„Die Verführten“ – Sofia Coppolas neues Drama!

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Sofia Coppola, Tochter des legendären Francis Ford Coppola, startete damals mit „The Virgin Suicides“ und ihrem Meisterwerk „Lost in Translation“ als Regisseurin wirklich stark durch. Doch schon „Marie Antoinette“ konnte nicht mehr mithalten, „Somewhere“ war zwar wieder ganz nett, aber „The Bling Ring“ wieder überflüssig. Ihr neuer „Die Verführten“ hat mit Nicole Kidman, Kirsten Dunst, Elle Fanning und Colin Farrell einen beachtlichen Cast zu bieten, der Film ist solide inszeniert und gespielt, aber trotzdem nichts, was sich wirklich einprägt. Interessant wird er im Vergleich zur 1971er Verfilmung „Betrogen“ mit Clint Eastwood.

Inhalt

Während des Amerikanischen Bürgerkriegs gewährt die Leiterin einer Mädchenschule Martha Farnsworth (Nicole Kidman) dem verletzten Soldaten John McBurney (Colin Farrell) Unterschlupf und pflegt ihn gesund. Da dieser für die Gegenseite kämpfte, müsste man ihn eigentlich ausliefern, doch der charmante Mann gewinnt das Vertrauen der Frauen, vor allem die Lehrerin Edwina (Kirsten Dunst) und die junge Alicia (Elle Fanning) sind sehr empfänglich für seine Avancen. Doch die problematische Situation nimmt plötzlich eine grausame Wendung und bringt beide Seiten in eine unglückliche Position.

Review

Sofia Coppola ist bekannt für starken Frauen in ihren Filmen. Die findet man auch in diesem Film, alle weiblichen Darstellerinnen, auch der Nachwuchs, spielen super und authentisch. Colin Farrell darf mal wieder den manipulativen Schnösel spielen, bei dem man nicht so ganz weiß, was hinter seiner netten Fassade steckt.

Auch die Handlung ist spannend und präsentiert eine interessante Geschichte über Gut und Böse, darüber, was passiert, wenn Gefühle im Spiel sind und wie schnell gutherzige Menschen zu anderen Mitteln greifen (müssen). Auch optisch ist der Film gelungen, aber trotzdem wird er einem nicht lange im Gedächtnis bleiben wie Coppolas erste Filme.

Ich habe mir im Anschluss dann allerdings den Film „Betrogen“ von 1971 angesehen, in dem Clint Eastwood die Rolle des Soldaten gespielt hatte. Wenn man diese Version im Vergleich sieht, kann man nachvollziehen, warum Coppola daran gelegen war, den Film aus Sicht der Frauen zu drehen, die in der alten Verfilmung deutlich schlechter weg kommen und der Soldat eher als Opfer durchgeht, obwohl er (der Zeit entsprechend) überhaupt nichts Böses zu machen scheint, wenn er gleichzeitig mehrere der Frauen zu verführen versucht. Während der alte Film einen trotz dessen Verhaltens auf die Seite des Soldaten ziehen will, stellt sich Coppolas Version ganz klar hinter die Frauen, was so auch viel plausibler daher kommt.

Fazit

Für Fans von Sofia Coppola auf jeden Fall in Ordnung, aber leider keine Rückkehr zu ihrer alten Qualität. Im Vergleich zur alten 1971er Verfilmung aber doch interessant aufgrund der unterschiedlichen Bewertung des Verhaltens von Männern und Frauen.

Bildergalerie


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