Benjamin Lebert – Er, sie, es liebt mich nicht.

Benjamin LebertBenjamin Lebert wird als einer der vielversprechensten Jungautoren Deutschlands unserer Zeit gehandelt. Mit dem Buch „Crazy“, das gleichnamig verfilmt wurde begann er mit 16 Jahren seine Schreibkarriere. Inzwischen hat er zwei weiter Romane veröffentlich, an denen man eindeutig eine Entwicklung spürt. Während „Crazy“ noch aus der sicht eines 16-Jährigen geschrieben war, entwickelt sich sein Stil homogen weiter und betrachtet nun die Zeit 20-30 Jahre.

Ich habe inzwischen beide anderen Bücher „Der Vogel ist ein Rabe“ und „Kannst Du“ gelesen und war sehr positiv beeindruckt. Lebert versteht es die Gefühle und Wirrungen im Geiste seiner Charaktere zu Papier zu bringen.

In „Der Vogel ist ein Rabe“ beschreibt er die Fahrt im Zug eines Jugendlichen, der auf einen Gleichaltrigen trifft. Sie fangen an zu reden oder vielmehr die Zugbekanntschaft fängt an zu erzählen. Man taucht vollkommen in seine Welt ein, in der es um eine verzwickte Dreierbeziehung geht, in der falsche Ängste vor sich und der Gesellschaft im Vordergrund stehen. In der alles auf die doch nicht so heile Gesellschaft abzielt… Ich will nicht zuviel verraten, aber am Ende gibt es Wirrungen, die schon an Chuck Palahniuks Bücher erinnern (Von ihm wurde bislang leider nur „Fight Club“ verfilmt).

„Kannst Du“ dreht sich auch um die Problematik von Beziehungen und der erschreckenden Tiefe und Wirrung des Menschlichen Geistes und des Selbstbewußtseins. Lebert schreibt hier wieder aus der „Ich“-Perspektive. Er nutzt teils biographische Elemente um einen packenden Roman zu kreieren. „Er“ macht mit seiner Freundin eine Reise um seine Schreibblockade zu überwinden. Der Verlag hängt ihm im Nacken, er trifft auf durchgeknallte Menschen und Kollegen und seine Freundin scheint sich zu einer Psychopathin zu entwickeln…

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Alle drei Bücher sind absolut lesenswert und auch erstaunlich schnell gelesen. Also viel Spaß!

Weitere Infos auf seiner Seite.

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3 Kommentare

  1. War damals von „Crazy“ begeistert.
    Als ich dann nach Jahren „Der Vogel ist ein Rabe“ gelesen habe war das…komisch?
    Es hat nicht meinen Nerv getroffen, so gar nicht.
    Habe es innerhalb von 2 Stunden durchgehabt und war dann auch nicht traurig drüber.
    Sehr strange, das alles. ;)
    Bin letztens im Buchladen über „Kannst du“ gestolpert und war stark am Überlegen.

    Wenn der Vorgänger einem zugesagt hat, würdest du trotzdem zu dem Neuen raten?

  2. „Crazy“ mochte ich auch sehr….Um genau zu sein, gehört „Crazy“ zu den Büchern, bei denen es lange dauert, bis man sie vergisst.

  3. @Kaddi: Schwer zu sagen, hab „Crasy“ als letztes gelesen. Also ich fand „Kannst Du“ cool, wenn es auch ein paar längen hatte. Ich würde sagen, nicht ganz das „Erzähltempo“ von „Crazy“ und auch irgendwie ganz anders, aber qualitativ genauso. Hoffe das hilft Dir *g

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