„Elizabeth – Das goldene Königreich“ – Episches Kino!

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Es ist schon interessant, wie geschichtliche Sachverhalte völlig unterschiedlich interpretiert werden können. Vor kurzem habe ich als erstes „Elizabeth“ mit Cate Blanchett gesehen, den Vorgänger des neuen Kinofilms. Dieser war großartig inszeniert und gespielt. Danach habe ich den TV-Zweilteiler „Elizabeth I.“ gesehen, der zahlreiche Preise gewonnen hat, u.a. für Helen Mirren, die hier wieder einmal in der Rolle einer britischen Monarchin brilliert. Diese Version spielte in den späten Regierungsjahren Ende des 16. Jahrhunderts bis zum Tod der Königin, also inhaltlich parallel zu „Elizabeth – Das goldene Königreich“.

elizabeth.jpg Diese neue Kinofassung bietet natürlich mehr für’s Auge, hatte man doch deutlich mehr Kapital zur Verfügung. Auch die Darsteller, allen voran Cate Blanchett, stehen den TV-Darstellern Helen Mirren und Jeremy Irons in nichts nach. Und doch fällt auf, dass bis auf ein paar unumstößliche geschichtliche Tatsachen ein völlig anderer Interpretationsgrundsatz angewendet wurde. Selbst die Hauptcharaktere, die in den Mittelpunkt gerückt wurden, sind andere. Ich hätte jede Produktion für sich genommen als sehr gelungen bezeichnet, aber nun stellt sich mir die Frage, wer sich denn näher an die geschichtlichen Überlieferungen hält? So ist beispielsweise die überlieferte nicht gerade vorschriftsmäßig gelaufene Hinrichtung von Maria Stuart in der TV-Fassung realistischer dargestellt, die Kinofassung konzentriert sich mehr auf oppulente Bildersprache und verschweigt die unrühmlichen Teile. Generell wirkt die TV-Fassung aufgrund der einfacheren Mittel irgendwie realistischer, aber ist sie das auch?

Wer also episches Kino sehen möchte, ist bei „Elizabeth“ und „Elizabeth – Das goldene Königreich“ sehr gut aufgehoben, wie viel aber an der Historie manipuliert wurde, kann ich nicht sagen. Wen das Thema interessiert, der sollte im Vergleich auf jeden Fall „Elizabeth I.“ ansehen. Aber wie gesagt, der neue Kinofilm ist auf jeden Fall den Besuch im Kino wert!

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Ein Kommentar

  1. Der erste Film gefiel mir bereits sehr gut. Und ja, wie bereits der erste Film geht auch der zweite recht frei mit den geschichtlichen Wahrheiten um, das schadet ihm aber nicht. Gerade im Gegensatz zum ersten Film bietet der zweite Film eine noch viel gewaltigere Bilderflut. Der Höhepunkt Elisabeths wird prächtig dargestellt und im Gegensatz zum ersten Film mit ziemlich frischen, prächtigen Farben. Und die Vernichtung der spanischen Armada am Ende des Films ist wirklich gewaltiges Kino und muss sich auch hinter „Fluch der Karibik“-Schiffskämpfen nicht verstecken. Auch finde ich die Idee klasse, 10 Jahre später eine Fortsetzung des ersten Teils zu drehen, mit den 10 Jahre älteren Darstellern. Jetzt fehlt nur noch in zehn Jahren der dritte Teil mit dem Ende Elisabeths, um die Trilogie zu vervollständigen. Wie auch im ersten Teil hat Cate Blanchett wieder hervorragend gespielt, und besonders den Unterschied zu den Anfangsjahren herausgearbeitet. Aber auch Clive Owen war gut. Also insgesamt kann ich den Film nur empfehlen, der zweite Teil ist auch noch viel oppulenter als sein Vorgänger. Die TV-Verfilmung mit Helen Mirren war auch ganz nett, aber halt nur eine TV-Verfilmung. Geschichtlich gesehen sind diese sicherlich wahrhaftiger, allerdings fand ich Helen Mirren gerade in Konkurrenz zu Cate Blanchett eher schwach… oder sagen wir mal gut, aber nichts besonderes und im Vergleich eher nicht so gut. Generell wirkte viel der TV-Fassung kitschig und von der Dialogen her… eher unausgereift. Auch soll zeitgleich eine BBC-Produktion herausgekommen sein, die nicht so konventionell-solide mit dem Stoff umgegangen sein soll. Insofern stellt sich die Frage, wenn es so viele Elisabeth-Verfilmungen gibt, wo dann die Daseinsberechtigung für die stinksolide TV-Fassung mit Helen Mirren ist.

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