„The Punisher“ – Nur Gewalt, Militarismus und Waffengeilheit!

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Mit „Daredevil“ begann eine interessante TV-Reihe eher unscheinbarer Marvel-Superhelden, die zuletzt im gemeinsamen Ensemble „The Defenders“ gipfelte. Ein interessanter Nebencharakter aus der zweiten Staffel von „Daredevil“ hat jetzt sein eigenes Spin-Off erhalten: der „Punisher“. Als Kontrastprogramm zum blinden Superhelden funktionierte „The Walking Dead“-Star Jon Bernthal in dieser Rolle nicht schlecht, eine eigene Serie war so fast unvermeidlich. Doch die Superkräfte „Gewalt“, „Rache“ und „ewiger Soldat“ können über 13 lange Folgen sehr langweilig werden, viel schlimmer kommt noch das direkte Ansprechen von Waffenbefürwortern und Militärbegeisterten hinzu. Erwartungsgemäß wurde natürlich auch der Gewaltlevel auf einen neuen Level gebracht, der das Franchise auch nicht unbedingt voran bringen dürfte. Immerhin scheint „The Punisher“ nicht direkt in die Haupthandlung der „Defenders“ einzugreifen, ich würde daher jedem, der nicht über fast 13 Stunden einer rachegeilen Tötungsmaschine und seinen nicht minder ätzenden Militärgegnern beim gegenseitigen Foltern und Töten zuschauen will, diesen Ableger doch zu überspringen!

Inhalt

Ex-Soldat Frank Castle (Jon Bernthal) hat als „Punisher“ alle brutal hingerichtet, die mit dem Mord an seiner Frau und seinen beiden Kindern in Verbindung standen, und wird von der Welt für tot gehalten. Doch der ebenfalls untergetauchte NSA-Mitarbeiter David Lieberman (Ebon Moss-Bachrach) macht ihn ausfindig und will Beweise liefern, dass Mitglieder seiner Spezialeinheit im Nahen Osten, für die auch Castle brutale Einsätze durchführte, hinter der Ermordung steckten. Er nimmt nicht nur wieder Kontakt mit Journalistin Karen Page (Deborah Ann Woll), sondern wendet sich auch an seinen Ex-Partner Billy Russo (Ben Barnes), der inzwischen einen privaten Sicherheitsdienst gegründet hat und seinem ehemaligen Freund Unterstützung zusagt. Im Genick hat er zudem die intelligente „Homeland“-Agentin Dinah Madani (Amber Rose Revah), die ebenfalls ein Verbrechen aus Castles Militärvergangenheit aufklären will.

Review

Wie der „Punisher“ tickt, war schon bei „Daredevil“ klar. Dass der brutale Killer aber ja innen drin ein so weiches Herz hat, scheint ihn hier aber trotzdem völlig davon frei zu sprechen, wie ein Berserker einen nach dem anderen umzulegen. Ja, schon verstanden, die waren ja alle total viel böser als der arme schicksalsgeprägte Frank, ist klar. Aber das Thema Selbstjustiz, die blinde Gewalt und das Töten als einzige Option, kommen hier sehr einseitig daher. Die Serie schämt sich auch nicht, einem verweichlichten Politiker, der sich gegen Waffenbesitz einsetzen will, von der bisher so sympatischen Karen Page erklären zu lassen, dass Waffenbesitz dringend nötig ist, weil die Guten sonst die Bösen ja nicht erschießen könnten. Spätestens ab diesem klaren Bekenntnis zur Zielgruppe war die Serie für mich nur noch schwer durchzuhalten.

Ich frage mich auch, warum dieses offensichtliche Experiment im MCU gleich über 13 Folgen gestreckt werden musste, wenn inhaltlich vielleicht fünf Folgen hätten gefüllt werden können und der Rest mit völlig überflüssigen Entwicklungen und Gewaltexzessen in die Länge gestreckt wurde. Sogar die „Defenders“ hatten zuletzt nur acht Folgen bekommen!

Naja, unterm Strich hoffe ich, dass dies der einzige Alleingang bleibt, andererseits besteht zu befürchten, dass hier ein ganz anderes Publikum auf seine Kosten gekommen ist und freudig nach einer neuen Mission des „Punishers“ schreit. Ich kann allen Fans der bisherigen „Defenders“-Serien nur empfehlen, dieses Spin-Off schön zu ignorieren. 13 Folgen sind wie gesagt sehr lang und in diesem Fall doch eher verschwendete Lebenszeit!

Fazit

Das „Punisher“-Spin-Off der „Defenders“-Reihe hat mit dem MCU nicht mehr viel zu tun, stattdessen kommen in erster Linie Befürworter von Waffenbesitz und Freunde von Militär, Folter und Selbstjustiz voll auf ihre Kosten. Da ich mich da nirgendwo wiederfinden kann, ist meine Empfehlung, den Einzeleinsatz des „Punishers“ bestmöglich zu ignorieren!

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