„Harry Potter und der Orden des Phoenix“ – Durchweg gut, aber kein Knaller

nur miesschlechtfast mittelmäßigmittelmäßigfast gutgutfast sehr gutsehr gutfast einzigartigfast einzigartig   8,16 (12 Stimmen)
Loading...

Erstmal Respekt an den Drehbuchautor, der es geschafft hat, das umfangreichste Potter-Buch in eine Filmstory zu verpacken, die nichts Wichtiges auslässt und auch viele wichtige Kleinigkeiten mit einbringt. Während im dritten und vierten Teil teilweise doch recht drastische Kürzungen gemacht wurden, können hier auch Nichtleser der Story weiter folgen. Allerdings merkt man dem Film leider an, dass der neue Regisseur bisher in erster Linie TV-Filme gedreht hat, trotz hohem Budget und großartigen Special-Effects ist der Film zwar durchweg gut, aber leider kein Knaller, wie man nach den Trailern erwartet hätte.

Harry Potter wird zu Hause von Dementoren angegriffen, das Zaubereiministerium versucht, ihn der Schule zu verweisen und stellt ihn und Schulleiter Dumbledore als Lügner dar, um so die Rückkehr des dunklen Zauberers Lord Voldemort leugnen zu können. Zudem setzt das Ministerium Dolores Umbridge als Großinquisitorin in der Schule ein, um dort jegliche Individualität zu unterdrücken. Also kein leichtes Jahr für Harry und seine Freunde, die daraufhin die Sache selber in die Hand nehmen und von Harry Unterricht in Verteidigung gegen die dunklen Künste bekommen. Doch viel zu bald müssen sie diese auch einsetzen, denn Lord Voldemort und seine Gefolgsleute sind entschlossen, die Macht wieder an sich zu reißen. Allerdings gibt es da auch noch den „Orden des Phoenix“, eine Widerstandsgruppe von Zauberern um Dumbledore, zu denen auch die Weasleys, Sirius Black, Remus Lupin und Mad-Eye Moody gehören…

Ja, dieser Film ist wirklich düsterer und erwachsener, er entfernt sich weiter vom Kinderfilm, was der Reihe sehr gut tut. So kann gerade der inzwischen auch deutlich erwachsener gewordene Potter-Darsteller Daniel Radcliffe zeigen, was er schauspielerisch drauf hat, alle anderen spielen ebenfalls gut, kommen aber leider nicht so zur Geltung. Sehr gut sind auf jeden Fall die „Neuzugänge“, sowohl Loona Lovegood, Nymphadora Tonks und Bellatrix Lestrange sowie vor allem Dolores Umbridge wurden hervorragend ausgewählt. Auch schön, viele bekannte Gesichter aus den letzten Teilen wieder zu sehen. Leider kann die beachtliche Darstellerriege wegen der nötigen Kürzungen nicht ihr ganzes Können zeigen, aber jeder gibt für seine paar Minuten hervorragende Leistungen ab.

Gerade, weil das letzte Buch der Reihe erst in zwei Wochen erscheint und man nicht wissen konnte, welche Details noch von Bedeutung sein könnten, ist das Drehbuch wirklich gelungen. So wird zwar vieles nur angerissen, aber es ist wenigstens überhaupt erwähnt. Und auch die Änderungen an der Story gelingen und sorgen für eine runde Story innerhalb des Films. Aber zurück zum Schwachpunkt Regisseur. Man merkt, dass David Yates bisher keine Blockbuster gemacht hat, er gibt sich wirklich Mühe und versteht es auch, Darsteller in Szene zu setzen, aber dem Film fehlt leider der Popcorn-Kino-Effekt, vieles kommt einfach zu schlicht daher, die recht brave Filmmusik trägt ebenfalls nicht dazu bei, dem Film den nötigen „Wumms“ zu geben. „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ informiert, aber er unterhält leider nicht genug.

Schade, denn die Verfilmung des recht „ruhigen“ sechsten Bandes der Reihe hätte einen Regisseur gebraucht, der das Ganze filmtechnisch etwas aufgepeppt hätte, aber da David Yates auch diesen inszenieren wird, werden wir wohl auch da einen souveränen Film zu sehen bekommen, aber eben keinen Knaller. Dieser wird übrigens im November 2008 in die Kinos kommen.

Fans können sich aber erstmal auf den finalen siebten Band freuen, der am 21. Juli 2007 erscheint und werden erfahren, wie der Kampf zwischen Gut und Böse seinen Höhepunkt erreicht, wie er ausgeht und wer vielleicht dabei sein Leben lassen muss.

