Was ist ein (guter) Liebesfilm?

Nachdem ich in den letzten Tagen Filme wie „Liebe braucht keine Ferien“ und „Der letzte Kuss“ gesehen habe, habe ich mich gefragt, ob das eigentlich Liebesfilme waren oder ob diese Kategorie eigentlich nur für Filme von Rosamunde Pilcher gilt, weil „gute“ Filme zum Thema Liebe immer eher Komödien oder Dramen sind.

So waren diese beiden Filme zum Thema Liebe sehr unterschiedlich. „Der letzte Kuss“ mit „Scrubs“-Star Zach Braff drehte sich um ein paar Freunde Ende 20, die sich eher mit den Problemen von Liebe, Vertrauen und Verlockung herumschlagen mussten, und war für mich eindeutig ein Drama und zu tiefgehend für einen Liebesfilm. Bei „Liebe braucht keine Ferien“ war die Story einfach zu unrealistisch, seicht und vorhersehbar, um wirklich etwas wie Tiefgang hinein zu interpretieren. Hier taucht „Liebe“ schon im Titel auf und ich würde ihn auch eher in den Kategorie „Liebesfilm“ einordnen, aber generell läuft er unter „Komödie“. Trotzdem war auch dieser Film unterhaltsam, was wohl in erster Linie den Hauptdarstellern Jude Law, Cameron Diaz, Kate Winslet und Jack Black zu verdanken war.

Als Mann kommt man sich immer wieder seltsam vor, wenn man zugeben soll, einen Liebesfilm zu mögen, aber dafür gibt es inzwischen einfach zu viele Filme zu dem Thema, die mich wirklich begeistert haben wie „Garden State“, „Elizabethtown“, „Hautnah“ oder natürlich „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Ja, ich mochte sogar „Tatsächlich … Liebe“! Andererseits würde ich keinen Film von Rosamunde Pilcher durchhalten oder mich zu „Dirty Dancing“ oder „Pretty Woman“ zwingen lassen.

Wie definiert ihr die Kategorie „Liebesfilm“ und welche Filme gehören dazu? Und an alle männlichen flimmerBLOG-Besucher: Welcher „Liebesfilm“ hat euch begeistern können?

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6 Kommentare

  1. Erst einmal:
    Ich finde „Die fabelhafte Welt der Amélie“ ist ganz und gar kein Liebesfilm! oO

    Aber wieso dürfen Liebesfilme deiner Meinung nach nicht zu tief sein?
    Liebe ist für den Menschen etwas Existentielles und gerade wenn sie tief geht, ist sie fassbar.

    Der klassische Liebesfilm, also die „Schnulze“ ist für mich auch Rosamunde Pilcher-Zeug.

    Aber Liebesfilme die ich echt toll fand: „Auf immer und ewig“, „Pretty Woman“ und „Dirty Dancing“ sind für mich ganz tolle Kindehitserinnerungen und gehören auch damit zu.
    Das ist eine echt schwere Frage.

    Hm…aber mir fällt gerade auf, dass ich in Filmen immer andere Aspekte suche, so ist für mich „Elizabethtown“ nicht vordergründig ein Liebesfilm.

  2. Also ich frage mich, gibt es einen reinen Liebesfilm überhaupt? Die meisten heißen doch in diesem Sinne eher „romantic comedy“ oder halt ein Melodram oder so. Eiigentlich ist in jedem Film der Aspekt „Liebe“ anzutreffen. In irgendeiner Form steht der Protagonist doch immer mit einer Frau bzw. einem Mann in Relation, wobei diese dann oft enger ausfällt als wann anders. Ein Action Film ohne Leading Lady, da fehlt was. In diesem Fall ist dann Liebe das Motiv für die ganze Metzelei und für’s Blutvergießen. Natürlich gibt es auch Filme, die ohne das auskommen, „Der blutige Pfad Gottes“ hatte glaub ich keine Romanze drin und ist „trotzdem“ (oder gerade deshlab ;) ) topp. Aber bei einfach aufgebauten Filme ist das wirklich schon Muss. In gewisser Weise ist dann sogar „Terminator“ ein Liebesfilm ;) . Also der Terminus „Liebesfilm“ ist nicht so recht signifikant für einen Filmtypus, ma sagen. Da finde ich „Schnulze“ schon passender :D .

    Nun zur zweiten Frage: Es kommt auf die aktuelle Stimmung an, würd ich sagen, ob man eine „Schnulze“ nun gut oder nur übel findet. Filme, wo er sie am Ende dann doch nicht kriegt oder so, finde ich in der Hinsicht dann eher ansprechender als solche mit daherfantasiertem Happy End.
    Beispiel: „Pretty Woman“:
    Bis zu dreiviertel des Films: joa ganz nett, dann die typische dramatische Wendung, hui, die mal wieder so übel schlecht ins Bild passt, dass man die Protagonisten am liebsten mit der Zunge an Brett nageln würde und mit Stacheldraht auspeitschen ( is doch wahr *g*). Dann sind alle sauer, tjoa dann nicht mehr, achja: Happy End. Typischer Aufbau einer romantic comedy, irgendwie :/ .
    In dieser Hinsicht war „Lost in Translation“ mal was anderes, das war mal ne etwas andere Ebene von Liebe. Und nach meiner Erinnerung (vielleicht hab ich mir das auch nur eingebildet :D ) haben sie sich am ende nicht gekriegt *g* . Das also mein Kandidat für Begeisterung. So ersmal Schluss jetzt *g*, schon wieder viel zu viel geschrieben.

