„Hogfather“ – Scheibenwelt im TV

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Ich habe lediglich zwei von drei Büchern aus der Feder von Terry Pratchett gelesen, in welchen der Tod eine Hauptrolle spielt. „Hogfather“ ist das mir unbekannte Buch. Es war zwar nur eine TV-Verfilmung, aber immerhin war es mal eine lange erwartete Verfilmung der Scheibenweltromane. Und er war prinzipiell gar nicht mal so schlecht, konnte er auf jeden Fall zeigen, was diese Welt für Möglichkeiten bietet.

Inhalt

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Auf der Scheibenwelt übernimmt der Tod den Job des gekidnappten Schneevaters, der so einige Parallelen zu unserem Weihnachtsmann aufweist. Natürlich ist er für den Job nicht gerade der beste Kandidat. Susan, Enkelin des Tods, startet eine Rettungsaktion und gerät dabei in Kontakt mit zahlreichen kuriosen Wesen: Neben den planlosen Zauberern der „Unsichtbaren Universität“ kommen auch Leute wie der O-Gott des Katzenjammers, Zahnfeeanwärterinnen oder der allererste Butzemann ins Spiel.

Review

Die Scheibenweltromane zeigen einen sehr kuriosen und abgedrehten Sinn für Humor, den man am ehesten vermutlich mit „Per Anhalter durch die Galaxis“ vergleichen kann. Insofern ist es sehr schwer, diesen Humor filmisch umzusetzen. Ich bin kein großer Pratchett-Fan, habe aber trotzdem lange auf eine Verfilmung gehofft. Insbesondere die „anthropomorphe Personifizierung“ Tod ist der eigentliche Star der Bücher, versucht er dauernd, menschlich zu handeln. Er bekommt in nahezu jedem Scheibenweltbuch auch mindestens einen Gastauftritt.

„Hogfather“ („Schweinsgalopp“ ist der deutsche Buchtitel) hat es teilweise gut verstanden, den Humor Pratchett’s einzufangen, aber auf voller Linie hat er das leider nicht. Auch der Tod war recht originalgetreu dargestellt, obwohl man aus ihm auch noch mehr hätte machen können. Die Gags waren dann doch ein wenig spärlich gesetzt. Obwohl sehr positiv zu erwähnen ist, dass der „Rattentod“ verkommt.

Die Ausstattung war für eine TV-Verfilmung okay, bei Effekten und Kulissen wurde allerdings meist doch ziemlich gespart. Auch Drehbuch und Inszenierung ließen doch zu wünschen übrig, hat man oft schlicht und ergreifend nichts verstanden (und das lag ausnahmsweise mal nicht an Pratchett).

Der Film ist der lebende Beweis, dass eine Kinoadaption hermuss, ein Fernsehfilm ist nur bedingt in der Lage, diese merkwürdige Welt voller ominöser Wesen und Gegebenheiten darzustellen. Und tatsächlich, es tut sich was: Angeblich verfilmt Sam Raimi „Kleine freie Männer“, im Moment für 2010 angekündigt. Auch macht das „Hogfather“-Team einen weiteren TV-Film, „Die Farben der Magie“, sogar mit Sean Astin und Tim Curry. Hier spricht Christopher Lee den Tod (seine Synchronstimme hat es in der deutschen Fassung bereits bei „Hogfather“ getan). Insofern sind wir gespannt, was aus denen wird. Schade, dass es keine Filme sind, wo der Tod eine größere Rolle hat.

Fazit

Ein passable Umsetzung der Scheibenwelt, die aber leider nur stellenweise zum Lachen bringen kann und für die Zeichnung der Welt dann doch ein zu geringes Budget hatte. Aber zumindest ich hatte das Gefühl, dass die Macher sehr originalgetreu waren und das Beste versucht haben, daher drei Sterne.

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3 Kommentare

  1. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mit dem einen Scheibenwelt-Roman, den ich mal angefangen habe zu lesen, nichts anfangen konnte. Trotzdem hat es mich gereizt, mal eine Verfilmung dieses Stoffes zu sehen. „Hogfather“ war für mich auch sehr unterhaltsam, aber trotzdem ziemlich wirr, vielleicht muss man doch etwas mehr Wissen über die Scheibenwelt mitbringen. Aber sollten noch andere Verfilmungen kommen, werde ich mir die auch sicher wieder ansehen.

    DER ALLERERSTE BUTZEMANN?!?!?! ;)

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