„Von Löwen und Lämmern“ – Redfords US-Kritik

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loewenlaemmer.jpgEigentlich passiert nicht viel in Robert Redfords neuem Film, eine TV-Reporterin interviewt einen Senator und diskutiert über Politik, ein Professor diskutiert mit einem Studenten über Sozialcourage und zwei ehemalige Studenten, die Einsatz für ihr Land zeigen wollten, kämpfen in Afghanistan ums Überleben. Auch sie waren einst Studenten des Professors, wollten seinen Idealen folgen und erkennen jetzt ihre Fehlentscheidung, als die vom Senator geplante neue Taktik in der Terroristenbekämpfung nicht aufgeht.

So dann auch die Zusammenhänge der drei Handlungsstränge. Und bis auf den Part in Afghanistan haben wir eigentlich nur Dialoge zweier sich gegenüber sitzender Personen, aber die treffen direkt den Nerv der aktuellen Situation in den USA. Da ist der Senator, offensichtlich Republikaner, der der Reporterin seine tolle neue Strategie für den Kampf gegen den Terrorismus verkaufen will und dabei auf alle banalen Erklärungen zurückgreift, um die Kriegseinsätze im Nahen Osten zu rechtfertigen. Die Reporterin, offensichtlich sehr liberal eingestellt, kontert sehr geschickt, zieht Vergleiche zum Vietnamkrieg und stellt den Senator bloß, bis der die „Gleichschaltung“ der Presse erwähnt. Der Professor versucht seinen Studenten zu mehr Einsatz im Studium und mehr Sozialcourage zu erziehen, während der kontert, dass er es verdient habe, ein ruhiges Leben zu führen, ohne sich für unerreichbare Ziele die Arme schmutzig zu machen.

Die Rollen sind mit Meryl Streep als Reporterin und Redford selbst als Professor sehr gut besetzt, selbst Tom Cruise kann als Senator überzeugen, aber vielleicht, weil der verlogene, falsche Charakter zu seiner ständig grinsenden Fresse passt. Wer weiß, ob Cruise überhaupt begriffen hat, dass er hier den unsympathischen Charakter spielt.

Wer das Gefühl hat, der Film würde nicht in Fahrt kommen, hat natürlich recht, aber das hat der Film auch gar nicht vor. Doch die Denkanstöße, die er gibt, und wie er ganz leise die Politik Amerikas, die mangelnde Sozialcourage und Lethargie der Bevölkerung und die Anpassung der Presse bloßstellt, sind brillant inszeniert. Daher wohl auch nur etwas für Leute, die an derartigen Streitgesprächen ihre Freude haben.

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2 Kommentare

  1. Kann mich nur anschließen, toller Film. War meiner Meinung nach sehr kurzweilig und interessant. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Film große Publikumserfolge erzielen wird. Schade!

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