„Sweeney Todd“ – Musical à la Burton!

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sweeney.jpgTim Burton ist ein Meister, wenn es um skurille Filme geht, Johnny Depp sein liebster Schauspieler, mit dem zusammen die Werke Burtons immer gelungen waren, dazu Burtons Frau Helena Bonham Carter, die sich auch perfekt in Burtons Gothic-Welt einfügt und eine gnadenlos düstere, böse Story. Perfekte Voraussetzungen für ein echtes Kinohighlight! Aber ein Musical? Ok, in Burtons Animationsfilmen „Nightmare Before Christmas“ und „Corpse Bride“ wurde auch gesungen, aber Johnny Depp und Helena Bonham Carter!?

Doch, das funktioniert, und wie!! Johnny Depp spuckt als Sweeney Todd seine Verachtung über die Menschheit und seinen Wunsch nach Vergeltung so böse heraus, dass man sich fragt, ob er singend als Schauspieler noch einen Tick mehr Ausdruck in seine Rollen legen kann, dazu Helena Bohnman Carter, die als kaputte Pastetenherstellerin Mrs. Lovett Sweeney Todd verfällt und mit zarter Stimme und verliebten Tönen genau das perfekte Gegenstück zu Depp bildet. Und auch Alan Rickman ist als überheblicher, intriganter Richter Turpin perfekt besetzt. Düstere Songs, eine düstere Story und ein absolut düsteres London machen „Sweeney Todd“ zu Burtons bisher bösestem Film, Burtons Humor ist dieses Mal von der schwärzesten Sorte.

„Sweeney Todd“ handelt vom Barbier Benjamin Barker, der nach 15 Jahren nach London zurückkehrt, wo ihn damals Richter Turpin zu Unrecht verhaften und verbannen ließ, um sich Barkers Frau und seine Tochter unter den Nagel zu reißen. Als Barker zurückkehrt, nennt er sich Sweeney Todd, und hat nicht zuletzt, als er hört, dass seine Frau sich nach einer Vergewaltigung durch Richter Turpin vergiftet hat, nur noch Rache im Sinn. Er zieht in seinen alten Barbiersalon und öffnet wieder für Kundschaft. Seine Vermieterin Mrs. Lovett verliebt sich in ihn, auch wenn Todd außer Rachsucht keine Gefühle zulässt. Als Todd einen Barbierkollegen und danach weitere Bürger Londons durch Kehlenschnitt ins Jenseits befördert, nutzt Mrs. Lovett die Chance, ihr schlecht laufendes „Fleischpasteten-Imperium“ wieder attrativer zu gestalten. Gleichzeitig versucht ein Junge, der wie Todd mit dem Schiff London erreicht hat, Todds Tochter Johanna aus der Gewalt des Richters zu befreien…

Wer Burtons Filme wie „Sleepy Hollow“, „Corpse Bride“ oder „Edward mit den Scherenhänden“ mag, wird auch diesen Film lieben. Johnny Depp spielt so böse wie nie und liefert eine seiner besten Leistungen ab, ebenso Helena Bonham Carter. Und doch ist der Film auf keinen Fall etwas für die Masse und schon gar nichts zur zarte Gemüter.

Ach ja, wer gut aufgepasst hat, kann auch meine Einleitung leicht widerlegen: In „Corpse Bride“ waren es nämlich auch schon Depp und Bonham Carter, die gesungen haben. Und wer meint, in „Cry Baby“ hätte Johnny Depp auch gesungen, irrt sich, die Songs wurden in dem Musical aus den 80ern von jemand anders gesungen, aber trotzdem ist die Aussage, dies wäre Depps erste Musicalrolle, natürlich falsch.

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8 Kommentare

  1. In „Corpse Bride“ hat Johnny Depp nicht gesungen, Helana Bonham Carter dafür schon.

    Ich fand „Sweeney Todd“ auch einfach nur genial. In Sachen Ausstattung und Kulissen ist Tim Burton wieder so sehr Burton, wie schon lange nicht mehr. Die dreckige, beklemmende und triste Optik mit engen Gassen ist perfekt gelungen. Aber auch schauspielerisch geben Johnny Depp, Helena Bonham Carter und auch Alan Rickman wirklich alles und sind selten gut.

