David Lynch – Der Versuch einer Interpretation

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Letzten Sonntag trafen sich CAT, THREEPWOOD, BATEMAN und PAU, um die abstrus wirkenden Filme „Mulholland Drive“ und „Lost Highway“ von Kultregisseur David Lynch zu sehen und zu diskutieren. Hier ist ihr Versuch einer kurzen Interpretion der zwei Filme:

Mulholland Drive

Die Hauptperson sieht nach dem Scheitern von Schauspielkarriere und Liebe nur noch Rache und Auftragsmord als Ausweg, um dann aufgrund des schlechten Gewissens dem Wahnsinn zu verfallen und sich schließlich das Leben zu nehmen.

Der Film teilt sich in zwei Teile auf, den realen Teil, den man ab dem Öffnen der blauen Box sehen kann und dem „Traumteil“ am Anfang, der chronologisch nach dem realen Teil unmittelbar vor ihren Tod einzuordnen wäre. Dieser zeigt, wie die Hauptperson sich eine Zukunft vorstellt, wenn ihre Freundin den von ihr in Auftrag gegebenen Mord überlebt hätte. Viele Aspekte aus dem realen Teil finden sich hier wieder, Namen, Orte, Dinge und Personen tauchen aber (wie viele sicher aus eigenen Träumen kennen) an anderer Stelle wieder auf, die Mutter des Regisseurs wird zur Hausverwalterin, die Freundin ihrer Geliebten zu einer Konkurrentin, auch sie selbst nimmt einen fremden Namen und Charakter an. Als sie realisiert, dass ihr Wunschtraum nur eine Illusion war, nimmt sie sich das Leben. Silencio.

Natürlich ist das nur eine Theorie, vielleicht stellt die Geschichte auch zwei bizarr miteinander verworrene Parallelwelten dar oder alle Figuren sind verschiedene Persönlichkeiten der Hauptperson. Eine interessante Interpretation findet ihr z.B. auch hier.

Lost Highway

Wenn man erstmal den langatmigen Anfang hinter sich gebracht hat, stürzt man in eine verworrene Story, die zahlreiche Aspekte zur Interpretation bietet. Die einfachste ist wohl, dass der Mephisto ähnelnde Typ ein Dämon oder der Teufel persönlich ist, der Personen manipuliert und für seine Zwecke missbraucht, sie zu einer Person verschmelzen oder sogar einen Austausch vornehmen kann. Die von Patricia Arquette dargestelleten Frauen benutzt er ebenfalls zur Steuerung dieser Personen. Während der Hauptdarsteller sich noch zuerst gegen den Einfluss von „Mephisto“ wehrt, fügt er sich am Ende seinem Schicksal, ein „Angestellter“ des Teufels zu sein.

Bleibt die Frage, ob der Hauptdarsteller seine Frau am Anfang ermordet hat, weil er ihre Bösartigkeit erkannt hat oder ob auch dies eine von „Mephisto“ geplante Handlung war. Natürlich könnte der Hauptdarsteller aber ebenso seine Frau ermordet haben und „Mephisto“ und alles nach seiner Verhaftung seiner kranken Phantasie entspringen.

Wer Goethes „Faust“ gelesen hat, findet hier allerdings auch sehr viele Parallelen. Man nehme nur den Satz von Faust: „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen: die eine hält in derber Liebeslust sich an die Welt mit klammernden Organen; die andre hebt gewaltsam sich vom Dust zu den Gefilden hoher Ahnen.“

—–> Dies sind natürlich auch nur die Hauptaspekte der Diskussion, alles andere hätte den Rahmen gesprengt, aber die Comments können natürlich gerne zur weiteren Diskussion genutzt werden, unsere Theorien müssen ja nicht stimmen… ;)

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Ein Kommentar

  1. alles nicht so einfach; aber mit diesen theorien kann man immerhin fast alles in den filmen erklären. ein wenig rätselhaft bleiben dennoch die psychopathischen großeltern, die dann ja nur in wahnvorstellungen vorkommen.

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