Charakterbildung und die spannende, immer wieder überraschende Handlung. Das Beste sind aber eindeutig die Darsteller, allen voran Brendan Gleeson als Hodges und Harry Treadaway als Brady „Mr. Mercedes“ Hartsfield, dessen Rolle ursprünglich von dem verstorbenen Anton Yelchin gespielt werden sollte. Ein wirklich toller Krimi, der nicht nur King-Fans voll in seinen Bann ziehen dürfte.

Inhalt

Auch in seinem Ruhestand will Polizist Bill Hodges (Brendan Gleeson) nicht akzeptieren, dass er das grausamste Verbrechen nicht aufklären konnte. Damals fuhr ein Mercedes in eine Menschenmenge und tötete auf brutalste Weise viele Unschuldige, darunter auch ein Baby. Als Hodges weitere Ermittlungen anstellt, nimmt der Killer (Harry Treadaway) plötzlich Kontakt zu ihm auf und bringt Hodges mit fiesen Nachrichten über seinen Computer und seinen Fernseher immer weiter aus der Fassung. Dessen Wut und Wunsch nach Rache macht ihn ebenso unberechenbar, allerdings geraten bald auch Menschen aus seinem Umfeld in das Blickfeld des Killers, für den alles nur ein großes, böses Spiel ist. Für Hodges steht bald nicht nur sein eigenes Leben auf dem Spiel, wenn er seinen Gegner nicht überführt, doch der ist ihm immer zwei Schritte voraus.

Review

Hier kann man mal wieder sehen, dass Stephen King nicht nur Horror kann, „Mr. Mercedes“ ist ein Thriller, ein Krimi, dessen Spannungsfaktor aber problemlos so manchen Horrorfilm in den Schatten stellt. Das Szenario ist nur genial, die beiden Gegenspieler so gegenteilig und doch gleich besessen, umgeben von Unschuldigen, die durch ihr Spiel immer mehr in Gefahr geraten. Es tut der Handlung gut, dass man den Killer schon früh kennt und so ebenso in dessen Abgründe und Schwächen, aber auch seine Stärken blicken darf. Man fiebert schon ab der ersten Folge mit und fragt sich, was Hodges noch alles durchstehen muss, bis er seinen sadistischen Gegenspieler zur Strecke bringen kann.

Wie schon erwähnt ist Brendan Gleeson ein absoluter Glücksgriff, er spielt den pensionierten Cop einerseits alt und kaputt, andererseits aber auch krankhaft ehrgeizig, mit einem weichen Kern unter seiner rauen Schale. Aber auch Harry Treadaway ist perfekt in der Rolle des fiesen Killers, dem Computergenie mit der etwas übertriebenen Zuneigung seiner Mutter und dem frühen Tod seines kleinen Bruders im Nacken, dessen Fähigkeiten dem technisch nicht ganz so fortschrittlichen Ex-Cop immer wieder die Schau stiehlt. Aber hier passt wirklich jede Besetzung bis in die letzte Nebenrolle, egal ob Kelly Lynch, Mary-Louise Parker, Holland Taylor, Jharrel Jerome oder Robert Stanton, die Bandbreite an speziellen Charakteren mit den unterschiedlichsten Macken und dem passenden Schauspieler dazu ist wirklich bemerkenswert.

Immer, wenn man meint, man wüsste, was kommt, wendet sich das Blatt. Man kann sich zwar nicht mit dem Killer identifizieren und doch muss man in diesem Spiel ganz klar anerkennen, dass er es deutlich besser spielt, nicht zuletzt auch deshalb, weil für ihn keine Regeln und Grenzen gelten. „Mr. Mercedes“ ist ein Geniestreich, der glücklicherweise mit einer zweiten Staffel fortgesetzt werden soll, schließlich hat man ja noch zwei weitere Romane in der Hinterhand.

Fazit

Wieder mal eine Verfilmung von Stephen King und doch ganz anders! „Mr. Mercedes“ ist eine rundum gelungene Krimiserie, die mit tollen Darstellern und einer wirklich fesselnden Handlung bis zur letzten Minute spannend bleibt. Für King-Fans ein Muss, für alle anderen eigentlich auch!

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