„What Happened To Monday“ – Noomi Rapace mal 7!

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„What Happended To Monday“ ist einer dieser Filme, der auf den ersten Blick ein überaus intelligentes und interessantes Szenario bietet, sich bei genauerem Hinsehen aber doch nur als ein riesiges Logikloch voller Filmfehler entpuppt. Wirklich sehenswert ist aber die Schwedin Noomi Rapace, die hier die Rollen von sieben (!) Zwillingschwestern übernimmt und wieder mal ihre Wandlungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellt. Die Hollywood-Veteranen Glenn Close und Willem Dafoe hingegen bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Die Macher hätten sich mehr auf ihre ausbaufähige Grundhandlung konzentrieren sollen, daraus hätte man deutlich mehr machen können. Düstere Zukunftvisionen müssen auch Sinn machen, um überzeugen zu können!

Inhalt

In der Zukunft sorgt die Politikerin Nicolette Cayman (Glenn Close) dafür, dass jede Familie wegen der drohenden Überbevölkerung der Erde nur noch ein Kind aufziehen darf. Alle Geschwisterkinder sollen für unbestimmte Zeit eingefroren werden. Als Terrence (Willem Dafoe) Tochter ihm sieben Enkeltöchter schenkt und dabei stirbt, erdenkt dieser einen Plan für die Mädchen. Jede der sieben (7x Noomi Rapace) darf nur an einem Tag der Woche die heimische Wohnung verlassen, draußen geben sich alle als ein einziger fiktiver Charakter. Das geht 30 Jahre gut, bis eine der sieben nicht mehr nach Hause kommt.

Review

Der Film macht gleich zu Anfang einen Kapitalfehler, er springt um 30 Jahre und will einem verkaufen, dass sich über einen so langen Zeitraum eigentlich nichts verändert hat. Der Charakter von Glenn Close sieht immer noch gleich aus, es läuft noch das gleiche Werbevideo und offensichtlich gab es auch keine Änderung an der damaligen Politik. Wenn man sich mal die Entwicklungen alleine in den letzten zehn Jahren vor Augen führt, macht dies einfach gar keinen Sinn. Doch auch die restliche Handlung trotzt nur so von Logiklöchern. Dass über 30 Jahre keiner den Siebenlingen auf die Schliche gekommen sein soll, die alle Ereignisse nur in einem abendlichen Gespräch übergeben, kann nicht funktionieren. Somit kann man dem Film, der sich gerne neben Dystopien wie „1984“ oder „THX 1138“ sehen würde, leider so gar nicht auf diesen Rang erheben.

Letztendlich fragt man sich immer wieder, warum es für die unvermeidliche Enttarnung keinen wirklichen Plan B für die Frauen gibt. Schnell wird einem auf immer brutalere Art klar gemacht, dass wohl nicht viele der Sieben das Ende erreichen werden. Auch ein Armutszeugnis für den angeblich so raffinierten Großvater, der bis auf ein Wandschrankversteck nicht gerade für den Ernstfall vorgesorgt hat. Auch die ach so schreckliche Auflösung des wirklichen Handelns der Kinderbehörde ist so vorhersagbar, dass man auch hier nicht glauben will, dass auch das über 30 Jahre unter Verschluss gehalten werden konnte. Vor allem, wenn es darum geht, Kinder von ihren Eltern zu trennen, was normalerweise nicht unbedingt auf Verständnis in der Bevölkerung stößt.

Mit derartigen Logikfehlern könnte ich noch länger weiter machen, aber widmen wir uns doch lieber dem Highlight des Films: Noomi Rapace. Die durch die „Millenium“-Trilogie weltweit bekannt gewordene Schwedin schafft es tatsächlich, sich nicht nur in sieben verschiedene Charaktere zu verwandeln, sondern diese auch noch so realistisch miteinander interagieren lässt, dass man immerhin hier den Machern auf die Schulter klopfen muss, das Zusammenspiel wirkt tatsächlich echt. Willem Dafoe spielt dieses Mal nicht den verrückten Sonderling, sondern den sentimentalen Opa, wer allerdings bis zum Ende auf eine Aufklärung seines Schicksals wartet, der wird enttäuscht, er ist wohl irgendwann einfach gestorben, hätte man auch mehr draus machen können. Glenn Close altert auch in 30 Jahren nicht wirklich, spielt die fiese Schreckschraube solide, kann aber nicht mehr aus ihrem Schema-F-Charakter rausholen als das Drehbuch ihr ermöglicht.

Doch die geleckte Optik, das dystopische Szenario und eine tolle Hauptdarstellerin retten eben keinen schlechten Film. „What Happended To Monday“ hätte mehr sein können, ist es aber nicht! Netflix kann schließlich nicht mit jeder kinotauglichen Eigenproduktion das große Los ziehen.

Fazit

Noomi Rapaces Darstellung der sieben Zwillingsschwestern ist wirklich sehenswert, das düstere Zukunftsszenario voller Logikfehler ist es nicht. Ob man es sich Rapace zuliebe trotzdem anschauen will, sollte sich daher jeder zweimal überlegen.

Bildergalerie


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