Cameoauftritte – Wer mag sie nicht?

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Manchmal nur ein paar Sekunden, ab und an auch mal eine ganze Szene lang: Immer wieder geben sich Regisseur oder Star für Gastauftritte her. Ich freue mich meist und empfinde das als kleinen Bonus.

Hitchcock hat’s schon getan, aber er ist nicht der einzige Regisseur, der es sich nie nehmen lässt, einmal sein Gesicht in die Kamera zu halten: Auch Peter Jackson ist Meister darin. So hat ein nicht nur bei den „Frighteners“ eine Darbietung als Penner hingelegt (in der Extended Edition sogar eine Einstellung länger), sondern ist auch in allen „Herr der Ringe“-Teilen mindestens einmal in Großaufnahme zu sehen: Karotte essend, Speer werfend und schließlich ehrenvoll sterbend. Auch ist es auffällig, dass die niedlichen Hobbitkinder im zweiten Teil zum Rohannachwuchs gehören, um schließlich in Teil 3 Gondorianer zu werden: Das sind natürlich Jacksons Kinder. In „King Kong“ hat man ihn kaum erkannt, hat er nicht nur stark abgenommen und sich hinter einer Fliegermütze versteckt, nein, er hat sogar seinen Bart abrasiert!

Doch während Jackson immer nur eine Großaufnahme hat, nimm sich das Tarantino-Rodriguez-Duo ein wenig mehr Zeit. Tarantino hat meist eine kleine Nebenrolle mit so einigem Text für sich in Anspruch genommen: In „Desperado“, „Death Proof“, „Reservoir Dogs“ und „Planet Terror“ hat er jeweils doch recht viel Spielraum für einen coolen Cameo bekommen. Auch ist er oft „Cameo-Regisseur“ für einige Szenen bei Rodriguez‘ Filmen. Auch klasse ist die Rolle von Samuel L. Jackson in „Kill Bill Vol. 2“, bei dem man ihn nie von vorne sieht. Und grandios natürlich der Auftritt von Nicolas Cage im Faketrailer „Werewolf Women Of The SS“ als FuMachu! Macht ihn verdammt sympathisch. Generell leben die „Grindhouse“-Filme unter anderem durch gegenseitige Überschneidungen, auch im Cast.

M. Night Shyamalan spielt auch in seinen Filmen immer eine kleine Rolle; in „Unbreakable“ wird er verfolgt, in „Signs“ hat er Gibsons Frau totgefahren, in „Village“ darf er sich einmal in einer Glasscheibe spiegeln und im „Mädchen-Wasser-Film“ hat er sogar eine wirklich storyrelevante Rolle.

Auch Lucas hat sich in „Episode 3“ erstmals einen Cameo gegönnt, Eastereggs hat er ja eine Menge vorzuweisen. Er steht allerdings nur sehr klein im Bild, wenn man es nicht weiß, kann man das nicht erkennen.

Doch sind Gastauftritte immer positiv? Kann es nicht auch nervig werden, wenn sie Oberhand nehmen („7 Zwerge 2“ bzw. generell deutsche Filme/Serien/wasauchimmer). Ätzend finde ich auch die unnötige Synchronisation von deutschen Promis in Komödien (Otto in „IceAge“). Wenn ich mich an Bruce Willis in „Ocean’s Twelve“ erinnerne, fand ich das für ihn leider nur peinlich. Auch kann ich jetzt nicht wirklich sagen, dass Avril Lavignes Erscheinen in „Fast Food Nation“ positiv war. Ist die Freude also abhängig von Film und Schauspieler?

Was meint ihr dazu und welche Cameos findet ihr denn doof/klasse? Und bevorzugt ihr eher die unscheinbare Variante (Lucas), die „Einmal-in-Großaufnahme-Variante“ (Jackson) oder die Tarantino-coole-Minirollen-Variante? Ich bin gespannt.

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11 Kommentare

  1. Sehr gute Frage! Ich denke mal, es kommt zum einen auf das Schauspielerische Talent des Cameos auf. Tarantino hat ohne zweifel das Zeug zum Schauspieler, somit sind seine Szenen nicht zu lang und, gerade wieder in „Planet Terror“ gesehen, auch sehr cool gemacht. Das Talent von Jackson oder Lucas kann ich allerdings nicht beurteilen, somit sind die kürzeren Auftritte vielleicht berechtigt.

    Generell finde ich einen Cameo des Regisseurs oder generell des Produktionsteams immer gut. Es ist einfach lustig, wenn man da plötzlich im Hintergrund eine Fratze erkennt. Je bekannter die Person ist, desto besser natürlich ;-)

    Bei Cameos von „Stars“ ist es schwieriger. Handelt es sich nur um einen Satz der gesprochen werden muss, oder eine sehr kurze Tätigkeit, finde ich es auch toll, wenn da plötzlich Achim Menzel den „Wixxer“ spielt oder Danny DeVito den „MiniMe“ gibt. Sowas ist in Komödien und Actionfilmen immer einen Lacher wert. Reizt man es aber so aus, wie das leider in Mode gekommene deutsche ProSieben – GammaStar – OhneStory – FilmFilm – Sommerkino – Highlight, dann ist es, wie Du schon schrobst, nur noch peinlich. Das liegt aber wohl eher an der eh schon miesen Story, da helfen dann auch Cameos nicht mehr.

