„The Mist“ – Mittelmäßige Serienversion von Stephen Kings Nebelhorror

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Nein, „Der Nebel“ hat auch hier nichts mit John Carpenters Horrorstreifen „The Fog“ zu tun, die Serie basiert auf einer Geschichte von Stephen King wie schon die Kinoversion von 2008 mit Thomas Jane. Diese setzte bei dem mysterösen Nebelhorror auf fiese Rieseninsekten und Tentakelmonster, funktionierte vor allem in der schwarz-weißen Version und hatte wohl eines der fiesesten Filmenden überhaupt. Hier gibt es statt Monstern eher Konfrontationen mit der Vergangenheit der Charaktere, der Nebel scheint entweder ein militärisches Experiment und die Rache von Mutter Natur zu sein, je nachdem, welchem Charakter man glauben mag. Das ist zwar mitunter einigermaßen spannend, trotzdem bleibt die erste Staffel nur Massenware, die weit hinter der Kinoversion zurück bleibt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man sich wirklich mit keinem Charakter richtig identifizieren kann.

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„Death Note“ – Finstere Verfilmung des Kult-Mangas

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Nach „Ghost in the Shell“ schreit wohl keiner laut nach weiteren US-Verfilmungen japanischer Kultcomics, doch Netflix hat vor wenigen Tagen seine Fassung von „Death Note“ veröffentlicht. Da ich die Manga-Vorlage und die filmischen Umsetzungen aus Japan nicht kenne, habe ich leider keinen direkten Vergleich, aber die Verfilmung ist gut inszeniert und nicht zuletzt dank eines wirklich fies in Szene gesetzten Todesgottes auch schön gruselig. Andererseits wirkt der Film etwas gehetzt, die Charaktere bekommen so nicht unbedingt viel Tiefe und den grundsätzlichen moralischen Fragen, die der Film aufwirft, widmet man sich auch nicht genug. Wen das nicht stört, der kann sich hier gut schocken lassen und selber überlegen, ob er die Taten des Jungen, der Menschen durch ein mysteriöses Buch töten kann, gutheißen will oder eher nicht.

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„The Defenders“ – Das Marvel-Netflix-Helden-Crossover

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Nach den bunten Popcorn-Abenteuern der Superhelden des MCU startete Netflix 2015 überraschend mit „Daredevil“ eine optisch und inhaltlich wirklich gut gemachte Serie über einen B-Superhelden aus dem Hause Marvel. An die Erfolgsserie wurde eine zweite Staffel sowie jeweils eine Staffel der Marvel-Helden „Jessica Jones“, „Luke Cage“ und „Iron Fist“. Auch diese überzeugten durch ihren Stil, erreichten allerdings nicht die Klasse von „Daredevil“. Schon bei diesen Staffeln gab es Überschneidungen der Handlungen und gemeinsame Charaktere, mit „The Defenders“ hat Netflix jetzt die vier Hauptpersonen und fast alle Nebencharaktere erstaunlich gelungen zusammengeführt und hetzt die ungleichen Kämpfer gemeinsam auf einen gemeinsamen Feind, die böse Organisation „Die Hand“.

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„Narcos“ – Auch Staffel 2 der Drogenserie rockt!

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Im Gegensatz zur ersten Staffel, die einen Großteil des Lebens von Drogenbaron Pablo Escobar zeigte, widmet sich die zweite Staffel nur den letzten Monaten Escobars, von seiner Flucht bis zu seinem Tod. Doch auch die zweite Staffel, die am 4. September 2017 endlich auf DVD und Blu-ray im Handel erscheint, bietet die gleiche grandiose Mischung aus Spannung und Action wie Staffel 1. Rasant und spannend und zugleich sehr informativ, optisch und inhaltlich toll umgesetzt. „Narcos“ gehört mit zu den besten Serien der aktuellen Fernsehwelt und endet übrigens nicht mit Pablo Escobar, Anfang September startet bereits Staffel 3 auf Netflix.

