FlimmerORIGINS, Teil 1: Mit Ghostbusters zu Blockbusters!

Es ist mal wieder an der Zeit für eine neue Rubrik auf dem FlimmerBLOG. Mit den FlimmerORIGINS startet eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit der Filmwelt zu den denkwürdigen Momenten, die mich dazu gebracht habe, Filme und Serien zu lieben, Filmreviews zu schreiben und dieser Leidenschaft bis heute treu zu bleiben. Der erste Ausflug geht zurück in den bahnbrechenden TV-Monat März im Jahr 1990, als ein junger Sender namens Sat.1 den „FilmFilm“ ins Leben rief und mit den TV-Premieren von „Ghostbusters“ und „Star Wars“ mein Leben komplett aus der Bahn warf und meine Begeisterung für großes Kino weckte. Angeschnallt, Zeitmaschine auf 1990 eingestellt und AB GEHT’S!

Herzlich willkommen im Jahr 1990, ich war gerade 12 Jahre alt und hatte unlängst gelernt, wie man mit einem Videorekorder Filme aufnimmt, um sie dann so oft ich wollte auf meinem schönen schwarzen Röhrenfernseher abzuspielen. Wobei ich im März 1990 erst wirklich begreifen sollte, was den Namen „Film“ tatsächlich verdiente, und dass „Die Einsteiger“ mit Mike Krüger und Thomas Gottschalk nicht wirklich das Ende der Fahnenstange war. Es war die Zeit des TV-Kampfes zwischen den ersten beiden Privatsendern Sat.1 und RTLplus, die nach dem großen Coup suchten, um das Publikum von seinem werbeverseuchten Programm zu überzeugen. Wobei das fast schon unfair war, wenn man überlegt, dass damals ein Film von nur einer einzigen fünfminütigen Werbepause unterbrochen wurde.

Sat.1 muss damals eine Menge Kohle hingeblättert haben, aber der 1990er Deal hatte es wirklich in sich: Ab dem 1. März sollte es jeden Donnerstag einen „FilmFilm“ zu sehen geben, einen großen Hollywood-Streifen, der außerdem seine deutsche TV-Premiere feierte. Zuerst sollte so ein Film mit Geisterjägern kommen, dann etwas mit irgendeinem schwarzen Laber-Cop und danach so eine Weltraum-Reihe. Irgendwie wirkte das spannend, also wurde der Videorekorder vorbereitet und ich startete mit folgendem Intro in eine Welt, die mich sofort in ihren Bann zog und bis heute nicht wieder losgelassen hat:

„Ghostbusters“ holte mich absolut ab, der Film war spannend, lustig und actiongeladen, wie ich es zuvor noch nicht gesehen hatte. Was für Special Effects!! Wow, einfach nur wow! Ich lachte, ich fieberte mit und ich gruselte mich! Völlig erschöpft stoppte ich am Ende die Aufnahme und wusste, dieses VHS-Tape würde so einiges vor sich haben! Hatte ich da jetzt den besten Film der Welt gesehen oder gab es da noch mehr, wo dieses Meisterwerk hergekommen war? Oh ja, die Steigerung sollte nur wenige Wochen auf sich warten lassen.

Eine Woche später zeigte mir Eddie Murphy, dass ein freches Mundwerk und coole Sprüche auch ein ganz anderes Niveau haben können. „Beverly Hills Cop“ reichte zwar keinesfalls an den Effekt von „Ghostbusters“ heran, aber unterhaltsam war auch dieser Film. Es war also ganz offensichtlich noch mehr in meiner Flimmerkiste möglich.

Dann kam der 15. März 1990, und diese Woche lief „Krieg der Sterne“ zum ersten Mal im deutschen TV. Und ich erlebte das, was so viele schon in meinem Geburtsjahr 1977 erlebt hatten: Meine Sicht auf Filme wurde neu geschrieben! Dieser SciFi-Film war einfach bahnbrechend, die Handlung, die Charaktere, die Effekte und und und… Schon nach zwei Wochen wurde „Ghostbusters“ vom Thron gestoßen! Spätestens nach den an den beiden folgenden Donnerstagen laufenden Fortsetzungen „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ wusste ich, dass ich zukünftig alles aufsaugen würde, was mir an diesen bahnbrechenden Hollywoodstreifen noch zugängig gemacht werden könnte. Der Begriff „Blockbuster“ wurde erst ein paar Jahre später etabliert, doch meine Sucht danach hatte bereits 1990 begonnen.

In den folgenden Monaten und Jahren wurde mein Hunger von weiteren „FilmFilmen“ wie „Jäger des verlorenen Schatzes“, „Gremlins“ oder „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ weiter für ein paar Stunden gestillt, aber meine Sucht war nicht zu stillen. Witzige Anekdote am Rand zu „Gremlins“: Um Sat.1 etwas auszubremsen erwirkte RTL bei der TV-Premiere von „Gremlins“, dass Sat.1 den ach so gruseligen Film von 20:00 auf 21:00 verschieben musste, um die armen jungen Zuschauer nicht zu gefährden. Hat RTL aber auch nichts gebracht.

Ab jetzt sah man mich mehrmals wöchentlich in der Videothek, also so ein Laden, bei dem man Filme auf VHS gegen Geld ausleihen konnte und sie nach dem Anschauen wieder dorthin zurück brachte, und auch das Kino war nicht mehr vor mir sicher. Spätestens nach „Zurück in die Zukunft“, „Alien“ und „Die Goonies“ war endgültig klar: Ich musste Filme sehen, mehr und immer mehr! Filme würden mein Leben werden! Und das alles nur wegen ein paar TV-Premieren im März 1990, wer hätte das gedacht! Danke, Sat.1!

Ach ja, wieso ausgerechnet „Jäger des verlorenen Schatzes“ neben meiner Begeisterung für „Indiana Jones“ gleichzeitig mein Unvermögen, Filmfehler zu übersehen und zu verzeihen, ausgelöst hat, erfahrt ihr bei unserer nächsten Zeitreise zu den FlimmerORIGINS!

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