„Deadwood“ – Einzigartige Westernserie!

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Als die Stadt Deadwood wurde zu Zeiten des Goldrauschs Ende des 19. Jahrhunderts auf Indianergebiet errichtet wurde, existierte sie ohne Gesetze und beherbergte bekannte Persönlichkeiten wie Wild Bill Hickok, Calamity Jane und auch Wyatt Earp. HBO nahm den historischen Hintergrund des Ortes und der bekannten Personen und entwickelte eine einzigartige Westernserie. Aber Vorsicht, wer lange, weite Aufnahmen und Revolverduelle erwartet, ist hier ganz falsch!

„Deadwood“ lebt in erster Linie von seinen Charakteren und deren Entwicklung. Da haben wir Al Swearagen, Saloon- und Bordellbesitzer, den „Paten“ der Stadt. Er macht die Gesetze, hat aber hinter seiner brutalen Art doch ein gutes Herz, auch wenn er für seine „Ordnung“ häufig über Leichen geht. Dann Seth Bullock, der nur einen Eisenwarenladen eröffnen wollte und dann doch wieder seinen alten Job als Sheriff aufnimmt, wobei ihm sein Jähzorn allerdings hin und wieder im Weg steht. Cy Tolliver, der in Konkurrenz zu Swearagen einen weiteren Saloon/Puff eröffnet, Alma Garrett, deren Mann eine Goldmine erwirbt, die sich als unglaublich ertragreich erweist, als man ihren Mann ermordet hat und die daraufhin ins Schussfeld gerät. Dazu den Doc, der alle Seiten versorgt, Hure Trixie, die versucht, ein „normales“ Leben anzufangen und und und. Die Liste der Charaktere ist lang und jeder bringt so viele spezielle Eigenheiten mit, dass die Serie unglaublich abwechslungsreich ist, auch wenn sie gerade Western-Fans oberflächlich als viel zu unspektakulär erscheinen mag, da die Serie eben nicht von wilden Verfolgungsjagden und Schießereien geprägt ist, sondern eben von den Charakteren, ihren Problemen und Entwicklungen.

HBO hat mit „Deadwood“ mal wieder darauf geachtet, so realistisch wie möglich zu sein. Die Serie wirkt daher sehr dreckig und hatte in den Staaten natürlich viele Probleme wegen der derben Sprache sowie sehr direkter Darstellung von Sex und Gewalt.

Jetzt ist die (vorerst) letzte dritte Staffel von „Deadwood“ auch bei uns auf DVD erschienen. Goldmogul George Hearst fasst Fuß in Deadwood und versucht, die Macht an sich zu reißen. Alle „alten“ Einwohner der Stadt müssen jetzt an einem Strang ziehen und die Gewalt droht zu eskalieren. Die dritte Staffel endet zwar mit einem offenen Ende, aber doch irgendwie mit einem erträglichen Abschluss. Gerüchte über eine vierte Staffel oder einen Abschluss in Form einiger TV-Filme scheinen sich nämlich leider wohl doch Gerüchte zu bleiben …

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6 Kommentare

  1. Ich weiß auch nicht, warum ich eigentlich so lange damit gewartet habe, die Serie zu sehen, obwohl mir eigentlich immer klar war, dass mir die Serie gefallen müsste, ist sie doch sehr ähnlich wie HBOs Serie „Rom“ angelegt.

    Nun habe ich mir die drei Staffeln mal angeschaut und man bekommt letztlich genau das, was man erwartet: Ein cooles, dreckiges Westernstadt-Set mit vielen Charakteren, denen zuzusehen einfach Spaß macht. Action gibt es quasi in allen 3 Staffeln gar nicht, wirklich spannend ist die Serie eigentlich auch nicht. Trotzdem möchte man weitergucken, da es Spaß macht und die Stadt einen dann doch irgendwie in seinen Bann zieht.

    Die Optik ist wie erwartet sehr heruntergekommen, authentisch und großartig, auch wenn man selten weite Bildausschnitte hat, sondern immer eng im Set bleibt. Aber so wird auf viel CGI verzichtet und das ist auch gut so.

    Die Auslegung der Serie ist der von „Rom“ sehr ähnlich, nur dass es nicht wie bei „Rom“ auch immer wieder Kämpfe etc. gibt, sondern es stets bei Intrigen und Dialogen und dem Stadtset bleibt. Die Sprache ist noch einmal deutlich derber als in „Rom“, dafür (obwohl die Serie sicherlich auch recht freizügig ist und es um Bordellbesitzer geht) sind die Sex-Szenen nicht ganz so unnötig detailliert in Szene gesetzt worden wie in „Rom“, was gut tut und bei „Rom“ ja auch immer ein wenig aufgesetzt gewirkt hat. Nackte Haut gibt es trotzdem nicht selten zu sehen, passt dann aber irgendwie doch mehr ins Geschehen als bei „Rom“.

    Alles in allem ist das eine Serie, die sicherlich kein Meilenstein, aber für jeden Westernfreund etwas ist. Dennoch finde ich, dass nach drei Staffeln auch die Luft so langsam raus ist; ist glaube ich ganz gut, dass da nicht mehr kam, denn langsam wiederholt sich das Ganze doch immer wieder und die zahlreichen Intrigen haben dann doch wenig Auswirkungen und es bleibt alles immer beim Gleichen.

    Alles in allem hätte der Serie ein wenig mehr Spannung sicherlich gut getan, dennoch ist „Deadwood“ auf jeden Fall sehenswert, wenn man kein Problem mit vulgärer Sprache hat – denn die ist in „Deadwood“ normaler Umgangston. Und einige Szenen sind sicherlich auch nichts für schwache Nerven – Die Blasensteingeschichte von Al gehört mit zu dem Bittersten, was ich bis jetzt gesehen habe – und dabei hat man dabei noch nicht einmal viel gesehen…

    Von mir Daumen nach oben!

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