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„What The Health“ – Beunruhigende Dokumentation über unsere Nahrung

Zusammen mit dem ausführenden Produzenten Joaquin Phoenix haben sich die Macher des Dokumentarfilms „What The Health – Wie Konzerne uns krank machen und warum niemand was dagegen unternimmt“ dem gewidmet, was uns von den Lebensmittel-Konzernen als Nahrung verkauft wird und welche gravierenden Gefahren mitunter davon ausgehen. Man versucht zu klären, warum sich sogar Gesundheitsorganisationen trotz der eindeutigen Verbindungen von Krankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit oder Krebs mit gewissen Lebensmitteln nicht dafür einsetzen, dass man die grundsätzlichen Richtlinien für die Herstellung von Lebensmitteln radikal ändert, sondern eher den Reichtum der Pharmakonzerne unterstützt. Wer diese Dokumentation durchhält, dem bleibt kaum etwas, das er danach noch bedenkenlos essen könnte. Die Dokumentation erscheint am 29. September 2017 auf DVD.

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„Planet der Affen: Survival“ – Düsterer dritter Teil des Reboots!

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Nach den fünf Klassikern aus den 70ern und dem misslungenen Remake von Tim Burton in den 90ern wurde das „Planet der Affen“-Franchise 2011 sehr gelungen wiederbelebt. Nachdem der erste Teil „Prevolution“ die Experimente mit den Affen und den dadurch verursachten Ausbruch einer Seuche thematisierte, widmete sich der zweite Teil „Revolution“ der Konfrontation von überlebenden Menschen und intelligenten Affen, der unausweichlich zum Krieg führte. Auch im dritten Teil steht Affe Caesar im Mittelpunkt, großartig von Andy Serkis per Motion Capturing in Szene gesetzt. Der eigentlich friedliche Affe kommt dieses Mal allerdings auch an seine Grenzen, als ein von Woody Harrelson gekonnt böse gespielter Colonel mit seinen Soldaten den Affen endgültig den Garaus machen will. Auch der dritte Teil beeindruckt mit wirklich lebensecht wirkenden Affen und einer bitteren Handlung, in der man sich so gar nicht mehr mit seiner eigenen Rasse identifizieren kann. „Survival“ rundet die neue Trilogie ab und bietet ein Ende, das die Reihe sinnvoll abschließt. Eine weitere Fortsetzung würde vermutlich nicht mehr funktionieren.

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„Okja“ – Geniale und düstere Riesenschweinerei!

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Nach „Snowpiercer“ hat der südkoreanische Regisseur Joon-ho Bong jetzt seinen zweiten Film mit größtenteils US-Schauspielern gedreht, „Okja“ ist allerdings eine Netflix-Produktion, die aber durchaus Kinopotential hätte. „Ein Schweinchen namens Babe“ war gestern, wenn hier ein Mädchen sein Lieblingsschwein retten will, hat das außer dem Knuddelfaktor des tierischen Hauptdarstellers nichts mehr mit dem Kinderfilm gemeinsam. „Okja“ ist eine bitterböse Abrechnung mit der Fleischindustrie, die einem mit dem immer düsterer werdenden Szenario mehrfach den Magen umdreht. Neben den großartig spielenden Stars Tilda Swinton, Jake Gyllenhaal, Paul Dano und Steven Yeun bietet die größte Leistung allerdings die kleine Seo-Hyun Ahn, die so authentisch spielt, das es einem schon weh tut, bei allem, was ihr wiederfährt. Beeindruckend animiert ist aber auch das Riesenschwein Okja, bei dem man mit der Zeit wirklich vergisst, dass es nicht echt ist, wenn es gerade durch einen Supermarkt kracht. Absolut empfehlenswert, eine großartige Netflix-Produktion, die unter die Haut geht.

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„Dunkirk“ – Audiovisuell intensiv, erzählerisch leer

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Dass sich insbesondere die englischsprachigen Kritiken geradezu mit Superlativen bezüglich „Dunkirk“ überschlagen, hat mich letztlich doch noch ins Kino gelockt, obwohl ich Kriegsfilmen skeptisch gegenüberstehe und mich die Trailer bisher kaltgelassen haben. Nolans minimalistische Fokussierung auf das nackte Gefühl vom Überleben ist interessant, auch technisch ist der Film klar das Meisterwerk, zu dem es momentan mitunter erklärt wird. Sounddesign und Kamera sind fantastisch, sodass der Film eine intensive Kriegserfahrung ermöglicht. Erzählerisch hat der Film jedoch so wenig zu bieten, dass man trotz temporeicher Musikuntermalung und Schnittfolge irgendwann durch die repetitiven Szenen, die Gesichtslosigkeit der Figuren und die patriotischen Anklänge auf die Uhr guckt. Ich habe mich irgendwann eher gelangweilt. Der Gang ins Kino lohnt sich, wenn man sich einfach von den Bildern und Geräuschen berauschen lassen will.

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