„Lars und die Frauen“ – Sneak skurill!

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Wer in die Sneak-Preview geht, kann alles bekommen, aber diese Woche haben wir wohl einen der skurillsten Filme überhaupt zu sehen bekommen. Dass „Lars und die Frauen“ ein amerikanischer Film sein soll, mag man gar nicht glauben, viel zu sehr erinnert er stilistisch an Filme aus Dänemark oder Schweden. Allerdings war der Film so seltsam, dass man wirklich nicht wusste, ob man da jetzt den größten Irrsinn oder ganz großes Kino zu sehen bekam. Ein Erlebnis war es auf jeden Fall…

Inhalt

Lars hat Berührungsängste, er verbringt seine Zeit lieber in der Garage hinter dem Haus, in dem sein Bruder und dessen Frau wohnen. Als er die allerdings mit der Info überrascht, er würde mit seiner Freundin gerne zum Essen kommen, sind diese zuerst glücklich, dass Lars sein Einsiedler-Dasein aufzugeben scheint, bis sie Bianca kennenlernen. Diese ist nämlich eine lebensgroße Sexpuppe, Lars behandelt sie aber wie eine real existierende Person. Auf Raten einer Ärztin spielen Lars‘ Bruder und seine Frau mit, Bianca wohnt bei ihnen, kommt mit in die Kirche, sitzt mit am Esstisch und unternimmt Ausflüge. Lars, der in seiner Heimatstadt trotz seiner Zurückhaltung von allem gemocht wird, bekommt auch hier Rückhalt. Die ganze Stadt spielt bald mit, die Puppe bekommt Jobs und geht mit Lars auf Partys…

Review

Der Film lebt in erster Linie von skurillen Szenen, wenn die Puppe im Alltag der Leute auftaucht. Dieser Humor sorgt für viele Lacher, auch wenn die Handlung viel mehr einem Drama als einer Komödie gleicht. Doch genau dieser Drahtseilakt gelingt dem Regisseur, er wird nie zu tragisch, aber er wird trotz der verrückten Situation nie lächerlich. Die Schauspieler, allen voran Ryan Gosling, spielen hervorragend. Und auch die so einfache Story versteht es, einen trotz ihrer Verrücktheit mitfühlen zu lassen.

„Lars und die Frauen“ ist eine Geschichte über das Alleinsein und die Angst, sich anderen Menschen zu öffnen und zu nähern. Diese Gefühle kennt sicher jeder, wenn auch sicher nicht in der extremen Form von Lars. Aber das lässt den Film so angenehm wirken, wenn man sieht, wie viel Liebe dem eigentlich „Verrückten“ entgegen gebracht wird, wenn man ihn einfach so nimmt, wie er ist. Zugleich zeigt er, wie weit sich ein Mensch von der Realität entfernen kann, wenn ihm menschliche Nähe fehlt.

Aber mit meinem positiven Fazit könnte ich vielleicht auch völlig alleine da stehen. Ich bin gespannt, welche Endnote die Sneak-Besucher dem Film geben. Dafür war er einfach zu sehr abseits der Norm, um jedem zu gefallen. Fans des nordischen Kinos dürften allerdings ihre Freude an diesem unscheinbaren kleinen Film haben, der mir sicherlich ohne die Sneak entgangen wäre.

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4 Kommentare

  1. Lars und die Frauen war interessant und sicherlich anspruchsvoll. Seine Stärke liegt darin, was daraus hätte werden können und was daraus wurde. Es wurde keine flache Komödie sondern ein anspruchsvolles Drama/subtile Komödie. Für mich liegt das Problem aber einfach darin, dass der Film eine Geschichte erzählt, dabei aber den Zuschauer vergisst. Denn selbst bei einem Drama oder bei einem Biopic oder jedem anderen Genre(Auch wenns Independent ist) wollen die Zuschauer unterhalten werde. Genau das wurde bei diesem Film aber nicht berücksichtigt. Der Film ist stinklangweilig und im 2.ten Akt(Die Mitte eines Aktes) bzw. eigentlich den kompletten Film über passiert nichts. Es finden keine Fortschritte im Film statt. Viel zu viele Szenen waren komplett überflüssig, weil sie den Film viel zu sehr in die Länge gezogen haben.
    Er hat immerhin von mir zwei Punkte bekommen, da die Thematik prinzipiell interessant war( Erwachsenwerden und Einsamkeit), aber er hat meines Erachtens in der Ausführung komplett versagt.

  2. Ich musste mir diesen Film leider auch anschauen, dachte es kommt was besseres. Ich weiss ich sollte jetzt die Vor und Nachteile usw vom Film erläutern, keine bange das könnte ich auch, aber um es kurz zu machen : “ Schmeisst das Geld für was anderes raus“

  3. Das war sicherlich mal eine interessante Idee für eine Tragikomödie. Die Ideen waren einfallsreich, die Schauspieler, allen voran natürlich der Hauptdarsteller, spielten hervorragend und absolut glaubwürdig. Der Film hat ernste und interessante Themen trotz Absurdität der Handlung fesselnd herübergebracht und man hat sofort Sympathie für alle Charaktere aufbauen können und mit ihnen gefühlt. Die Geschichte konnte trotz oder auch gerade wegen ihrer Skurrilität fesseln und wurde nie lächerlich. Trotzdem hätte man hin und wieder ein wenig mehr Humor einbauen können, der Film hatte eine Handvoll amüsante Szenen, wirklich komische hingegen kaum. Da hätte man mehr draus machen können. Ebenso als Manko würde ich die Tatsache sehen, dass die Krankheit von Lars zu wenig thematisiert wird, insbesondere am Ende. Denn (SPOILER) leider fand ich dieses ein wenig enttäuschend, schließlich bleibt offen, ob Lars nun komplett geheilt werden wird oder für immer im Glauben leben wird, dass seine erste Freundin gestorben sei. Man wartet die ganze Zeit auf die Auflösung des Ganzen; wird er eingeliefert, kommt er zur Besinnung oder was passiert nun? Und genau das sagt einem das Ende nicht wirklich. Klar geht es im Film vordergründig letzten Endes um mehr, und vermutlich hat der Regisseur bewusst nicht mehr sagen wollen, weil es schließlich egal war – die Botschaft ist: Er wird so geliebt, wie er ist. Dennoch finde ich das Ende unbefriedigend, daher gebe ich dem Film aufgrund kleiner Schönheitsfehler leider nur 3 Punkte.

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