„A Sound of Thunder“ – Totgeburt in Perfektion

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thunder.jpgAlso, ich versuche es mit meinen Worten, auch wenn es wahrscheinlich nicht reicht, diesen Film nur zu beschreiben. Ich habe mit PAU und THREEPWOOD vor kurzem „A Sound of Thunder“ gesehen und ich glaube, es wird sehr, sehr lange Zeit dauern, bis ich etwas ähnlich Schlechtes in solcher Form in meinem Leben sehen werde. Es ging um Zeitreisen und darum, dass man die Gegenwart verändern kann, wenn man etwas in der Vergangenheit macht, der sogenannte „Butterfly Effect“. Soweit so gut, aber DAS, was ich an dem folgenden Abend gesehen habe, spottet jeder Beschreibung. Ich habe die meiste Spielzeit des Films nur schallend gelacht und es tut echt weh, sich diesen Film anzugucken. Ich gehe sogar soweit und behaupte, dass man sich beim Schauen des Films sich einen „Uwe Boll-Film“ herbei sehnt.

Ich weiß noch nicht einmal, wo ich anfangen soll. Bei den miesen Schauspielern vielleicht, wo Ben Kingsley, der Einäugige unter den Blinden war und scheinbar schon so dermaßen abgehalfert sein muss, dass er bei einem so absoluten Super-GAU von Film mitspielen muss. Keine Ahnung, aber es tut echt weh, den ehemaligen „Ghandi“-Schauspieler so spielen zu sehen, seine Perücke zu sehen ist übrigens auch echt schmerzhaft. Die restlichen Schauspieler kennt man zwar nicht, aber man wird sie nach diesem Film auch sicherlich nicht mehr irgendwo sehen können, außer vielleicht bei einem Boll-Film, aber auch Boll (der bei dieser Review zu Recht häufig genannt wird) würde sich schämen, mit solchen Schauspielern zu arbeiten. Wenn man es recht überlegt, sollte man alle sogenannten „Schauspieler“ in irgendein russisches Arbeitslager stecken, aber ich schätze, auch das wäre noch nicht Strafe genug.

Nehmen wir doch einfach das Drehbuch, welches soooo hanebüchen (oder einfach scheiße) ist, dass man all das echt nicht glaubt. Der Film besitzt wirklich keine „Logiklöcher“, denn der Film IST ein einziges Logikloch. Die Geschichte ist von Anfang bis Ende kompletter Schwachsinn und obwohl man wirklich kein Physiker ist, so kann man mit Gewissheit sagen, dass das alles so derart blöd ist wie nichts anderes. Nachdem etwas in der Vergangenheit verändert wurde, kommen merkwürdige Zeitwellen in der Gegenwart, die aber die Hauptpersonen auch durch andere Vergangenheitsepochen verfolgen und jedes Mal, wenn solch eine „Welle“ kommt, verändert sie eins der Wesen in der „Evolutionsreihe“. Das klingt ziemlich blöd? Es ist aber noch viel schlimmer, als man jetzt schon denken möchte. Als erstes werden die Pflanzen größer und joa…irgendwie größer, dann kommen die Insekten dran etc. … Da darf man sich nachher auf tolle Paviansaurierdingens bereit machen, die an der Decke baumeln wie Fledermäuse. Wo wir bei Fledermäusen gerade schon sind, man darf nachher auch merkwürdige Saurierfledermäusepaviane bestaunen. Der absolute Höhepunkt ist aber (nach der atemberaubenden Wasserschlange) ein Wesen, welches aussieht wie ein Mensch und ein Karpfen (!!!!!!), dabei ist es übrigens noch lila.

Die Animationen will ich kurz abhandeln. Sowas schlechtes habe ich noch nie gesehen und es erinnerte einen sehr stark an die Anfangszeiten der Videosequenzen bei Computerspielen. Aber die Macher des Films dachten, wenn schon schlechte Animationen, dann soll man sie auch immer sehen, deswegen wird der Zuschauer konstant mit Einstellungen gequält, die teilweise so stark animiert sind, nur leider extrem schlecht, dass man unfreiwillig das Kotzen bekommt.

