„It Comes At Night“ – Postapokalytischer Horrorthriller!

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Wieder mal verkaufen einem Trailer und Marketing einen Film dummerweise als etwas, was er nicht ist. Ich habe bei „It Comes At Night“ einen fiesen Monsterstreifen erwartet, doch der Horror in dem Film, der in einer Zeit spielt, nachdem die Menschheit von einer Seuche fast komplett dahingerafft wurde, geht hier nicht von Monstern oder Zombies aus, wie man erwarten könnte. Der intelligente und äußert spannende Thriller nutzt zwar viele Elemente des klassischen Horrorfilms, doch letztendlich zeigt er eine erschreckende Version davon, was Paranoia auch aus vermeintlich guten Menschen machen kann. Das ist aber letztendlich deutlich gruseliger als ein weiterer Monsterslasher.

Inhalt

Paul (Joel Edgerton), seine Frau Sarah (Carmen Ejogo) und ihr Sohn Travis (Kelvin Harrison Jr.) haben gerade auch Travis‘ Großvater an die Seuche verloren, die fast die gesamte Menschheit ausgerottet hat. Da sie sich verfolgt fühlen, haben sie sich in einem abgelegenen Haus verschanzt, wo sie eines Tages Will (Christopher Abbott) erwischen, der einzubrechen versucht. Dieser kann Paul davon überzeugen, dass er, seine Frau Kim (Riley Keough) und ihr kleiner Junge Andrew (Griffin Robert Faulkner) gute Menschen sind und die beiden Familien zusammen bessere Überlebenschancen hätten. Doch obwohl das Zusammenleben zunächst recht harmonisch abläuft, bleiben beide Seiten skeptisch den anderen gegenüber und können sich nicht uneingeschränkt trauen.

Review

Es ist fast schon ein kleiner Geniestreich, dass man hier die ganze Zeit auf den Angriff von außen wartet und die Probleme im Innern gar nicht so in den Vordergrund stellt, bis sie eskalieren. „It Comes At Night“ versteht es, ständig ein ungutes Gefühl zu verbreiten und auch den Zuschauer allen Personen immer etwas skeptisch gegenüber zu bleiben. Man folgt sogar jeder paranoiden Fährte, um sich rückwirkend fragen zu müssen, ob es wirklich einen Grund dafür gab. Der Verleih tut sich trotzdem keinen Gefallen, in erster Linie Fans von Monster- und Zombiefilmen sowie Horrorslashern in den Film zu locken, die bekommen nämlich nicht das, was sie erwarten. Gleichzeitig tun Fans von gut gemachten Thrillern den Film als Horrormassenware ab, woraufhin ihnen ein wirklich guter Film entgeht.

Neben der gelungenen Regie von Trey Edward Shults, der einem mit düsteren, beklemmenden Bildern ein ständig mulmigen Gefühl in den Magen drückt, das durch Albträume und Visionen noch zusätzlich unterstützt wird, machen auch die Darsteller ihre Sache gut. Gerade Joel Edgerton und Christopher Abbott überzeugen als Väter, denen der Schutz ihrer Familie über alles geht und die dem anderen trotzdem immer wieder das Gefühl vermitteln, dass eben genau diese Grundeinstellung dem anderen zum Verhängnis werden könnte. Was bei „The Walking Dead“ in deutlich zu vielen Staffeln bereits zu sehr übertrieben wurde, funktioniert hier großartig, nämlich die Antwort auf die Frage, ob das Leben in Abgeschiedenheit und mit ständiger Furcht und grundsätzlichem Misstrauen auch aus einem guten Menschen einen unkontrollierten Killer machen kann.

Fazit

Herrlicher düsterer und extrem spannender Blick in die menschliche Psycho unter unmenschlichen Lebensumständen, der auf gruselige Weise zeigt, dass der Mensch immer noch das größte Monster ist und auch grundsätzlich gute Menschen ihre Grenzen erreichen können.

Bildergalerie


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