„Lady Bird“ – Saoirse Ronan will erwachsen werden

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Dieser gelungene Coming-Of-Age-Film wäre vermutlich an mir vorbeigegangen, wäre der Film aufgrund seiner rekordverdächtigen Anzahl positiver Kritiken nicht überall erwähnt worden. Die dadurch ungünstigerweise geschürte Erwartungshaltung kann „Lady Bird“ zwar nicht erfüllen, jedoch ist Regisseurin Greta Gerwig ein wirklicher toller Film übers Erwachsenwerden gelungen, der sich amüsant, emotional und intelligent sehr vielen Aspekten einer jungen Frau widmet, die aufgrund der konservativen Erziehung, der schweren Beziehung zu ihrer Mutter, den Problemen mit der ersten Liebe, der Konfrontation mit Homosexualität und entsprechender Diskriminierung und nicht zuletzt der schlechten finanziellen Situation ihrer Familie ihren eigenen Widerstand gegen die Einschränkungen ihrer Welt immer weiter auslebt und von einer illusorischen Vorstellung einer besseren Welt in der großen Stadt angetrieben wird. Hauptdarstellerin Saoirse Ronan und „Roseanne“-Star Laurie Metcalf in der Rolle ihrer Mutter waren zudem völlig berechtigt bei den Oscars für ihre Leistungen nominiert, sie bringen den Mutter-Tochter-Konflikt wirklich realistisch und abwechslungsreich auf die Leinwand. Leider ging der Film bei den Oscars leer aus, trotz weiterer Nominierungen für Regie, Drehbuch und bester Film.

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„It Comes At Night“ – Postapokalytischer Horrorthriller!

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Wieder mal verkaufen einem Trailer und Marketing einen Film dummerweise als etwas, was er nicht ist. Ich habe bei „It Comes At Night“ einen fiesen Monsterstreifen erwartet, doch der Horror in dem Film, der in einer Zeit spielt, nachdem die Menschheit von einer Seuche fast komplett dahingerafft wurde, geht hier nicht von Monstern oder Zombies aus, wie man erwarten könnte. Der intelligente und äußert spannende Thriller nutzt zwar viele Elemente des klassischen Horrorfilms, doch letztendlich zeigt er eine erschreckende Version davon, was Paranoia auch aus vermeintlich guten Menschen machen kann. Das ist aber letztendlich deutlich gruseliger als ein weiterer Monsterslasher.

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„The Commuter“ – Liam Neeson wieder voll in Action!

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Da dachte man nach „Silence“ und „The Secret Man“ doch schon für einen kurzen Moment, Liam Neeson würde endlich wieder ins Charakterfach zurückwechseln und den immer gleichen Charakter des Familienvaters, der zum Wohle seiner Familie seine Talente im Töten auspackt und Verbrecher unschädlich macht, endlich hinter sich lassen. „The Commuter“ kommt zwar etwas entspannter daher als „96 Hours“, „Run All Night“ oder „Non-Stop“, aber unterm Strich ist es eigentlich die gleiche Meterware. Der Film ist zwar größtenteils ganz spannend, aber eben doch Action-Massenware mit einem Neeson auf seinem typischen Killer-Level. Da er hier aber ein Ex-Cop ist, soll er sich eher aufs Kombinieren als aufs Töten konzentrieren, Leichen und Prügeleien gibt es aber trotzdem genug. Wer Lust auf einen „Liam-Neeson-Actionfilm“ hat, der kann auch „The Commuter“ sehen. Wer etwas Originelles sehen will, hat sicher schon vorher geahnt, dass er das hier nicht finden wird.

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„Daddy’s Home 2“ – Ämusante Fortsetzung mit Weihnachtsfeeling!

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Wenn eine komplizierte Familiensituation noch komplizierter werden soll, holt man einfach eine zusätzliche Generation dazu, das hat schließlich schon bei „Meine Frau, unsere Kinder und ich“ gut funktioniert. Das dachte man sich auch bei der Fortsetzung der Komödie „Daddy’s Home – Ein Vater zuviel“, wo das Mega-Weichei von Stiefvater in Form von Will Ferrell mit dem coolen biologischen Vater Mark Wahlberg um die Gunst des Nachwuchses buhlte. Auch wenn Will Ferrells bekannt kindische Performance insgesamt wieder etwas grenzwertig war, funktionierte der Humor letztendlich aufgrund des guten Zusammenspiels mit Mark Wahlberg dann doch irgendwie. Jetzt kehren wir in die Welt der „Co-Daddies“ zurück und dürfen nicht nur John Lithgow als ebenfalls sehr überdrehten Vater von Ferrells Charakter und Mel Gibson (!) als sarkastisch fiesen Dad von Wahlberg mit im Team begrüßen. Zusammen bietet die Großfamilie einen Weihnachtstrip, der teilweise schon fast eine Konkurrenz zu den Griswolds in „Schöne Bescherung“ darstellt.

