„Clerks 2“ – Peinliche Neuauflage!

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1994 machte ein Independent-Filmemacher namens Kevin Smith mit seiner Komödie „Clerks“ auf sich aufmerksam, in der es um zwei Freunde ging, die in einer Ladenzeile und einer dazugehörigen Videothek arbeiteten und die meiste Zeit des Tages über Frauen, Filme und den Sinn des Lebens philosophierten. Obwohl mit sehr einfachen Mitteln gemacht, bestach der Film durch seine tollen Dialoge. Smith machte sich daraufhin mit Filmen wie „Dogma“ einen Namen.

Nach dem Tod seines Vaters wollte Smith „ernstere“ Komödien drehen und realisierte „Jersey Girl“, der wirklich nett und gelungen war, aber den Fans fehlte halt der derbe Anteil. Vielleicht hätte Smith sich davon nicht so abhängig machen sollen, denn die späte Fortsetzung seines Kultstreifens geht niveaumäßig jetzt so auf Tauchgang, dass von coolen Sprüchen nicht mehr viel zu hören ist, bis auf ein paar nette Diskussionen zu „Herr der Ringe“ und „Star Wars“ gibt es nur noch plattes Gelaber weit unter der Gürtellinie.

Klar, Smith-Filme waren immer etwas platt, aber eben doch auf etwas subtilere Weise, selbst „Jay und Silent Bob schlagen zurück“ sank nicht so tief wie „Clerks 2“ und musste auf „Mund zu Arsch“-Diskussionen und Shows, in denen ein dicker Mann es einem Esel besorgt, zurückgreifen. Selbst Smiths Kultcharaktere Jay und Silent Bob haben viel von ihrem alten Humor verloren und wirken leicht deplatziert. Und auch die Gastauftritte der gesamten Smith-Friends aus den alten Filmen können den Film nicht retten. Ja, es gibt hier und da einen guten Lacher, aber wenn man kurz darauf wieder das Gefühl hat, in einer zotigen Teeniekomödie gelandet zu sein, ist das einfach traurig, da man von Kevin Smith einfach mehr hätte erwarten können.

Vielleicht ist es ja auch bezeichnend, dass der Film bereits vor genau einem Jahr in Amerika angelaufen ist und man hierzulande doch nur noch mit einer DVD-Veröffentlichung gerechnet hatte, die für den Film wohl auch voll ausgereicht hätte.

Bleibt zu hoffen, dass mit „Clerks 2“ auch der erste Teil mal in einer deutschen Version auf DVD erscheinen wird. Oder man greift doch lieber wieder zu Smiths Klassikern „Mallrats“, „Dogma“ oder „Jay und Silent Bob schlagen zurück“.

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4 Kommentare

  1. Ich stimme Dir nur halb zu. Ich fand den Film ok, nicht gut, aber auch nicht abgrundtief schlecht. Er hatte natürlich absolut keinen Tiefgang, bzw. nicht den fiese Wortwitz, mit dem Smith „berühmt“ wurde. Die Eselnummer ist echt ein wenig derb, aber sie passt irgendwie rein. (Das muss ja kein Qualitätssiegel für den Film sein…)

    Insgesamt merkt man schon, dass auch bei diesem zweiten Teil eines guten Filmes mal wieder irgendetwas getoppt und übertroffen werden wollte. Und wie bei den meißten zweiten Teil ging genau dies in die Hose. Schade.

    Ich hab schon einige Male herzhaft gelacht, von daher war der Film wie gesagt ok. Aber viel mehr hab ich auch ehrlich gesagt nicht davon erwartet.

  2. Ich kann mich dem anschließen.
    Leider konnte ich mich mit dem Smith-Humor nie richtig anfreunden, aber habe auch brauchbares von ihm gesehen. Clerkes 2 macht von anfang an einen Müden eindruck. Er spielt langsam vor sich hin und scheint nicht in fahrt zu kommen. Ausser Rosario Dawson fand ich keinen der Darsteller wirklich erwähnenswert und auch die häufig für spitz empfundenen Dialoge zeugen meiner Meinung nach eher von geringer Qualität. Als Fan kann man sich den Film sicherlich anschauen, aber wer auf Humor alá Zucker-Brüder sollte sich besser was anderes anschauen. Der Schluß im Gefängins und die Neueröffnung des Ladens waren so gähnend langweilig, dass ich mich auf den Abspann gefreut habe. Anlehnungen an andere Filme wirken gequält und die Eselnummer in Bachelorparty war m.E. nach deutlich lustiger.
    Im Grossen und Ganzen fand ich diesen Film ziemlich mager. Einmal kann man sich den Streifen anschauen aber das war es dann.
    Für mich eine schwache 4 beim Schulnotensystem.

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