„Der gute Hirte“ – Nicht gerade spannend!

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hirte.jpgVermutlich hatte Matt Damon auch die Aufgabe, während des ganzen Films nur ein und denselben Gesichtsausdruck zu haben, aber so fällt es wirklich schwer, sich mit ihm und seinem Schicksal zu identifizieren. Damon spielt einen Yale-Studenten, der während und nach dem Zweiten Weltkriegs für den O.S.S. und später die C.I.A. arbeitet und dort immer mehr zwischen die Fronten seiner Loyalität und seines Gewissens gerät.

Was eine spannende Abhandlung des Anfangs der C.I.A. hätte werden können, wirkt hier leider nur blass und langatmig. Robert De Niro, der auch als Regisseur fungiert, wollte vielleicht zu viel. Denn die Story hat sicher Tiefgang und regt zum Nachdenken an, aber leider nicht so, wie es möglich gewesen wäre. Wer kann mit einem immer mehr zweifelnden Charakter etwas anfangen, wenn man ihm die Zweifel nicht wirklich ansieht.

Vielleicht sollte man dem Film positiv anrechnen, dass er keinerlei Partei ergreift, dass er die Methoden der C.I.A. weder großartig verurteilt oder lobt, dass er fast keinen Charakter wirklich gut oder böse erscheinen lässt, aber so fällt es eben doch schwer, der Handlung zu folgen. Und der Schwerpunkt des Films auf einer Familie, die schon vom ersten Tag an nicht intakt war, ist vielleicht auch deplaziert, hier erwartet man ja auch keine wirkliche Entwicklung. Traurig auch, dass von dem wirklich hochkarätigen Cast eigentlich niemand wirklich besonders aufgefallen ist, da ist man von allen Besseres gewohnt. Und Robert De Niro ist sicher einer der besten Schauspieler der Welt, aber das Regieführen sollte er vielleicht doch anderen überlassen.

Das Problem bei Filmen dieser Art ist, dass man sie nicht einfach als „schlecht“ bezeichnen kann, sie erreichen bloß einfach ihr Ziel nicht. Nach „Das Spiel der Macht“ ist dies leider schon der zweite politische Film dieses Jahr, der trotz Potential und bekannten Darstellern einfach nicht überzeugen kann, weil er keine greifbare Botschaft vermittelt und definitiv zu lang ist.

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