    „Ein hartes und absolut finsteres Musical – kann das funktionieren?“ war die große Frage… Und ja, es ist etwas einzigartiges dabei herausgekommen. Durch nackte Brutalität und die stimmige Atmosphäre ließ Burton keine Minute an der Ernsthaftigkeit zweifeln. Humor ist rar, und wenn er kommt, ist er schwarz. Auch die Lieder, die anscheinend zum Großteil nicht aus dem Broadway-Musical stammen, sind in ihrer Disharmonie und Härte genial und bereiten Gänsehaut. Auch dass sich Turpin und Todd eigentlich genau gleich sind, ist genial. Ihre Maxime ist die selbe, und Todd setzt sie sogar noch härter um als sein erklärter Feind. Um so toller, wenn beide zusammen über ihre gemeinsame Leidenschaft singen und deutlich wird, dass sie sich sehr ähneln. Singen können alle Beteiligten übringens auch erstaunlich gut.

    Zusammenfassnd lässt sich also sagen, dass es seit langem ein Film ist, auf den ich mich gefreut habe und kein bisschen enttäuscht aus dem Kino kam. Wer Musicals nicht mag und Gewalt nicht erträgt (und wieder einmal stellt sich die Frage, wie krank, böse und brutal ein Film sein muss, um eine FSK-18-Freigabe zu bekommen), der sollte sich den Film besser nicht ansehen – ansonsten ab ins Kino!

  2. ich muss wirklich sagen, wären diese störenden Musical-Einlagen nicht drin gewesen, hätte mir der Film deutlich besser gefallen. Nagut, es ist nunmal ursprünglich ein Musical gewesen, aber diese elend-langen Lieder in den Film zu nehmen, die eigentlich nur eine 1-Satz-Aussage haben. Bestes Beispiel: der Junge vor dem Fenster der Tochter! Wir haben schon nach dem ersten mal begriffen, dass er scharf auf sie ist, er muss es nicht noch 20mal wiederholen! Was mir allerdings gefallen hat, war die Szene, in der Todd durch die Straßen rennt und Leute anquatscht von wegen „Rasur gefällig?“. Die hat einfach nur gestimmt.
    Gewaltgrad war jetzt wirklich öfters recht hoch, passte aber grundsätzlich ins Bild. Todd schreckt halt auf seinem Rachefeldzug gegen Londons Geschmeiß vor nichts zurück. Und da seh ich auch einen Unterschied zwischen Todd und Turpin. Todd will einfach nur Rache für die Ungerechtigkeit, die ihm als Barker widerfahren ist. Turpin hingegen verfolgt eher das Pippi-Langstrumpf-Prinzip („Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“).
    Mein Fazit: Wer tragische Musicals mag und sowieso auf den Burton-Stil abfährt, sollte sich schläunigst ins Kino aufmachen. Ansonsten: Kann man sich mal ansehn, muss man aber nicht (Auf DVD kann man dann ja sonst vorspulen ;) ).

  3. Jetzt hab ich ihn mir schon 3 mal im Kino angesehen, und bekomm einfach nciht genug davon………..ja und mein Lieblingsteil ist die besagte Szene, als Todd die Leute zu einer Rasur einlädt……sooo unglaublich böse, zum niederknien…….“I WANT YOUR BLEEDERS!!“…….Ich war nie so wirklich ein Jonny Depp Fan, aber spätesntens nun bin auch ich ihm verfallen, niemand kann gleichzeitig so böse und sexy wirken XD……..und ja, die Kulisse samt Ausstattung hat mit sehr gut gefallen, das Filmblut war aber schon sehr übertriebem rot, aber ich denke, deshalb, um einen schönen Effekt neben dem sonst tristen Farben zu haben……Alan rickman ist auch ein grandisoser schauspieler, er hat es drauf, mit nur einem blick den arroganten richter überzeugend rüberkommen zu lassen…….ja und am meisten hab ich mich bei der szene weggelacht, diese Hochzeits szene, auf die frage, ob sweeney mrs. lovett heiraten will, mit einem genervten nicken zu bejahen*loool*……also ich werde mir den soundtrack bald zulegen……und kann diesen Film jeden empfehlen, der nichts gegen 100 liter filmblut hat….auch nicht musical fans(sooo wie ich) sollten einen blick riskieren……enttäuscht wird sicher niemand werden…

  4. da waren auch ein paar bekannte gesichter aus Harry Potter dabei, wird euch bestimmt aufgefallen sein zB. Severus Snape, dann Bellatrix Lestrange und Peter Pettigrew

    auch Ali G. hatte mitgespielt am Anfang dachte ich mir den Typ kenn ich doch von wo bis ich dann erkannt habe, dass das Ali G. (Sacha Baron Cohen) war.

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