Wenn ich jetzt sagen würde, der Film wäre schlecht, dann würde man ihn mit anderen schlechten Filmen vergleichen, aber solch ein Vergleich wäre einfach nur falsch und äußerst unfair, denn dieser Film geht nochmal ein paar tausend Grenzen weiter. Man kann es wirklich nicht beschreiben, echt nicht. Wenn man sich vorstellt, dass für diesen Film an die 80 (!!!) Millionen ausgegeben wurden und Ben Kingsley, wie auch Heike Makatsch und Armin Rohde (allerdings in einer super kurzen Rolle) da mitgespielt haben, dann hält man es für einen schlechten Traum.

Deswegen mein Fazit: Wohl einer der schlechtesten Filme, aber gerade deswegen muss man ihn wirklich sehen. Man glaubt es sonst nicht und bloße Worte reichen einfach nicht aus, um so was zu beschreiben.

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3 Kommentare

  1. Es war wirklich unglaublich! Ich dachte immer, so eine Schrottimitation eines Filmes wie Uwe Bolls Meisterwerk „Alone in the Dark“ würde in seiner Gesamtheit kaum zu schlagen sein! Weit gefehlt! Es ist schwer für jemanden, der gerne Filme kritisiert, zu erklären, wieviel schlechter dieser Film noch war, aber ich will es versuchen…

    Als ich vor einem Jahr einen Trailer zu „A Sound of Thunder“ gesehen habe, fand ich das alles gar nicht so uninteressant, aber dass der Film dann doch irgendwie nicht im Kino lief und lange Zeit später plötzlich unspektakulär auf DVD auftauchte, machte mich dann doch stutzig. Nach den ersten miesen Animationen, den ersten peinlichen Darstellerdarbietungen und einem kurzen Einblick in die Story (die von der Grundidee ja nicht schlecht war) habe ich nur noch fassungslos geguckt. Und nicht der Hauch einer Parodie, der Film nahm sich echt voll ernst. Erklärungen für die seltsamen Geschehnisse ließen auf sich warten und wenn sie dann kamen, waren sie so peinlich konstruiert, dass man den nächsten Lachflash bekam. Ich stelle mir vor, wie diese „Veränderungswellen“ vorher im Brockhaus die Arten nachschlagen und dann überlegen, ob sie mit der nächsten Welle jetzt Fische nehmen.

    Lachflashs bekam man übrigens sehr oft, dafür spielten die Darsteller einfach zu schlecht und sahen die mutierten Tiere einfach zu blöde aus. Und das soll jetzt 50 Jahre in der Zukunft sein? Da hat sich aber keiner Gedanken über Weiterentwicklung gemacht. Und wenn ihr nicht genug Geld für (fertige) Animationen hattet, warum haut ihr sie dann in jede Einstellung? Respekt an die Animationsfirma, die bei den 80 Millionen Budget für den Scheiß bestimmt richtig gut abgegriffen hat.

    BATEMAN hat recht, man weiß nicht, wo man anfangen soll, jede Minute des Films weist mehr Peinlichkeiten auf als alle Spielberg-Filme zusammen. Die Darsteller und der Regisseur sollten lieber in Zukunft keine Jobs mehr annehmen oder versuchen, diesen Film einfach aus ihrer Vita zu streichen, ernst nehmen kann man sie nicht mehr. Unglaublich, aber der Film überholt sogar verkackte „High-Budget-Filme“ wie „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ und „The Core“ und fordert sogar „Daniel der Zauberer“ heraus…

    Daher auch mein Fazit: Wer mal richtig lachen will und lernen möchte, was man beim Drehen von Filmen NICHT machen darf, sollte diesen Film unbedingt angucken. Er wirkt so unfreiwillig komisch, dass man einfach nur noch laut lachen kann. Aber Vorsicht, Kopfschmerzen sind auch garantiert…

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