„Der Krieg des Charlie Wilson“ – Unvollständig…

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charliewilson1.jpgEs tut wirklich gut zu sehen, das Hollywood immer mehr in politischen Filmen gerne mal das Handeln der amerikanischen Regierung kritisch beäugt. Und doch scheint leider immer noch so viel Patriotismus nötig zu sein, dass die Amerikaner selber solche Filme ansehen. So auch hier, der Film konzentriert sich in erster Linie auf den patriotischen Lebemann und Abgeordneten Charlie Wilson, der nahezu im Alleingang in den 80ern 1 Milliarde Dollar organisierte, um Afghanistan gegen die einmarschierte Sowjetunion zu unterstützen.

Charlie Wilson (Tom Hanks) führt als texanischer Kongressabgeordneter ein ausschweifendes Leben, Frauen und Parties sind fast wichtiger als die Politik. Doch dann fällt die Sowjetunion in Afghanistan ein und Wilson versucht, seine Kontakte dazu zu bewegen, in die Militarisierung der angegriffenen Region zu investieren. Das Budget für Geheimoperationen von 5 Millionen Dollar wächst dadurch bis zum Ende 1 Milliarde Dollar. Wilson erreicht dies größtenteils durch den gesellschaftlichen Einfluss seiner guten Bekannten Joanne Herring (Julia Roberts) und durch den ruppigen aber ambitionierten CIA-Agenten Gust Avrakotos (Philip Seymour Hofffman) und sein Team. Am Ende hält man ihn für einen Helden, aber er selber realisiert, dass sein Eingreifen weitreichendere Folgen haben könnte…

Aber hier hört der Film halt auf. Immerhin endet der Film mit der Bloßstellung Amerikas, die gerne einen Krieg unterstützen, sich dann aber aus dem Staub machen und die „befreiten“ Länder in Armut und Zerstörung hinterlassen. Während man für den Krieg noch 1 Milliarde locker machte, ist im Anschluss 1 Million für die Errichtung von Schulen für die US-Regierung rausgeworfenes Geld. Ein wenig politisches Wissen ist bei diesem Film schon nötig, und das bringt der normale US-Bürger halt nicht immer mit. Daher frage ich mich, wie viele am Ende wirklich begriffen haben, dass die Taliban heute mit den Waffen der Amerikaner kämpfen und diese durch ihr Verhalten damals selber einen Anteil am Terror tragen.

Trotzdem ein netter Film mit guter Story und Starbesetzung. Vielleicht erwarte ich auch zu viel „Holzhammer“, der Film richtet sich ja in erster Linie an gebildete Leute und die werden die kritischen Untertöne zwischen den Zeilen schon richtig deuten können.

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