  3. Ich meine ja gar nicht, dass ein Liebesfilm nicht tiefgehend sein darf, mich hat nur die Definition von „Liebesfilm“ interessiert. Offensichtlich steht ein „Liebesfilm“ selten als Kategorie alleine, ist wohl eher eine Unterkategorie. Bei dem Tiefgang von „Der letzte Kuss“ meinte ich, dass das Thema Liebe mehr vom Thema Verantwortung und Reife in den Hintergrund gedrängt wurde, dass ich mich hier für die Bezeichnung „Drama“ entschieden hätte, wenn ich nur eine Kategorie hätte auswählen dürfen. Und die Aufzählung der Filme am Ende sind halt Filme zum Thema Liebe, aber weder „Amélie“ noch „Hautnah“ dürften wohl wirklich als „Liebesfilm“ bezeichnet werden. Von allen Filmen, die ich dazu gesehen habe, würden „Liebe braucht keine Ferien“ und „Tatsächlich … Liebe“ wohl am ehesten zur Definition von Liebesfilm passen. Wenn es denn überhaupt eine gibt… ;)

  4. „Tatsächlich…Liebe“ kann wohl als Liebesfilm schlechthin bezeichnet werden, weil es eben genau ist, wie Schütti sagt: Es gibt eigentlich keinen Film, der kein Liebesfilm ist. Wenn man Liebe mal als das betrachtet, was sie ist, dann wird das ganz klar. „Tatsächlich…Liebe“ versucht zu zeigen, dass es unendlich viele Formen von Liebe gibt, von Mutter zu Tochter, von Schwester zu (krankem) Bruder von Stiefvater zu Sohn und so weiter. Es gibt unglückliche Liebe, unerwiderte Liebe, ungerechte Liebe, leidenschaftliche Liebe, verbotene Liebe, heimliche Liebe…nennt mir einen Film, in dem es nicht um Liebe geht! Ihr werdet keinen finden! Weil Liebe nun einmal zu wichtig ist und weil die (grausame) Forschung des letzten Jahrhunderts bewiesen hat, dass wir ohne Liebe sterben. So ist das halt. Dementsprechend sind für mich alle Filme irgendwie Liebesfilme. Manche reiten auf dem Thema rum oder machen es kitschig, andere gehen damit ganz verdeckt um. Die Umsetzung hängt dann aber nur von der Zielgruppe ab. Pilcher ist halt kitschig gemacht, um die seichte Zielgruppe ab Mitte 30 zu begeistern. Pretty Woman ist ebenso seicht, aber für viele mit guten Erinnerungen verbunden, ebenso wie Grease oder Dirty Dancing. „Requiem for a dream“ ist kein typischer Liebesfilm, aber worum geht’s da? Um Liebe zu Drogen, um Einsamkeit, um Sehnsucht, um Liebe von Sohn zu Mutter und Liebe von Mann und Frau. LIEBE! Selbst Al Gore macht einen Film aus Liebe zur Natur und zur Welt. Okay…Jackass mag jetzt wirklich nichts mit Liebe zutun haben. Aber sonst wird’s echt schwierig. Tja, Campbell hat’s uns halt schon immer gesagt, es ist immer die gleiche Liebesgeschichte, nur unterschiedlich erzählt!

  5. Hallo ich würde gerne wissen wie Liebesfilme grundsaätzlich aufgebaut sind also ablaufen?! Da ich in Englisch ein Referat darüber halte.

  6. Es gibt sehr unterschiedliche Formen von Liebesfilmen. Es gibt durchaus viele Komödien, die Liebesfilme sind, aber auch Dramen oder große Hollywood-Blockbuster wie Titantic.

    Ich denke ein Liebesfilm ist jeder Film, der eine große Liebesgeschichte beinhaltet. Erst vor kurzem habe ich mir Remember Me angeschaut. Der Film hat kein Happy End und ist eher schwermütig, dennoch wird damit eine wunderbare Liebesgeschichte erzählt. Ähnlich ist der Film Garden State mit Zach Braff, ein Indie-Film mit sehr schrägen Charakteren, der aber dennoch eine wundervolle Geschichte beinhaltet.

    Ein Liebesfilm ist für mich jeder Film, der eine Liebesgeschichte spürbar macht. Dazu zählen auch Filme, die keine klassische Liebesgeschichte zwischen Mann und Frau beinhalten wie z. B. Brokeback Mountain (Liebe zwischen zwei Männern) oder Hachiko (Liebe zwischen Mensch und Tier).

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