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„Coco“ – Pixars spaßiger Ausflug in die Welt der Toten!

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Das ehemalige Animationsaushängeschild Pixar hatte zuletzt 2015 mit „Alles steht Kopf“ mal wieder einen echten Geniestreich hingelegt, danach konnten „Findet Dorie“, „Arlo & Spot“ sowie „Cars 3“ nur bedingt als großer Wurf bezeichnet werden. Das ändert sich jetzt mit „Coco – Lebendiger als das Leben“, der mit herrlich schrägem Humor und einer gefühlvollen Geschichte über den Tod und die Musik mal wieder einen Nerv trifft. Die Geschichte über einen Jungen aus Mexiko, der so gerne Musiker wäre, dessen Familie aber aufgrund einer alten Familiengeschichte Musik komplett aus ihrem Leben verbannt hat, und den es am Tag der Toten aus Versehen in deren verrückte Welt verschlägt, kann mit vielen amüsanten Ideen und einer tollen Mischung aus Witz und Gefühl mal wieder auf voller Länge überzeugen.

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„Mother!“ – Jennifer Lawrence brilliert in völlig krankem Szenario!

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Eins muss man Regisseur Darren Aronofsky lassen, man weiß bei seinen Filmen nie, was einen erwartet. Allerdings gelingen seine Filme nicht immer, neben absoluten Meisterwerken wie „Requiem For A Dream“ oder „Black Swan“ sind auch immer mal wieder Misserfolge wie „Noah“, „The Wrestler“ oder „The Fountain“ dazwischen. „Mother!“ ist jetzt ein ganz besonderer Fall, ein künstlerisch und optisch wirklich beachtliches Werk, eine unglaublich nervenzerfetzende Handlung voller kranker Einfälle mit wirklich großartig spielenden Schauspielern wie Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Michelle Pfeiffer, Ed Harris, Domhnall Gleeson oder Kristen Wiig. Mir persönlich war der Film letztendlich aber doch zu krank, zu grenzenüberschreitend und hat mich dann doch eher verstört als unterhalten. Manche Dinge muss ich echt erst mal wieder aus meinem Kopf kriegen und würde den Film daher auch nicht unbedingt empfehlen. „Mother!“ ist kein Horrorfilm, sondern ein bitterböser Psychotrip, der einen heftig bei den tiefsten Ängsten packt und bis zum Ende immer noch einen Level drauf setzt. Wer sich dem trotzdem stellen möchte, der soll später nicht sagen, ich hätte ihn nicht gewarnt.

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„Wilson – Der Weltverbesserer“ – Woody, das freundliche Arschloch!

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Woody Harrelson war schon immer ein guter Kandidat für spezielle Charaktere, auch für Wilson, dessen überaus direkte Ehrlichkeit ihm nicht unbedingt Freunde beschert, ist er die perfekte Besetzung. „Wilson“ ist ein schöner Film übers Älterwerden und die Unberechenbarkeit des Lebens mit einem tollen Hauptcharakter, den man trotz seiner speziellen Art schnell ins Herz schließt. So würde die absurde Grundhandlung, wie er seiner Ex ihre damals zur Adoption freigegebene Tochter stalkt, schon für einen netten Film sorgen, doch hier gibt es doch noch die ein oder andere Wendung, die man so nicht hat kommen sehen. Mal lustig, mal traurig, ein schöner Film für Zwischendurch, der mit Woody Harrelson, Laura Dern und Judy Greer die perfekten Schauspieler besetzt hat.

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„Lion – Der lange Weg nach Hause“ – Rührendes Drama!

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Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben, so auch in diesem Fall. „Lion“ erzählt die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte eines fünfjährigen Inders, den es aus Versehen weit weg von Zuhause verschlägt und der Jahrzehnte später anfängt, über Google Earth seinen Heimatort wiederzufinden. Der Film wird trotz der potentiell rührseeligen Geschichte nie kitschig, dafür hat er so einige bittere Momente, die das überbevölkerte Indien mal nicht als buntes Land voller Lebensfreude zeigt, sondern eher als Hölle für Kinder ohne Zuhause.

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