Verwandte Artikel

5 Kommentare

  1. HAHA, ich war vor Pau schon im Kino! Mit etwa dreihundert Kleinkindern und genervten Erwachsenen…

    Ich schwanke, ob ich dem Film drei oder vier Sterne geben soll. Ohne frage war er gut, aber war er auch sehr gut? Wie Pau schon schrieb, es fehlte nicht wirklich was in dem Film, zumindest nichts elementares. Und irgendwo muss man bei 1000 Seiten Abstriche machen. Das ist ihm meiner Meinung nach gut gelungen. Sehr geil war der Charakter der „Umbridge“!

    Ich versuche mal nicht zu spoilern, aber die Endszene war meiner Meinung nach zu kurz. Die Machart war super, aber als man dachte, jetzt geht das Ballern los, da war es auch schon wieder vorbei. Schade, man hätte gerade da mehr drauß machen können.

    Im Ganzen hab ich an dem Film wenig auszusetzen, aber es gab auch keine wirklichen Highlights, an die man sich groß erinnert. Also eine sehr gute Umsetzung des Buches, nur der gewisse Kick fehlt. Wegen des tollen Trailers bekommt er dann ein sehr gut. *g

  2. Kann mich da eigentlich voll und ganz anschließen. Waren keine großen Patzer drin, die Geschichte wurde gut gekürzt, die neuen Darstellr haben ihre Rollen toll gespielt (von Luna über Bellatrix bis hin zu Umbridge und Tonks), schöne Kulissen… aber trotzdem hat irgendetwas gefehlt… warte mal, ja, es war die Spannung. Der Film hat informiert, aber konnte einen nicht mitreißen. Beispielsweise das finale Autreten Voldemorts und Dumbledores – verdammt unspektakulär. Der Regisseur hat definitv keinen Sinn für Theatralik, die diesem Film gefehlt hat – stark auch durch die uninspirierende Musik, die weder Wiedererkennungwert hat noch Spannung aufbauen konnte. Irgendwo stand, dass der Film geschäftsmäßig abgedreht wurde, und das ist absoltu passend. Keine Eigeninitiative vom Regisseur, keine Highlights, einfach nur nett. Man ist ihm nicht böse, und trotzdem irgendwie unbefriedigt. Auch der Ende, da stimme ich TOM zu, war ziemlich kurz; ich dacht auch: „So, jetzt geht’s richtig ab!“ – Aber nichts da. Lächerliche drei Räume der mysteriumsabteilung wurden gezeigt, die Todesser waren verweichlichte Flaschen und zwischen Dumbledore und Voldemort werden Zauberstabverbindungen gezeigt, die Story-technisch gesehen definitv falsch ist… und: sehr schade, dass sie das Aussehen der Dementoren geändert haben. Änderungen zu den Vorgängern finde ich genrell doof, aber Veränderungen ins Schlecht natürlich noch mehr (Sirius im Kamin). Mein Fazit also ebenfalls: nett, keine Autsch-Szenen, erwachsenerer Stil, aber leider keine Spannung oder tolle Szenen, an die man sich erinnert… Schade, der Trailer sah so aus, als wäre dies da fetzige Film schlechthin…

  3. Achja, einen großen Minuspunkt noch aufgrund sich ändernder Synchronstimmen… McGonagal ist seit dem vierten Teil zur Oma geworden und Dumbledore hat mit seiner neuen Bud-Spencer-Gimli-Stimme nun auch noch den letzten Hauch von Würde verloren… Absolut daneben!
    Obwohl einige Synchron-Wechsel in der Reihe mir gar nicht störend aufgefallen sind; z.B. hätte ich nicht gedacht, dass Snape ab Teil 3 eine andere Stimme hat oder dass Dudley in allen Filmen eine andere hat. Auch, dass Neville ab dem 4. Film anderes synchronisiert worden ist, ist mir nicht aufgefallen. Harry neue Stimme (ab Teil 3) trägt sogar positiv zum erwachseneren Stil bei.

  4. Das mit der Synchronstimme von Dumpledor war es. Ich hatte die ganze Zeit überlegt, was an dem nicht stimmt… Danke!
    Generell sind mir die anderen Stimmen nicht negativ aufgefallen, wie Du schon schrobst. Die neuen Stimmen, der herangewachsenen Kinder find ich auch absolut passend.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.