    Fazitiös kann ich sagen, dass der Cameo mit der zunehmenderen Bedeutung im Film und der weniger vorhandeneren Story immer schlechter wird. Generell aber immer willkommen, sofern es zum Grundthema des Films passt, soll aber nicht heissen, dass das Thema des Films ausschließlich „Gastauftritte“ ist…

  2. Also ich würd’s beinahe so ausdrücken:
    guter Film + guter Schauspieler = gut
    schlechter Film + guter Schauspieler = peinlich
    schlechter Film + schlechter Schauspieler = naja, is eben so
    guter Film + irgendein Promi, der kein Schauspieler ist und das ganze nur aus PR-Gründen macht und dann auch noch mit seiner schlechten Darbietung den gesammten Film kaputt macht = total unter aller sau

    Generell ist es sowieso etwas peinlich, wenn sich ein Film mit irgendeinem Gastauftritt eines Promis hochspielen will. In erster Linie sollte ja die Story im Vordergrund stehen und die sollte eigentlich auch ohne irgendwelche Berühmtheiten funktionieren.

    Das mit den Synchronstimmen find ich auch daneben. Die machen echt oft die Filme nur kaputt mit ihrer üerbetonten Art *schauder*. Auch wieder nur PR-Getue *kopfschüttel*.
    Bei Otto kann ich das noch verkraften, da ist das nicht so schlimm mit dem Unvermögen einem Charakter seine Stimme zu leihen (Bei „Mulan“ war er richtig gut), aber wenn ich irgendwie an diesen komischen Animationsfilm denke, wo Nena irgendwas gesprochen hat oder Simpsons mit der Engelke, das ist echt ne Stufe (wenn nicht sogar mehr) härter.

    Ein perfekter Cameo-Auftritt ist entweder, wenn die Person nur extrem kurz zu sehen(hören) ist oder so verkleidet, dass man sie nicht erkennt.
    Beispielsweise in „Temple of Doom“ hatte Dan Aykroyd auch ne Cameo, wo man ihn auch so gar nicht erkennt, wenn man’s nicht weiß. Und so muss das auch sein! So kann auf jeden Fall nicht der Verdacht kommen, dass man den Film damit „retten“ will.

    Was mir bei dem Thema auch noch einfällt ist Product-Placement („Taco Bell, Taco Bell, Product-Placement with Taco Bell…“), was auch oft Filme einfach kaputtmachen kann („MIB 2“), aber das ist wohl noch eine andere Geschichte.

  3. Ich glaube wie bei allem kommt es auch beim Productplacement auf den Grad an. Wenn man quasi einen langen Werbefilm schaut, dann nervt das. Aber zum Beispiel die Autos bei Bond etc. stören mich weniger.

  4. also mich stört „product placement“ auch meist ziemlich, auf jeden fall, wenn es als solches zu erkennen ist. ich finde es nicht schlimm, wenn die autos in „lost world“ neue jeeps sind, aber man das zeichen nicht präsentiert bekommt; irgendwomit müssen die ja fahren. Gegenbeispiel ist „I, Robot“, wo wirklich jede einstellung „AUDI! AUDI! AUDI!“ geschrien hat. bei bond geht das noch, ich mag es halt nicht, wenn das auto als solches präsentiert wird mit coolen schnitten und perspektiven. wenn er einfach mit nen heißen schlitten fährt: okay! also mich stört es, wenn es total unnötig ist oder präsentiert wird.

  5. verdammt, da scheint einer meinen kommentar schon gelesen zu haben, bevor ich „BMW“ in „AUDI“ geändert habe. denn mir fiel doch ein, dass das ein weig anders war… immerhin kann ich stolz drauf sein, dass selbst, wenn ich mich über schleichwerbung aufrege, sie bei mir nicht wirkt! ha!

  6. Schon alles gesagt, Cameo-Auftritte können von obercool über absolut unwichtig bis total peinlich wechseln. Die kleinen Auftritte von Peter Jackson waren cool, Tarantino rockt normalerweise auch immer in seinen Kurzauftritten. Aber man muss auch die Chance haben, die Cameos zu erkennen, sonst ist das überflüssig, den Auftritt von Lucas finde ich daher nicht so spannend. Bei Stars hingegen ist das nicht immer cool und, wie bereits erwähnt, bei vielen Filmen sogar sehr peinlich.

    Und Product Placement ist ein ganz anderes Thema. Das kann bisweilen wirklich nerven, „AUD-I, Robot“ ist da wohl das Paradebeispiel, aber auch das „MSN“-Terminal bei „Die Insel“ war ’ne Frechheit! Schleichwerbung hat es immer gegeben, wird es wohl immer geben und trägt letzten Endes ja auch zur Finanzierung eines Films bei, aber in vielen aktuellen Filmen kann man nicht mehr von Schleichwerbung reden, da kommt die Werbung laut trampelnd angerannt! Und das kann einem glatt den Film versauen!

  7. Das stimmt, ein Cameo ist nur dann wirklich cool, wenn man ihn selber erkennt. Wenn ich irgendwo nachlese, dass der Typ hinter der Mauer mit dem Hühnerkostüm der Regisseur war, dann ist mir das total egal. Wenn ich im Kino oder vielleicht auf der DVD plötzlich erkenne, dass der Briefträger ja der und der ist, dann ist das cool.

    Jo, Audi hat’s da schon übertrieben, wobei ich, als zukünftiger Audikunde das natürlich so sehe, dass sich die beste Marke in der Zukunft halt durchsetzen wird und damit ist’s dann keine Schleichwerbung mehr, sondern eine Vision…. LOL
    Wie ist es denn bei Euch mit dem Gegenteil von der Werbung, also, wenn zB in den „öffentlch rechtlichen“ Filmen gezielt Marken abgeklebt werden etc. Meiner Meinung nach stört mich Schleichwerbung solange nicht, sofern sie sich auf mein Unterbewusstsein stürzt und mich nicht vom Film ablenkt. Wenn es jedoch auffällt, dass man extra aus „Persil“ „Waschmittel“ macht, dann ist das lächerlich und schadet dem Realismus des Films.

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