Düsterer Tolkien: „Die Kinder Húrins“

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In der Geschichte, die im Ersten Zeitalter spielt, geht es um Túrin und Nienor, die Kinder des Menschen Húrin. Nach Húrins Gefangennahme in der Schlacht der Ungezählten Tränen wurde er von Morgoth mit einem Fluch belegt. Die Auswirkungen dieses Fluches treffen dabei nicht nur ihn, sondern wirken sich auch auf seine Kinder aus.

Zusammengestellt aus Teilen aus „Nachrichten aus Mittelerde“ und „Das Silmarillion“ hatte Tolkiens Sohn das Werk „Die Kinder Hurins“ einheitlich zusammengefasst und es somit zu einem vollständigen Buch rausgebracht. „Die Kinder Hurins“ spielt dabei weder an Orten aus „Herr der Ringe“, auch wenn es trotz allem in Mittelerde spielt, noch spielt es zu der Zeit. Es ist komplett eigenständig und man kann es sogar jemandem geben, der den „Herrn der Ringe“ nicht kennt.

Es ist zwar nicht so episch, dafür sehr düster und vor allem aufgrund der Schreibweise wirklich gut geschrieben. Es wirkt alles wie ein Mythos/Märchen und bringt einem damit die damalige Zeit sehr nahe, da es halt zur Zeit der Mythen in Mittelerde spielt. Mit seinen gerade einmal 350 Seiten ist es auch nicht wirklich umfangreich und ich würde behaupten, Leute, die das große Werk Tolkiens nicht mochten, können sich vielleicht trotzdem damit anfreunden.

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Ein Kommentar

  1. Ich habe das Buch jetzt auch gelesen, allerdings nach dem „Silmarillion“. Das heißt, ich kannte die Geschichte schon, nur nicht ganz so ausgeschmückt. Aber wichtige Änderungen habe ich nicht bemerkt. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es sich nicht lohnt, die Geschichte zu lesen, wenn man deren Inhalt schon kennt. Abgesehen davon, dass natürlich die Spannung und der Reiz fehlt, weiterzulesen, ist man eher genervt, wenn unwichtige Passagen länger als im „Silmarillion“ sind, denkt man doch: „Verdammt, ich weiß, dass das jetzt unwichtig ist, kommt mal wieder zum Wesentlichen!“ Und obwohl die Geschichte ja doch schon recht eigenständig ist und man versucht hat, mit diesem Buch einen Roman daraus zu machen, ist dies nur teilweise gelungen. Denn es ist eine Geschichte, die in den Kontext des Ersten Zeitalters, also dem „Silmarillion“, gehört, und vieles wird somit in diesem Buch nicht deutlich und man versteht es auch nicht, hat man die Vorgeschichte nicht gelesen. Auch gibt es noch eine Menge Zeitsprünge und dergleichen. So versteht man z.B. nichts von der Maia Melian und ihrem Gürtel um Doriath. Auch die Bedeutung der Zerstörung von Nargothrond geht an einem vorbei, kennt man diese Welt in der Zeit ja nur durch die wenigen Angaben aus den „Kinder[n] Húrins“. Nicht einmal die Bedeutung Morgoths wird deutlich. Und da die Geschichte eingebettet in eine größere liegt, ist dies auch westentlicher als im „Herr der Ringe“, wo man nur über die Vergangenheit redet. Ich würde sagen, dass man diese Geschichte zwar auch lesen kann, wenn man das „Silmarillion“ nicht kennt (wenn man es kennt, hat es auch wenig Sinn, das Buch zu lesen), aber auch dann ist es wohl eher etwas für Fans vom tolkienschen Kosmos. Für Nicht-Fans lohnt sich diese Geschichte wohl kaum, ist sie doch recht kurz und über ganze Strecken auch nicht wirklich spannend, wirkt es eher wie eine Sage (so ist es ja auch angelegt). Sie hat schließlich auch den „Herr der Ringe“-Schreibstil.
    Mein Fazit: Fans können es mal schnell lesen, aber die sollten dann viel eher das „Silmarillion“ lesen. Bei Nicht-Fans würde es mich wundert, wenn sie wirklich etwas damit anfangen könnten, für die ist es vielleicht mal ganz nett.

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