Mit Walter Moers nach Zamonien!

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Walter Moers ist für mich immer eher der Comicautor vom „Kleinen Arschloch“ gewesen, aber natürlich war er auch verantwortlich für die lustigen kleinen Geschichten vom Käpt’n Blaubär, die immer bei der „Sendung mit der Maus“ liefen. Und als dann Moers‘ Roman „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ erschien, dachte ich, es würde sich um eine Sammlung witziger Lügengeschichten handeln. Doch weit gefehlt, Moers hatte angefangen, mit seiner Fantasiewelt Zamonien eine Welt ähnlich der von Phantasien oder Mittelerde zu kreieren, eine fantastische Welt voller verrückter Wesen und Orte. Leider war das so weit weg von „meinem“ Käpt’n Blaubär, dass ich dem ganzen nicht wirklich etwas abgewinnen konnte.

Vor kurzem habe ich jetzt „Der Schrecksenmeister“ gelesen, Moers aktuelles Werk aus der Zamonien-Reihe und das gefiel mir auf Anhieb. Die Mischung aus Kinder- und Erwachsenen-Fantasy machte Spaß, war spannend und schaffte es viel leichter, mich in Zamonien heimisch werden zu lassen. „Der Schrecksenmeister“ handelt von einer Kratze, einer speziellen Katze, die nahe dem Verhungern an einen grausamen Alchemisten ihr Körperfett verkauft, wenn er sie einen Monat lang in Saus und Braus leben lässt. Nach und nach versucht die Katze natürlich, ihrem Schicksal zu entrinnen und tüftelt mit anderen Wesen aus dem Schloss des Alchemisten und aus dem nahegelegenen Dorf einen Plan aus…

Begeistert von diesem Roman, nahm ich mir dann noch „Die Stadt der träumenden Bücher“ vor, das mir bereits mehrmals empfohlen worden war. Und hier fand ich die Krönung der Zamonien-Romane! Wenn „Das Parfum“ eine Huldigung an alle Düfte dieser Welt war, dann ist dieses Buch eine Liebeserklärung an alles Geschriebene. Es geht um die Abenteuer eines angehenden Dichters, den es die unheimlichen Katakomben unter Buchhaim, der Stadt der Bücher, verschlägt, wo er ums Überleben kämpfen muss. Verfolgt von Bücherjägern und Harpyren, auf der Suche nach einem Ausgang und dem sagenumwobenen Schattenkönig lernt der Dichter alle Arten von Büchern kennen, sogar solche, die leben und töten können.

Die Romane „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ und „Der Schrecksenmeister“ gefallen vielleicht nicht jedem, aber „Die Stadt der träumenden Bücher“ sollte jeder, der Spaß an Büchern und Fantasy hat, unbedingt einmal lesen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

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