„Flug 2039“ – Endlich eine Verfilmung?

Eigentlich sollte 2001 mit den Dreharbeiten des zweiten Romans von Chuck Palahniuk, dem Autor von „Fight Club“, begonnen werden, doch dann kam der 11. September. Als Flugzeugentführungen wieder aktuell wurden, entschied man sich, dass nicht die richtige Zeit sei, dieses provokante Buch zu verfilmen.

Eigentlich ist die Flugzeugentführung nur die Rahmenhandlung eines spannenden und für Palahniuk typisch abgedrehten Romans, der sich eigentlich mit den in den Neunzigern aufgekommenen Sekten-Massenselbstmorden beschäftigt. Wieder mal gibt es eine Hauptperson, deren Leben wir mitverfolgen. Palahniuk erzählt in kranker Manier und dauernden Zeit- und Gedankensprüngen über dessen Erlebnisse und Traumata. Auch wenn das Ende nicht so krass ist wie bei „Fight Club“, ist dies Buch allemal einen Film wert. Und schliesslich hies es im Original auch „Survivor“ und ist damit auch gar nicht so dicht an der Fliegerei.

Es geht um Tender Branson, der einer den Amish gleichenden Religionsgemeinschaft aus Nebraska angehört, die sich selbst die Credisten nennen. Sie haben ihm gewisse Normen aufgegeben, z.B. dass er keinen Sex haben darf, weil er nicht der erstgeborene Sohn ist. Außerdem haben sie ihn ausführlich in Haushaltskunde und Etikette unterrichtet. Als er 17 Jahre alt war musste er seine Gemeinschaft verlassen und ist seitdem eine Haushaltshilfe bei einem Ehepaar, das er nach Strich und Faden verarscht. Je länger er außerhalb der Gemeinde lebt, desto mehr will er von deren Kurs abweichen.
Und eines Tages kommt es, dass er der letzte Credist ist, denn alle Credisten, die außerhalb der Gemeinde leben, müssen sich irgendwann umbringen. Dies ist ein großer Wendepunkt in seinem Leben, denn plötzlich wird er als Medienstar entdeckt.

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